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Letzter Tag vor Fristablauf

Die Verhandlungen um Irans Atomprogramm könnten in die Verlängerung gehen



Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm gehen in Wien am Montag in die entscheidende Runde. Angesichts der Blockade bei den Gesprächen diskutierten Teheran sowie Vertreter der sogenannten 5+1-Gruppe am Sonntagabend über eine Verlängerung der Frist für ein endgültiges Abkommen.

Eigentlich läuft diese am Montag um Mitternacht aus. Die beiden grössten Streitpunkte blieben die Urananreicherung und die westlichen Sanktionen.

Verlängerung ist eine «Option»

Ein US-Diplomat sagte am Sonntagabend, zwar bleibe das Hauptaugenmerk weiter auf Schritte in Richtung eines endgültigen Abkommens gerichtet. Es sei aber klar, dass 24 Stunden vor dem Ablauf der Frist «eine Reihe von Optionen» diskutiert werde. «Eine Verlängerung ist eine der Optionen.»

U.S. Secretary of State John Kerry (L) and Iranian Foreign Minister Javad Zarif (R) are pictured before a meeting in Vienna November 23, 2014. Iran, the United States and other world powers are all but certain to miss Monday's deadline for negotiations to resolve a 12-year stand-off over Tehran's atomic ambitions, forcing them to seek an extension, sources say. The talks in Vienna could lead to a transformation of the Middle East, open the door to ending economic sanctions on Iran and start to bring a nation of 76 million people in from the cold after decades of hostility with the West.  REUTERS/Ronald Zak/Pool (AUSTRIA - Tags: POLITICS ENERGY)

Gequältes Lächeln: US-Aussenminister John Kerry (links) und der iranische Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif sind noch weit von einer Einigung im Atomstreit entfernt. Bild: HANDOUT/REUTERS

Den Angaben des US-Vertreters zufolge wurde die Möglichkeit einer Fristverlängerung am Sonntagabend sowohl innerhalb der Gruppe der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands (5+1) als auch mit dem Iran diskutiert. Der US-Vertreter äusserte sich nach einem Gespräch von US-Aussenminister John Kerry mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif.

Zwischenabkommen in Diskussion

Beide Verhandlungsseiten hatten ursprünglich vereinbart, bis Montag um Mitternacht ein endgültiges Abkommen über das umstrittene Atomprogramm Teherans zu schliessen. Sie stützten sich auf ein vor einem Jahr vereinbartes Übergangsabkommen. Aus verschiedenen Delegationen hiess es, dass auch eine Art Zwischenabkommen denkbar sei, weil man sich über viele Details noch nicht einigen kann.

Die Vereinbarung soll dem Iran die friedliche Nutzung der Atomtechnologie erlauben, zugleich aber verhindern, dass er in kurzer Zeit Atomwaffen entwickelt. Im Gegenzug für die Einschränkung des Atomprogramms sollen die internationalen Sanktionen aufgehoben werden, die im Iran eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst haben.

Zeitpunkt der Sanktionsaufhebung umstritten

Gestritten wurde nun in den vergangenen Tagen in Wien darüber, in welchem Umfang Teheran zur zivilen Nutzung Uran anreichern darf und wie schnell die Sanktionen aufgehoben werden. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier sagte dazu, beide Seiten lägen «in vielen Punkten noch auseinander». 

epa04501645 (L-R) French Foreign Minister Laurent Fabius, US Secretary of State John Kerry, former EU foreign policy chief Catherine Ashton, the High Representative of the Union for Foreign Affairs, Britain's Foreign Secretary Philip Hammond and German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier meet for the dinner at the residence of British ambassador in Vienna, Austria, 23 November 2014. At stake in the Austrian capital Vienna is a historic deal in which Iran would curb its nuclear activities in exchange for broad relief from years of heavy international economic sanctions. It could end a 12-year standoff with the West that has even raised the threat of Israeli military strikes against Iranian nuclear facilities.  EPA/JOE KLAMAR / POOL

Das Verhandlungsteam des Westens: Laurent Fabius (Frankreich), John Kerry (USA), Catherine Ashton (EU), Philip Hammond (Grossbritannien) und Frank-Walter Steinmeier (Deutschland).  Bild: EPA/AFP

Steinmeier traf sich am Abend mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow, der wiederum danach mit Kerry zusammenkam. Anschliessend trafen sich Steinmeier, Kerry, der britische Aussenminister Philip Hammond, der Franzose Laurent Fabius und die EU-Vermittlerin Catherine Ashton zu einem Arbeitsessen.

Hammond sagte zu den festgefahrenen Gesprächen, alle Seiten konzentrierten sich nun auf eine «letzte grosse Anstrengung» am Montagmorgen. Von einer Lösung seien die Verhandlungspartner indes noch «ein ganzes Stück entfernt». Es gebe einige komplexe Punkte, die noch geklärt werden müssten. Chinas Aussenminister Yang Yi wurde erst am Montag in Wien erwartet. (trs/sda/afp/dpa)

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