Gesellschaft & Politik
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North Korean leader Kim Jong Un (C) pays his respects to North Korean founder Kim Il Sung and his father Kim Jong Il at Kumsusan Palace of the Sun, in this January 1, 2015 photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang. REUTERS/KCNA (NORTH KOREA - Tags: POLITICS) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA

Bild: KCNA/REUTERS

Nord- und Südkorea

Nordkoreas Machthaber schlägt Gipfeltreffen mit dem Süden vor



Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Gespräche mit dem Süden auf «höchster Ebene» vorgeschlagen. Es sei Zeit, eine «neue Geschichte in den Nord-Süd-Beziehungen» zu schreiben, sagte Kim am Donnerstag in seiner Neujahrsansprache.

Ein Gipfeltreffen der beiden Staaten, die sich seit dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 im Kriegszustand befinden, hatte es zuletzt 2007 gegeben.

People watch a TV news program showing North Korean leader Kim Jong-Un delivering a speech, at the Seoul Railway Station in Seoul, South Korea, Thursday, Jan. 1, 2015. Kim, in a nationally televised New Year's Day speech, says he is open to a summit with his South Korean counterpart. The letters read:

Bild: Ahn Young-joon/AP/KEYSTONE

Es gebe «keinen Grund» gegen «Gespräche auf höchster Ebene», sagte Kim in der Ansprache. Pjöngjang werde «jede Anstrengung unternehmen, um Dialog und Verhandlungen voranzubringen». Die «tragische» Teilung Koreas dürfe nicht hingenommen werden. Südkoreanische Medien werteten Kims Äusserungen als Angebot für ein Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye.

Erst am Montag war auch aus Südkorea ein Gesprächsangebot gekommen: Wiedervereinigungsminister Ryoo Kuhl Jae schlug für Januar neue Gespräche mit der kommunistischen Staatsführung in Pjöngjang vor. Dabei solle insbesondere über Treffen von durch den Krieg getrennten Familien gesprochen werden.

Park hat sich schon mehrfach zu einem Gipfeltreffen bereit erklärt. Die letzten hochrangigen Gespräche beider Länder hatten im Februar stattgefunden.

Kim Jong Un

Nordkorea hatte in der Folge ein seltenes Treffen zwischen Familienangehörigen organisiert, die seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953 getrennt sind. Im Oktober hatte eine nordkoreanische Delegation die Asienspiele in Südkorea besucht und eine Wiederaufnahme der Gespräche vereinbart. Wegen einer Reihe kleinerer Zusammenstösse an der Grenze kam es bisher aber nicht dazu.

Das südkoreanische Wiedervereinigungsministerium, das für die Beziehungen zum Norden zuständig ist, begrüsste Kims Vorschlag. Wenn Nordkorea wirklich bereit sei, die Beziehungen durch Dialog zu verbessern, dann solle es «schnell» auf das Gesprächsangebot aus dem Süden reagieren, hiess es in einer Erklärung.

Kim forderte Südkorea in seiner Neujahrsansprache auf, seine gemeinsamen Militärmanöver mit den USA zu beenden. Ein «vertrauensvoller Dialog» sei in so einer «brutalen Atmosphäre nicht möglich». Die nordkoreanischen Atomwaffen bezeichnete er als Schutz für sein Land.

Harsche Vorwürfe gegen USA

Den USA warf der nordkoreanische Machthaber vor, eine «böse» Menschenrechtskampagne gegen sein Land zu führen. Kurz vor Weihnachten hatte der UNO-Sicherheitsrat erstmals über Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea beraten. Die USA und andere westliche Staaten sprachen sich dafür aus, Pjöngjang deswegen vor den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag zu bringen.

North Korean leader Kim Jong Un (unseen) pays his respects to North Korean founder Kim Il Sung and his father Kim Jong Il at Kumsusan Palace of the Sun, in this January 1, 2015 photo released by North Korea's Korean Central News Agency (KCNA) in Pyongyang. REUTERS/KCNA (NORTH KOREA - Tags: POLITICS) ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO THIRD PARTY SALES. NOT FOR USE BY REUTERS THIRD PARTY DISTRIBUTORS. SOUTH KOREA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN SOUTH KOREA

1. Januar 2015: Kim Jong Un gedenkt in einer gross angelegten Feier vergangenen Leadern von Nord Korea. Bild: KCNA/REUTERS

Zuletzt hatte der Streit über die Nordkorea-Filmsatire «The Interview» für zusätzliche Spannungen gesorgt. Sony Pictures hatte den für den ersten Weihnachtsfeiertag geplanten Kinostart des Films in den USA zunächst abgesagt, nachdem eine Hackergruppe vertrauliche Informationen veröffentlicht und ominöse Drohungen ausgesprochen hatte.

US-Präsident Barack Obama machte dafür Nordkorea verantwortlich. Nicht zuletzt auf Druck des US-Präsidenten lief der Film vor einer Woche dann doch an. Kim Jong Un reagierte darauf mit neuen Drohungen gegen die USA und beleidigte Obama rassistisch.

In einer Reaktion auf Kims Neujahrsansprache ging ein Vertreter des US-Aussenministeriums lediglich auf das Gesprächsangebot an den Süden ein. Die USA unterstützten eine Verbesserung der Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea, sagte er. 

Kim Jong Il Todestag

(sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 01.01.2015 14:49
    Highlight Highlight Die Kims führen das Land als eine Art familiengeführtes Unternehmen bzw. den Machtübergang als Erbmonarchie zu betrachten. Nachdem den Kims vor Augen geführt worden ist, wie es Gaddafi oder Saddam erging, scheint man in Nordkorea nun umso überzeugter davon zu sein, dass nur der Besitz der Atombombe den Fortbestand der Familiendynastie sichern kann.

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