Gesellschaft & Politik
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epa04120001 Discovered metal stamps, with a-few-millimetre-long needles, used for tattooing KL Auschwitz prisoners are the new part of the collection of the Auschwitz Museum in Oswiecim, Poland, 11 March 2014. The former German Nazi concentration and extermination camp KL Auschwitz, was the only one where prisoner camp numbers were tattooed. The Auschwitz stamps is the second known example of a tool for tattooing camp numbers in the world, after the one stored at the Military Medical Museum in Saint Petersburg, Russia.  EPA/JACEK BEDNARCZYK POLAND OUT

Diese breiten Metallnadeln wurden den Häftlingen ins Fleisch gepresst und die Wunden danach mit Tinte eingerieben.  Bild: EPA/PAP

Nummern auf dem Unterarm

So brutal tätowierte die SS KZ-Häftlinge

Die SS nummerierte Hunderttausende mit ihnen: Die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz hat mehrere Metallstempel erhalten, mit denen den Häftlingen eine Nummer ins Fleisch gestochen wurde. 



Der Tod war ein Verwaltungsakt: Bei der industriellen Vernichtung von Millionen Menschen in den Konzentrationslagern ging das «Dritte Reich» streng bürokratisch vor. Bei der Ankunft im Lager selektionierten Ärzte die Opfer; wer nicht als arbeitsfähig eingestuft wurde, kam in die Gaskammer.

Jene, die diesem Schicksal vorerst entgingen, wurden registriert – sie erhielten eine Häftlingsnummer, die fortan ihren Namen ersetzte. Im Normalfall wurde diese Nummer auf der Häftlingskleidung angebracht, doch im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau begnügte sich die SS nicht mit dieser Massnahme: Die Peiniger stachen ihren Opfern dort ab Herbst 1941 die Nummern ins Fleisch. 

Symbol für die Menschenverachtung des Nazi-Systems

Dazu verwendeten die Nazis spezielle Metallstempel mit Nadeln, die in die Haut gepresst wurden – zu Beginn meist auf der linken Seite der Brust, später auf dem linken Unterarm. Danach rieben die Schergen Tinte in die Wunden, damit eine Tätowierung entstand. Die eintätowierten Häftlingsnummern wurden zu einem Symbol für die Menschenverachtung des Nazi-Systems. 

Die Todesfabrik

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau war das grösste KZ, das von den Nazis in Osteuropa eingerichtet worden war. Die Todesfabrik im verkehrstechnisch günstig gelegenen südpolnischen Auschwitz (poln. Oświęcim) bestand aus drei Lagern: dem Stammlager Auschwitz I, dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und dem KZ Auschwitz-Monowitz. Von 1940 bis 1945 ermordeten SS-Schergen hier etwa 1,1 Millionen Menschen; vor allem Juden aus ganz Europa, Sinti und Roma sowie sowjetische Kriegsgefangene. Die Lager wurden am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit. Die noch vorhandenen Teile sind heute ein staatliches polnisches Museum; das Museumsgelände ist Unesco-Weltkulturerbe. 

Quelle: Wikipedia

Die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz hat vor kurzem von einem Unbekannten fünf solche Metallstempel erhalten. Sie seien dem Museum anonym übergeben worden, sagte Sprecher Bartosz Bartyzel laut einem Bericht des Magazins «Focus». «Wir haben die Stempel vor ein paar Wochen erhalten, ihre Authentizität wurde durch Untersuchungen bestätigt.»

Extra breite Nadeln

Es handelt sich um Metallplatten mit speziell breiten Nadeln von ein paar Millimetern Länge, die jeweils eine Ziffer formen. Mehrere dieser abnehmbaren Platten konnten in einen Stempel eingelassen werden, um eine spezifische Nummer zu bilden. Der Fund sei nicht komplett, sagte Elżbieta Cajzer, die Leiterin der Sammlungsabteilung. Vorhanden seien nur einmal die Ziffer 0 und je zweimal die Ziffern 3 sowie 6 beziehungsweise 9. 

«Man sieht immer weniger Tätowierungen, weil die ehemaligen Häftlinge wegsterben.»

Piotr Cywinski, Direktor der Auschwitz-Gedenkstätte.

Die Stempel sind ein äusserst seltenes Relikt. Bisher ging man davon aus, dass nur ein einziger Stempel den Krieg überstanden hat. Er wird im Militärmedizinischen Museum in St. Petersburg aufbewahrt. 

Der Fund sei «einer der wichtigsten der letzten Jahre», sagte Piotr Cywinski, der Direktor der Gedenkstätte. «Man sieht immer weniger Tätowierungen, weil die ehemaligen Häftlinge wegsterben. Aber diese Stempel erzählen immer noch von der dramatischen Geschichte, die sich hier zugetragen hat.» (dhr)

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Kinder als Karrierekiller – so hoch sind die finanziellen Einbussen für Mütter

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