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Ein gestikulierender Robin Williams bei einer Paneldiskussion für eine HBO-Serie im Jahr 2009.
Ein gestikulierender Robin Williams bei einer Paneldiskussion für eine HBO-Serie im Jahr 2009.Bild: MARIO ANZUONI/REUTERS
Zum Tod von Schauspieler Robin Williams

Der «lustigste Mensch der Welt» ist gegangen

Eigentlich wollte er Politikwissenschaftler werden, das muss man sich einmal vorstellen! Stattdessen wurde er einer der wenigen, die Millionen Menschen zum Lachen und zum Nachdenken bringen konnte. Und jetzt vielleicht zum Trauern: US-Schauspieler Robin Williams ist tot.
12.08.2014, 04:5612.08.2014, 10:19

Er war einer der bekanntesten und beliebtesten Hollywoodstars, der unfassbar wandlungsfähig und dennoch immer wiedererkennbar war: Robin Williams, der Oscar-Preisträger, der Ausserirdische, der Kindermädchen, Lehrer, Soldaten, Präsidenten, Bettler, Ärzte und vieles anderes mehr immer ein bisschen verrückt spielte, ist tot. Der 63-Jährige nahm sich offenbar das Leben.

Williams zählte zu Hollywoods wenigen Comedy-Talenten, die gleichzeitig auch Tiefgang zeigen können. Nur kurze Zeit hielt der Chicagoer an seinem Ziel fest, Politikwissenschaften zu studieren, dann setzte sich die Liebe zum Theater durch. 

An der berühmten Juilliard-Schauspielschule in New York lernte er sein Handwerk, an der Seite seines guten Freundes, des späteren «Superman» Christopher Reeve.

Einen Hauch des Kleinkünstlers

Er machte immer das, was er ganz zum Anfang gemacht hatte: Stand up Comedy. Alle seine Rollen hatten einen Hauch eines Kleinkünstlers, wie sie in Parks und in kleinen Clubs auftreten. Eines sehr guten Kleinkünstlers allerdings. 

Als er den Ausserirdischen «Mork vom Ork» spielte, machte er so viele Faxen jenseits des Drehbuchs, dass man ihm einfach leere Zeilen liess. Das war typisch Robin. Einer der Robins.

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Denn obwohl man den Schauspieler mit der markanten Nase und dem ebenso markanten Kinn immer wiedererkannte, war er zugleich wandlungsfähig wie wenige andere. Kein Wunder, dass er für «Good Morning, Vietnam» (1987), «Der Club der toten Dichter» (1989) und «König der Fischer» (1991) dreimal für den Oscar nominiert wurde. 

Er bekam Hollywoods höchste Ehre 1998 schliesslich ausgerechnet als Nebendarsteller und ausgerechnet für ein Drama: In «Good Will Hunting» spielte er, bärtig und ungewohnt still, einen einfühlsamen Psychotherapeuten, der einem jungen Genie (Matt Damon) aus dem Arbeitermilieu den Weg weist.

Als Radiomoderator Adrian Cronauer in «Good Morning, Vietnam», einem Film über den Vietnamkrieg, brachte Robin Williams die Zuschauer zum Lachen und zum Nachdenken.
Als Radiomoderator Adrian Cronauer in «Good Morning, Vietnam», einem Film über den Vietnamkrieg, brachte Robin Williams die Zuschauer zum Lachen und zum Nachdenken.Bild: AP/Touchstone Pictures

Arzt, Mörder, Obdachloser

Zwar nannte «Entertainment Weekly» ihn 1997 den «lustigsten Menschen der Welt». Doch er konnte auch anders. In «Zeit des Erwachens» (1989) half er als Arzt einem an einer seltenen Krankheit leidenden Patienten, gespielt von Robert De Niro. Für Terry Gilliam trat er in dem Grossstadtmärchen «König der Fischer» (1991) als verrückter und belesener Obdachloser vor die Kamera.

Mehr zu Robin Williams

In dem Thriller «Insomnia» unter der Regie von Christopher Nolan liefert er sich als Mörder mit einem Detektiv (Al Pacino) ein Katz-und-Maus-Spiel. In dem Psychothriller «One Hour Photo» sorgte Williams als labiler Einzelgänger für Gänsehaut.

2006 bekannte sich Williams öffentlich zu seinen Alkoholproblemen, legte eine Drehpause ein und ging in Behandlung. Er sei 20 Jahre trocken gewesen, habe jetzt aber wieder mit dem Trinken begonnen, sagte er damals.

Drogen und Alkohol

Nach seinem plötzlichen Erfolg als Fernsehkomiker Ende der 1970er Jahre hatte er nach eigenen Angaben reichlich Kokain und Alkohol konsumiert. 2009 musste er sich einer Herzoperation unterziehen, im Jahr zuvor war die zweite Ehe des dreifachen Vaters geplatzt.

Susan Schneider und Robin Williams.
Susan Schneider und Robin Williams.Bild: Getty Images North America

Im Oktober 2011 hatte er aber wieder geheiratet, die Grafikdesignerin Susan Schneider. «Ich hoffe, in den Erinnerungen wird nicht sein Tod vorherrschen», sagte Schneider jetzt, «sondern die unzähligen Momente des Spasses und des Lachens, die er Millionen gab». (trs/sda/dpa)

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