Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Geiselnahme in Sydney

«I'll ride with you»: Australier solidarisieren sich mit der muslimischen Bevölkerung 



Bild

I'll ride with you – Ich fahre mit dir: Solidaritätsaktion nach der Sydney-Geiselnahme. Bild: twitter

Als im Schaufenster des Café Lindt in der Innenstadt von Sydney am Montagmorgen (Ortszeit) erstmals eine Flagge mit arabischen Schriftzeichen sichtbar wurde, wurde Muslimen im ganzen Land flau im Magen. Viele befürchteten, dass es in der Bevölkerung zu Kurzschluss-Reaktionen wütender Australier kommen würde, die sich gegen die muslimische Gemeinschaft des Landes richteten. 

Die Befürchtung ist nicht aus der Luft gegriffen: Bereits nach dem Grosseinsatz der Polizei gegen mutmassliche IS-Terroristen in Sydney im September und der Messerattacke eines selbsternannten islamistischen Gotteskrieger gegen einen Polizisten in Melbourne sahen sich Muslime einer Hass-Kampagne ausgesetzt. 

Am Montag Mittag nur meldeten sich besorgte Muslime am Radio in Australien: Sie getraue sich nicht alleine aus dem Haus, so eine Anruferin. Eine andere meinte, es sei wohl sicherer, das Kopftuch abzulegen, wenn sie nach draussen gehe. 

In Windeseile solidarisierten sich Australier auf sozialen Medien mit der muslimischen Bevölkerung des Landes. Unter dem Hashtag #I'llridewithyou boten sie Muslimen an, sie bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu begleiten oder sie mit dem Auto zur Arbeit oder nach Hause zu fahren. Auf Twitter sammelten sich in kürzester Zeit 100'000 Nachrichten an. Der Hashtag #I'llridewithyou entwickelte sich zum Trend. 

Ob die Aktion tatsächlich den Weg aus den sozialen Medien und in die Züge und Busse des Landes finden wird, bleibt abzuwarten. Auf Twitter finden sich denn auch die Forderungen, dass nicht einfach nur blindlings der Hashtag übernommen, sondern auch konkret Mitfahrgelegenheiten mit Zeit und Ort gepostet werden sollen. (wst)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

So funktionieren die US-Wahlen – erklärt in 120 Sekunden

Warum kann Donald Trump gewählt werden, obwohl nicht die Mehrheit der US-Bevölkerung für ihn stimmt? Und was genau sind Swing States? Alles, was du zu den US-Wahlen wissen musst.

Die USA wählen im November ihren Präsidenten. Das Verfahren ist sehr komplex, doch nach diesem 120-Sekunden-Video weisst du, wie's funktioniert:

Alle vier Jahre wird in den USA ein neuer Präsident oder eine neue Präsidentin gewählt. Die 59. Präsidentschaftswahlen finden am 3. November 2020 statt. Am 20. Januar 2021 tritt dann der neue oder bisherige Präsident sein Amt an.

Seit über 160 Jahren dominieren in den USA zwei verschiedene Parteien: Die Republikaner und die Demokraten. Dann gibt es …

Artikel lesen
Link zum Artikel