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Empörende Misshandlungen in der Lausanner Krippe «Mosaik».
Empörende Misshandlungen in der Lausanner Krippe «Mosaik».
Bild: KEYSTONE
Im WC eingesperrt, Mund zugeklebt

Kinder in Lausanner Krippe schwer misshandelt

In einer Krippe des Kantons Waadt in Lausanne wurden Kinder während Stunden im WC eingesperrt, mit Zwang gefüttert oder ihnen wurde der Mund mit Scotch zugeklebt. 
27.11.2014, 16:5527.11.2014, 17:40

In einer Krippe des Kantons Waadt in Lausanne ist es wiederholt zu Misshandlungen von Kindern gekommen. Gegen die Direktorin und zwei Erzieherinnen läuft eine Administrativuntersuchung. Das zuständige Departement für Infrastruktur und Personal bestätigte am Donnerstag einen Bericht der Pendlerzeitung «20 minutes», wonach es in der Krippe für Kinder von Staatsangestellten des Kantons Waadt zu empörenden Misshandlungen kam. Seit Ende April gingen mindestens sieben Klagen von Eltern ein.

Sie berichten von Kindern, die draussen vergessen wurden, während Stunden im WC eingesperrt waren, mit Zwang gefüttert wurden oder denen man den Mund mit Scotch zugeklebt hatte. Patricia Meyer, Chefin des Amtes für Kindertagesbetreuung, bestätigte die meisten Vorfälle, von denen die Pendlerzeitung berichtete.

Direktion ausgewechselt

Das Amt nahm nach Eingang der Klagen der Eltern die Krippe unter die Lupe. Dabei wurden die Eltern angehört und Besuche vor Ort durchgeführt. Im Juli wurde ein Bericht veröffentlicht, der zu verschiedenen Massnahmen riet: Die Krippe wurde in der Folge per Ende August einer neuen Direktion ad interim unterstellt.

Die beiden hauptsächlich angeschuldigten Personen sind nicht mehr in Kontakt mit den Kindern. Eine von ihnen hat ihr Recht auf Pensionierung wahrgenommen und die Krippe verlassen, die andere ist krank geschrieben. Eine dritte Erzieherin, der weniger schwere Vorwürfe gemacht werden, wird einer engeren Überwachung unterzogen.

Gruppe der «Grossen» betroffen

Um die Ereignisse genauer aufzuklären, ordnete der Kanton inzwischen auch eine Administrativuntersuchung an. Damit beauftragt wurde ein externer Ermittler, der seine Arbeit bereits begonnen hat. Laut Meyer geht es den Kindern in der Krippe besser. Die aktuelle Direktion habe alle nötigen Massnahmen ergriffen und die Rückmeldungen seien gut.

In der betroffenen Krippe in der Stadt Lausanne werden rund 60 Kinder im Alter zwischen sechs Wochen und fünf Jahren betreut. Die Misshandlungen betrafen laut «20 minutes» die Gruppe der «Grossen», die zwischen 4 und 5 Jahre alt waren. (whr/sda)

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