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Im Januar wirkten Gwyneth Paltrow und Chris Martin an Sean Penns Haiti-Gala noch ziemlich glücklich.
Bild: Colin Young-Wolff/Invision/AP/Invision
Promi-Trennung des Tages

Hier steht alles, was es zu Gwyneth Paltrows «Entpaarung» zu sagen gibt

26.03.2014, 12:1423.06.2014, 10:14
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Ich schwöre Ihnen: Ich bin heute Morgen mit dem überflüssigen Gedanken erwacht: Welche Promipaar-Trennung würde mich wirklich betroffen machen? Und kam zum Schluss: Brangelina. Lassen Sie mich kitschig sein, aber ich glaube an die wahre Liebe, die einen plötzlich einfängt und erst mit dem Tod endet, und Brad Pitt und Angelina Jolie sind genau so eine Liebe. Vorläufig jedenfalls. Und auf ihre gegen aussen so reservierte Art wahrscheinlich noch die Queen und Prinz Philipp. Und auf jeden Fall der Schriftsteller Paul Auster und die Schriftstellerin Siri Hustvedt. Die haben sich eine magische Hülle aus Liebe gebaut, die durch nichts zu zerstören ist. 

Die anderen Paare bestehen ja quasi nur aus Trennungen beziehungsweise aus dem anhaltenden Gerücht der Trennungsmöglichkeit. Gwyneth Paltrow und Chris Martin machen mich nicht betroffen. Sicher nicht. Zuallererst, weil beide schon so lange keine ernst zu nehmende Arbeit geliefert haben. Gwyneth Paltrows letzter guter Film hiess «The Royal Tenenbaums» und liegt dreizehn Jahre zurück. Der letzte gute Coldplay-Song heisst «Fix You» und liegt neun Jahre zurück.

Mein Paparazzo-Shoot von Gwyneth Paltrow am Filmfestival von Venedig, 2011.
Bild: Simone Meier

Das letzte Jahrzehnt haben die beiden irgendwie gemeinsam verbracht. War das kreativ befruchtend? Nein. Was haben sie stattdessen gemacht? Kinder, gut. Zwei Stück. Moses und Apple. Sind Kinder ein Kunststück? Ja und nein. Kinder sind einfach normal. Dürfen Prominente normal sein? So normal wie zwei Schlucke britischen Tees? Ja und nein. Vielleicht macht es sie glücklich. Aber nicht interessant. Und Gwyneth wollte sich auf eine beflissene Art interessant machen, bloss nicht mehr als Schauspielerin. 

Gwyneth Paltrow entfacht in den Medien die Gier, am Glanz einer untergehenden Sonne Teil zu haben.

Sie hat verrückte Diät-Kochbücher geschrieben. Mit Rezepten, die schier unbezahlbare Zutaten verlangen. Aber immerhin sind ihre Kochbücher eine wertvolle Fundgrube für Hardcore-Allergiker und ein kleines Paradies für Veganer. Gwyneth steht hinter GOOP, der Webseite für unverschämt teure, aber bewusst konsumierte, pardon, hergestellte Produkte. Gwyneth sagte, sie schicke ihre Kinder regelmässig hungrig ins Bett. Gwyneth hat Chris verboten, sich mit seinen Coldplay-Kollegen in der Freizeit wie ein unbeschwerter Bub aufzuführen und Dinge zu tun, die Buben gern miteinander machen, wahrscheinlich Bier trinken und ungesundes Fleisch grillieren. Gwyneth wurde zur Monstermutter, Chris zum Märtyrer.

«Fix You»: grosser Song aus grossen Coldplay-Zeiten

Woher ich das weiss? Erstens ganz direkt aus Gwyneth' Kochbüchern und von GOOP, aber vor allem aus den Medien. Von jenen Menschen, die im Fernsehen als «Celebrity-Expertin», «Society-Experte» oder – dies ist ganz inflationär – «Adels-Experte» unentwegt Dinge sagen wie: «Die beiden haben leider erkennen müssen, dass der Druck der Medien einfach zu gross war.» Die Medien inklusive all ihrer Experten sind in solchen Fällen pure Schweine, und man kann sich noch lange sagen, dass auch Celebritys Menschen sind, am Ende siegt das Böse im Journalisten.

George Clooneys Firewall gegen die Medien

Die Schweine-Medien möchten zum Beispiel schon seit langem das Gerücht bestätigen können, dass George Clooney eine langjährige Beziehung mit einem italienischen Modedesigner führen soll und dass all die Gefährtinnen, die er eine Weile lang mit sich schleppt, bezahlt sind. Und gerade die neuste, diese Anwältin von Julian Assange, würde da doch besonders gut ins Gerüchte-Schema passen: Nicht nur ein schönes, sondern auch noch ein hochintelligentes Feigenblatt. Wenn es wahr wäre, es wäre tragisch. Weil es zeigen würde, wie homophob Hollywood noch immer wäre.

Doch George Clooney ist eines jener raren Beispiele, wie man Gerüchte und Anfechtungen an einer stabilen Firewall abprallen lässt. Indem man ein integres Umfeld hat. Indem man sich Respekt verschafft – beruflich, politisch und als Philanthrop. Indem man locker bleibt. Keiner will sich Clooney zum Feind machen, erst recht kein Medienmensch. Clooney ist eine Macht für sich. 

Trailer zu «The Royal Tenenbaums»

Gwyneth Paltrow, die 2013 vom Magazin «In Touch» zum «meistgehassten Celebrity» der Welt gewählt wurde, war darin nicht besonders geschickt. Zu prätentiös, zu angestrengt in ihrem Bemühen, die beste aller höheren Töchter und luxusesoterischen Mütter sein zu wollen. Ein blonder Krampf mit einer Mission, der im Ernst Dinge sagt wie: «Eines kalten Wintertages in London träumte ich von Salade Niçoise – einem meiner Lieblingsgerichte.»

Der Ausdruck «conscious uncoupling» ist von einer erhabenen, möchtegern-royalen Albernheit.

Sie entfachte die billige Gier, am Glanz einer untergehenden Sonne Teil zu haben. Denn Hass macht Spass. Hass ist Leidenschaft. Hass ist nichts als eine pervertierte Form der Liebe. Der Promi-Journalist will sich da quasi in einen Dreier einschleusen mit einer Gwyneth und ihrem Chris. Aber jetzt ist es ja vorbei, jetzt haben die beiden ein «conscious uncoupling» hinter sich, wie sie der Welt mitteilten, ein «bewusstes Sich-Entpaaren». Und das ist natürlich als Ausdruck schon wieder von einer derart erhabenen, möchtegernroyalen Albernheit, dass man gar nicht anders kann, als sich darüber lustig zu machen.

Aber es ist vorbei. Die Liebe war halt nicht so gross. Und vielleicht nur so intensiv wie ein Schluck britischen Tees. Doch jetzt ist zu hoffen, dass die beiden ihren Kindern gute Eltern sind (und sie nie mehr hungrig zu Bett schicken!). Und dass sie endlich «I'll fix you!»zu ihren Karrieren sagen und dass Gwyneth endlich bessere Filme und Chris wieder bessere Songs macht. Dann geht's mit dem Respekt ganz schnell aufwärts. Denn Medien sind zwar Schweine. Aber vergessliche.

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