Gesellschaft & Politik
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Öko-Allianz in Planung

Grüne und GLP wollen zusammen in den Bundesrat



Zehn Jahre nach der Abspaltung proben die Grünen und die Grünliberalen die Annäherung. GLP-Präsident Martin Bäumle und Grünen-Fraktionschef Balthasar Glättli sprechen sich für eine Ökoallianz aus und schmieden Pläne für eine Bundesratskandidatur.

Martin Baeumle, Nationalrat GLP-ZH, rechts, spricht an der Seite von Rosmarie Quadranti, Nationalraetin BDP-ZH, waehrend einer Medienkonferenz des ueberparteilichen Komitees

Sie schmieden zusammen Pläne: Der grünliberale Martin Bäumle ... Bild: KEYSTONE

Die Grünen hätten heute mathematisch mehr Anspruch auf einen Bundesratssitz als die FDP auf zwei, sagte GLP-Nationalrat Bäumle in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». «Eine Grün-Grünliberale-Allianz hätte grössere Chancen – aber immer noch recht geringe.»

Grünen Nationalrat Glättli sagte, es gäbe zwar keinen Beschluss für eine Zweierkandidatur, mit der der Bundesversammlung je ein Grüner und ein GLP-Kandidat zur Auswahl gestellt würde. «Wir stossen jetzt aber die Diskussion an, wie die ökologischen Kräfte gebündelt werden können, um den Anspruch der Grünen auf einen Bundesratssitz erfolgreich geltend zu machen.»

Der gruene Nationalrat Balthasar Glaettli spricht vor den FDP-Delegierten zur Aenderung des Asylgesetzes an der FDP Delegiertenversammlung in Baden (AG) am Samstag, 4. Mai 2013. (KEYSTONE/Walter Bieri)

... und der grüne Balthasar Glättli. Bild: KEYSTONE

Während andere Parteien einen zu geringen Wähleranteil für zwei Bundesratssitze hätten, vereine eine Ökoallianz aus Grünen und der GLP «mehr als genug Wähler» für den Anspruch auf einen Bundesratssitz auf sich, sagte Bäumle. «Darum sind solche Allianzmodelle für uns interessant.»

«Graben überwinden»

Die Annäherung der beiden Parteien sei abgesprochen mit der jeweiligen Partei- und Fraktionsführung. Hintergrund sei, dass man im Parlament erneut bestätigt bekommen habe, dass sich die GLP in der Ökologie nur auf die Grünen verlassen könne. «Und die Grüne Partei kann nur auf uns bauen», sagte Bäumle. «Darum ist es Zeit, den Graben zwischen uns zu überwinden und in Umweltfragen noch stärker am selben Strick zu ziehen.»

«Unser Verhältnis hat sich normalisiert», sagte Glättli. Das gemeinsame Kernthema bleibe die Ökologie. «Unsere Parteien werden 2015 einen gemeinsamen Abstimmungskampf zur Energiesteuer führen.» Grosse Differenzen gäbe es allerdings nach wie vor, etwa bei der Asyl- oder der Sozialpolitik. Zu einer möglichen Fraktionsgemeinschaft äussern sich die beiden nicht konkret.

Im Juli 2004 hatte sich im Kanton Zürich die Grün-Liberale Partei von der Grünen abgespalten. Grund war ein Machtkampf um das Präsidium. Glättli hatte sich damals bei der Wahl zusammen mit Marlies Bänziger durchgesetzt. Bäumle und Vreni Püntener wurden abgewählt. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1

Brüchige Waffenruhe in Berg-Karabach – Moskau und Berlin appellieren

In der Krisenregion Berg-Karabach haben sich die verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan nach den schwersten Gefechten seit Jahrzehnten auf eine Waffenruhe geeinigt. Allerdings war die Feuerpause, die seit Samstagmittag offiziell in Kraft ist, sehr brüchig. Beide Seiten warfen sich am Wochenende gegenseitig vor, dagegen zu verstossen. Russland als Vermittler erinnerte die zwei ehemaligen Sowjetrepubliken an ihre Zusagen, die unbedingt eingehalten werden müssten. Die Krise im Süden …

Artikel lesen
Link zum Artikel