DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Flüchtlingsdrama im Mittelmeer: EU debattiert über Auffanglager in Afrika

12.03.2015, 14:5712.03.2015, 15:09

Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière hat am Donnerstag beim Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel erneut für Flüchtlingsaufnahmezentren in Afrika geworben. Die Zentren könnten eine Lösung für die Flüchtlingsproblematik sein, sagte er.

Die Prüfung brauche aber Zeit. «Man muss die menschenrechtlichen Bedingungen dort sehr genau untersuchen», sagte der konservative Politiker. Bedenken äusserte hingegen de Maizières Justiz-Kollege Heiko Maas von den Sozialdemokraten. Ob Flüchtlinge in Auffangstellen in Nordafrika alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten haben würden, die sie innerhalb der EU auch hätten, «wäre fraglich», sagte Maas der «Rheinischen Post».

FDP macht Flüchtlinge aus Eritrea zum Wahlkampfthema – Regierung in Asmara will über Rückführung verhandeln
Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer: Ein Fischkutter gegen das Sterben
Italiens Küstenwache rettet tausende Flüchtlinge im Mittelmeer
    Migration
    AbonnierenAbonnieren

Angesichts tausender Todesopfer im Mittelmeer hatten die EU-Innenminister im Oktober eine Strategie zum Umgang mit der wachsenden Zahl von Flüchtlingen beschlossen. Dabei wurden auch Lager in Transitstaaten insbesondere in Nordafrika als Möglichkeit genannt.

Dort könnten Flüchtlinge einen Asylantrag stellen, ohne sich auf den gefährlichen Weg über das Mittelmeer zu machen. Bei einer Ablehnung könnten sie Anreize – etwa Geldzahlungen – erhalten, um in ihre Heimat zurückzukehren.

Unterstützung von Österreich

Unterstützung bekam de Maizière von Österreich. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner forderte die EU-Kommission auf, «vor dem Sommer» einen Vorschlag für ein Pilotprojekt vorzulegen. Damit könne die EU legale Wege nach Europa schaffen und Schleppern «den Nährboden entziehen für ihre Geschäftemacherei».

Mikl-Leitner wie de Maizière sprachen sich dafür aus, solche Zentren nicht von einzelnen Ländern, sondern durch das UN-Flüchtlingshilfswerk betreiben zu lassen.

No Components found for watson.rectangle.

Die deutsche Menschenrechtsorganisation Pro Asyl sprach von einer «Geisterdebatte». Die Zentren seien «völlig ungeeignet, um die Katastrophe vor Europas Haustür zu lösen», sagte Geschäftsführer Günter Burkhardt. «Die Idee ist eine Augenwischerei, mit der darüber hinweggetäuscht wird, dass Europa dem Sterben auf dem Meer und dem Elend der Flüchtlinge vor Europas Grenzen tatenlos zusieht.» (sda/afp)

Flüchtlinge landen an einem Nudistenstrand in Gran Canaria

1 / 12
Flüchtlinge landen an einem Nudistenstrand in Gran Canaria
quelle: x02091 / borja suarez
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Internationales Rechercheteam kann erstmals illegale Pushbacks in Kroatien nachweisen

Ein internationales Rechercheteam, dem auch die «SRF-Rundschau» angehört, hat erstmals filmen können, wie Kroatien systematisch Flüchtlinge zurück nach Bosnien schickt – unterstützt mit EU-Geld.

Ein alter Mann mit Krückstock, hochschwangere Frauen, selbst ein behindertes Kind: Sie alle werden von der kroatischen Polizei zurück nach Bosnien gebracht.

«Pushback» wird die Praxis im wahrsten Sinne des Wortes genannt. Damit bezeichnet man das Zurückdrängen von Migranten von den Grenzen ihres Ziel- oder Transitlandes.

Einem internationalen Rechercheteam, bestehend aus der «SRF-Rundschau», «Spiegel», «Lighthouse Reports», dem «ARD-Studio Wien» und der kroatischen «Novosti» ist es nun …

Artikel lesen
Link zum Artikel