Gesellschaft & Politik
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Lutz Bachmann, founder of the anti-Islamic Pegida (Patriotic Europeans Against the Islamisation of the Occident) addresses a rally of that group in Dresden, eastern Germany, on February 16, 2015. AFP PHOTO / DPA / SEBASTIAN KAHNERT  +++GERMANY OUT+++

Will die Bürgermeisterwahl in Dresden mit Pegida aufmischen: Lutz Bachmann. Bild: DPA

Lutz Bachmann

Jetzt will Pegida das Bürgermeisteramt in Dresden

Bei der Bürgermeisterwahl in Dresden soll auch ein Pegida-Anhänger antreten, verkündete Lutz Bachmann bei einer Kundgebung. Er selbst wird es aber wohl nicht sein. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Pegida-Anhänger wollen in Dresden zur Oberbürgermeisterwahl am 7. Juni antreten. Das gab Gründer Lutz Bachmann bei einer Kundgebung der «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» bekannt. Bachmann sprach von drei möglichen Kandidaten. Pegida werde zeitnah einen Bewerber vorstellen.

Dass Bachmann selbst bei der Abstimmung als Kandidat antreten will, gilt dem Vernehmen nach als unwahrscheinlich. Der 42-Jährige ist vorbestraft. Nach ausländerfeindlichen Äusserungen war er als Pegida-Vereinschef zurückgetreten, die Bewegung hatte sich Ende Januar gespalten.

«Ich habe Wörter benutzt, die jeder mal benutzt am Stammtisch.» 

Lutz Bachmann

Doch in der vergangenen Woche kehrte Bachmann als Cheforganisator der wöchentlichen Kundgebungen zurück. Er erklärte, er glaube, dass die Ermittlungen gegen ihn ins Leere laufen werden: «Ich habe Wörter benutzt, die jeder mal benutzt am Stammtisch.» 

epa04616612 The Duke of Kent (L) and the Lord Mayor of Dresden, Helma Orosz (R) talk in the Church of the Holy Cross in Dresden, Germany, 12 February 2015. The British royal handed the medal of honor of the British Dresden Trust to the lord mayor.  EPA/ARNO BURGI

Oberbürgermeisterin von Dresden, Helma Orosz. Bild: EPA/DPA

Die jetzige Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder an, sie legt Ende Februar ihr Amt nieder. Für die Christdemokraten kandidiert der amtierende sächsische Innenminister Markus Ulbig. Er hatte sich mit Vertretern der damaligen Pegida-Führung im Januar getroffen und war dafür kritisiert worden.

Kundgebung mit weniger Anhängern

Zur jüngsten Demonstration der anti-islamischen Bewegung Pegida sind am Montagabend in Dresden nach Polizeiangaben rund 4000 Menschen gekommen. Zum 15. Mal zogen die Anhänger der sogenannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) durch die Altstadt. Damit mobilisierte die Bewegung zwar mehr Menschen als vergangene Woche, als gerade einmal 2000 Menschen zu der Kundgebung kamen. Allerdings blieb die Teilnehmerzahl weit unter den 25'000 Demonstranten, die am 12. Januar zu dem Demonstrationszug durch die Dresdner Innenstadt erschienen waren. (kad/sda/dpa)

Wie einst Martin Luther

Am Wochenende hatten Pegida und Legida zehn sogenannte gemeinsame Thesen veröffentlicht, sie sollen nach eigenen Angaben die «Sorgen und Nöte» der Menschen zum Ausdruck bringen. Sie sollten an öffentliche Gebäude in Dresden, Leipzig und Chemnitz angeschlagen werden. Bachmann ließ bereits ein Video veröffentlichen, in dem zu sehen ist, wie er das Papier an die Tür der Dresdner Kreuzkirche heftet. Gefordert wird unter anderem eine sofortige Abschiebung abgelehnter Asylbewerber. (kad/isa/heb/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 17.02.2015 19:15
    Highlight Highlight Wozu soll ein Protest-Bündnis gut sein? Um weiterhin allwöchentlich Dampf abzulassen? Und dann?
    Wenn sich Frau Oertel und Co. einmischen wollen, sollen sie das mehr substanziell tun und eine Partei gründen. Dann können sie sich zur Wahl stellen und wenn es dann für einen Einzug in einen Landtag reicht, dann kann man politisch mitgesstalten, statt allwöchentlich durch Dresden zu spazieren.
    Aber halt, dann gäbe es rechts der Union aber zwei Parteien, was dann heissen würde, die Stimmen verteilen sich auf zwei Parteien, was am Ende für beide Parteien heissen kann, nicht mitgestalten zu können.
  • Michèle Seiler 17.02.2015 04:56
    Highlight Highlight Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

    Es ist schwer zu glauben, dass das tatsächlich ernst gemeint ist, traurigerweise ist es das wohl allerdings.

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