Gesellschaft & Politik
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Barbarisches Video

IS verbrennt jordanische Geisel bei lebendigem Leibe – Jordanien schwört Rache



epa04601323 A Jordanian girl holds a picture of Jordanian pilot, Muath al-Kassasbeh, currently held hostage by the Islamic State (IS) group, as other people hold candles while gathering in front of the Japanese embassy in Amman, Jordan, 02 February 2015. Hundreds of Jordanians gathered to light candles and pray for the Japanese journalist Kenji Goto, who was killed by militants belonging to the Islamic State (IS) group. The fate of the Jordanian pilot held by Islamic State jihadists remains unclear after the group released an online video purported to show the beheading of Kenji Goto.  EPA/JAMAL NASRALLAH

Bei einer Kundgebung vor der japanischen Botschaft in Amman: Ein Mädchen hält ein Bild des entführten Piloten hoch. Bild: JAMAL NASRALLAH/EPA/KEYSTONE

Die Terrormiliz Islamischer (IS) Staat hat den als Geisel genommenen jordanischen Piloten Muath al-Kasasba wahrscheinlich bei lebendigem Leib verbrannt. Das ist auf einem Video zu sehen, das der IS am Dienstag im Internet veröffentlicht hat.

Nach Angaben des jordanischen Staatsfernsehens soll der Pilot schon am 3. Januar getötet worden sein. Der Vater wurde laut Al-Arabija vom jordanischen Militär über den Tod seines Sohnes informiert. Die Echtheit der auf dschihadistischen Internetseiten veröffentlichten Bilder wurden jedoch noch nicht offiziell bestätigt.

«Das barbarischste Video»

Al-Kasasba war im Dezember über dem nordsyrischen Al-Rakka abgestürzt und von den sunnitischen IS-Fanatikern gefangen genommen worden. Der 26 Jahre alte Oberleutnant war der erste Soldat der von den USA angeführten Anti-IS-Allianz, der in die Hände der Extremisten gefallen war. Ein letztes Lebenszeichen hatte der IS Ende Dezember veröffentlicht.

«Dies ist das erste Mal, dass die Gruppe eine Geisel verbrannt hat, die grosse Beachtung in den Medien gefunden hat», stellte das auf Terrorismus spezialisierte Intel Center aus Alexandria bei Washington fest. «Dies zeigt, dass die Gruppe fortlaufend ihre Methoden weiterentwickelt, um die grösste Aufmerksamkeit zu erzielen.»

Die Terror-Expertin Rita Katz schrieb auf Twitter, es sei das barbarischste Video der Dschihadisten:

Auge um Auge König

Abdullah II. von Jordanien verkürzte laut Staatsfernsehen seinen Washington-Besuch und trat die Rückreise in seine Heimat an. Die jordanische Regierung hatte nach Bekanntwerden der Tötung Al-Kasasbas eine «fürchterliche» Antwort angekündigt.

Auch das jordanische Militär schwor den Dschihadisten Rache. «Das Blut des Märtyrers wird nicht umsonst geflossen sein», sagte ein Armeesprecher in einer Ansprache im jordanischen Fernsehen.  

«Das Blut des Märtyrers wird nicht umsonst geflossen sein»

Jordanien will laut nicht bestätigten Angaben die inhaftierte irakische Dschihadistin Sadschida al-Rischawi zusammen mit weiteren Dschihadisten, darunter das Al-Kaida-Mitglied Siad Karbuli, am Mittwoch exekutieren. Dies sagte ein Sicherheitsvertreter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur AFP.

Al-Rischawi war nach einer Anschlagsserie auf drei Hotels in der jordanischen Hauptstadt Amman, bei der Ende 2005 sechzig Menschen getötet wurden, festgenommen und im April 2006 zum Tode verurteilt worden.

WASHINGTON, DC - FEBRUARY 3: King Abdullah II of Jordan poses for a photo before meeting with members of the U.S. Senate Appropriations Committee February 3, 2015 on Capitol Hill in Washington, D.C. The King's appearance comes hours after reports that captured Jordanian pilot, First Lieutenant Moaz al-Kasabeh, was burned alive in a cage by ISIS.   Allison Shelley/Getty Images/AFP
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Abdullah II. von Jordanien will am Mittwoch Dschihadisten exekutieren lassen. Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Die 44-Jährige sitzt seit neun Jahren in einer Todeszelle. Sie ist für die sunnitischen Fanatiker des so genannten Islamischen Staates (IS) eine ausgesprochen wichtige Symbolfigur. Der IS hatte in Verhandlungen mit Amman zunächst einen Austausch von Al-Kasasba gegen Al-Rischawi angeboten.

Auch hatte der IS Ende Januar vom haschemitischen Königreich zudem gefordert, Al-Rischawi gegen die japanische Geisel Kenji Goto freizulassen. Die Regierung in Amman hatte jedoch zusätzlich ein Lebenszeichen des jordanischen Piloten gefordert. Daraufhin veröffentlichten die Dschihadisten ein Video, in dem die Enthauptung Gotos gezeigt wurde.

Obama: «IS-Ideologie ruiniert»

Die Bilder der Verbrennung des Jordaniers sind selbst für IS-Verhältnisse grausam. «Es ist das erste Mal, dass die Gruppe eine Geisel verbrannt hat, die grosse Beachtung in den Medien fand», stellte das auf Terrorismus spezialisierte Intel Center aus Alexandria bei Washington fest. «Dies zeigt, dass die Gruppe fortlaufend ihre Methoden weiterentwickelt, um die grösste Aufmerksamkeit zu erzielen.»

«Welche Ideologie sie auch immer bedienen, sie ist ruiniert»

US-Präsident Barack Obama verurteilte in einer Reaktion auf die Veröffentlichung des Videos die IS-Terrormiliz als «bösartige und barbarische Organisation». Die mutmassliche Ermordung des Piloten Al-Kasasba werde die Bemühungen des Anti-IS-Bündnisses nur verdoppeln, sagte er am Dienstag während eines Treffens im Weissen Haus in Washington.

«Welche Ideologie sie auch immer bedienen, sie ist ruiniert», sagte Obama. Die Extremisten des IS seien nur an Tod und Zerstörung interessiert.

(pma/rey/kub/sda/dpa) 

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 03.02.2015 21:01
    Highlight Highlight Wieso haben diese Gläubige soviel Spass an Mord, Folter und Gewalt? Sollten diese Dinge einem spirituellen Menschen nicht gerade zu wider sein?

    Es wird Zeit das man keinen Handel mehr treibt mit Länder die den IS finanziell unterstützen, was ausnahmsweise mal die meisten nah ost Staaten ausser der Iran sind.
  • Bowell 03.02.2015 20:11
    Highlight Highlight Da wünscht man sich von ganzem Herzen, dass es doch eine Hölle gibt.
  • zombie1969 03.02.2015 18:27
    Highlight Highlight Gut das auch Japan nicht gezahlt hat!
    Bedauerlich für den armen Mann.Aber ein Lösegeld zu bezahlen würde den Konflikt anzuheizen.
    Leider gibt es keinen Lösungsansatz für den Sunniten-Schiiten Konflikt im Irak. Die werden also genug Freiwillige,auch aus Europa, bekommen.
    Zudem weigert man sich im Westen anzuerkennen, dass es ein Problem mit islamischen Staaten wie KSA/Katar gibt.Daher wird auch aus dieser Richtung der Nachschub weiter anrollen.
    In der Zwischenzeit kann man nur mitGewalt versuchen den IS an weiterer Expansion zu hindern.Grundsätzlich wird der Konflikt dadurch aber nicht gelöst.
  • everSin 03.02.2015 18:16
    Highlight Highlight liebes Watson-Team, nehmt euch doch ein bisschen Zeit beim Verfassen...Man muss nicht immer erster sein :)
  • DerWeise 03.02.2015 18:12
    Highlight Highlight Ich lese das und weiss, wenn ich heute wieder über den Bahnhof Bern gehe, sehe ich die radikalen Salafisten der LIES!-Aktion wieder munter Korane verteilen und wir schauen zu... genau so wie die Koalition der Willigen von damals jetzt im nahen Osten zuschaut

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