Gesellschaft & Politik
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Blutbad an einer Schule

Attentat von Peschawar: Das ist der Kopf der pakistanischen Taliban

This undated image provided the SITE Intel Group, an American private terrorist threat analysis company, on Friday, Nov. 8, 2013, and authenticated based on details in it, shows Mullah Fazlullah in Pakistan. Fazlullah, the ruthless commander behind the attack on teenage activist Malala Yousafzai as well as a series of bombings and beheadings, was chosen Thursday as the leader of the Pakistani Taliban, nearly a week after a U.S. drone strike killed the previous chief. (AP Photo/SITE Intel Group)

Taliban-Chef Fazlullah auf einer undatierten Aufnahme. Bild: AP SITE Intel Group

Nach der Trauer kommt die Wut. Zwei Tage ist es her, als eine Gruppe bewaffneter Taliban-Kämpfer eine Schule in Peschawar stürmte und im Laufe eines blutigen Nachmittags 148 Menschen tötete, bevor sie von Sicherheitskräften überwältigt wurde. Tehrik-i-Taliban, eine Dachorganisation, in der sich die meisten der kleineren Taliban-Verbände Pakistans finden, übernahm in einem Bekennerschreiben bereits kurz nach dem Angriff die Verantwortung. Nun verdichten sich die Anzeichen, dass Tehrik-i-Taliban tatsächlich hinter dem grössten Blutbad in der jüngeren Geschichte des muslimischen Staates steht. 

Der Zorn der Verwandten und Bekannten der Verstorbenen – von denen ein Grossteil Schüler waren – richtet sich vor allem gegen einen Mann: Maulana Fazlullah. Der 40-Jährige ist nach der Tötung von Hakimullah Mehsud zur Nummer 1 der pakistanischen Taliban aufgestiegen – und weist eine bewegte Vergangenheit auf. Die Washington Post hat den Werdegang des Mannes, der unter dem Namen «Mullah Radio» zweifelhaften Ruhm erlangte, nachgezeichnet. Geboren als Fazal Hayat im Swat-Tal im Nordwesten Pakistans, radikalisierte sich der Paschtune nach der Heirat mit der Tochter eines einflussreichen islamistischen Aufständischen. Von da an war sein Weg vorgezeichnet: Er sollte ihn immer näher zu seiner Vision eines islamistischen Staates im Nordwesten Pakistans führen. 

Swat-Tal im Nordwesten Pakistans: Geburtsort von Maulana Fazlullah. google maps

Grössere Bekanntheit erlangte Fazlullah dank einer illegalen Radiosendung, in der er gegen Bildung für Frauen wetterte, Amerika verteufelte und den Jihad propagierte. Eine Kultfigur war geboren, schreibt die Washington Post, «Radio Mullah». Die Zahl seiner Anhänger nahm laufend zu, bald darauf nahmen sie den bewaffneten Kampf gegen den pakistanischen Staat auf. Die strikte Ablehnung weiblicher Bildung bestimmte die Ziele der radikalen Islamisten: Über 1000 Schulen waren laut Buzzfeed seit 2009 Zielscheibe der Militanten. 

Fazlullah soll auch hinter dem Attentat auf die pakistanische Schülerin und aktuelle Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai stehen. Taliban hielten den Schulbus an, in dem Malala unterwegs war und schossen ihr mehrmals in den Kopf und Hals. Die 14-Jährige überlebte den Angriff schwerverletzt. Das Engagement der Schülerin gegen die bildungsfeindliche Doktrin der Taliban machte sie zur perfekten Zielscheibe. (wst)

Taliban-Attacke Pakistan



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    Alle Leser-Kommentare
  • Adonis 18.12.2014 10:13
    Highlight Highlight Seit sich der Westen in den Musilimischen Ländern zwecks Öl Förderung etc. aber vorallem militärisch einmischt und überall Basen einrichtetete, gibts in den kruden Mittelalter-Staaten Probleme. Ein zurück gibt's nicht mehr. Freut euch nicht zu früh auf Weihnachten. Ich glaube die Burschen bereiten etwas vor. Darum sage ich mir nicht "Gott" hilf uns, sondern: Sicherheitsbehörden, haltet die Augen offen!
    • Julian Wermuth 18.12.2014 13:17
      Highlight Highlight Haha @sewi, dein ernst? Du scheinst aber auch an einer paranoia zu leiden. Oder ein troll zu sein.

Nein zum Migrationspakt – Gegner liegen zur Zeit leicht vorne 

Der UNO-Migrationspakt würde gemäss einer Umfrage derzeit wohl abgelehnt. Die Nachbefragung zu den Eidgenössischen Abstimmungen des Medienkonzerns Tamedia bestätigt im weiteren weitgehend die Einschätzung des Abstimmungssonntags.

Auf die Frage, ob die Schweiz den UNO-Migrationspakt unterzeichnen soll, antworteten 46 Prozent mit Nein oder eher Nein. Ja oder eher Ja würden 41 Prozent der Befragten stimmen, wie Tamedia am Dienstag mitteilte. 13 Prozent machten keine Angabe.

Wenig glaubwürdig war …

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