Gesellschaft & Politik
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This Screen grab from an Islamic State group affiliated Twitter account, taken Sunday, Sept. 20, 2014, purports to show senior military commander Abu Wahib handing a flower to a child while visiting southern Iraq, as part of the group's broad social media campaign. As the Islamic State group battles across Syria and Iraq, pushing back larger armies and ruling over entire cities, it is also waging an increasingly sophisticated media campaign that has rallied disenfranchised youth and outpaced the sluggish efforts of Arab governments to stem its appeal. The U.S. State Department launched a “Think Again Turn Away” campaign on YouTube, Facebook and Twitter, with Arabic and English videos similar in style to those of al-Qaida and the Islamic State group but none have gained the traction of the Islamic State’s videos. (AP Photo, via Twitter)

Aktiv auf sozialen Netzwerken: Terrormiliz Islamischer Staat. Bild: AP/Militant Twitter Account

Leitender Angestellter in Bangalore

Wichtiger IS-Propagandist auf Twitter enttarnt 

Tausende Follower und Millionen Klicks im Monat: Auf Twitter war @ShamiWitness einer der wichtigsten Verbreiter von Propaganda der IS-Terrormiliz, wie ein britischer Sender berichtet. Jetzt haben die Journalisten den Mann hinter dem Account aufgespürt. 



Ein Artikel von

Spiegel Online

Einer der wichtigsten IS-Propagandisten bei Twitter ist einem Bericht des britischen Senders Channel 4 zufolge enttarnt: Hinter dem Account @ShamiWitness verbirgt sich demnach ein in Bangalore lebender Inder. Das ergaben die Recherchen der Nachrichtenredaktion des Senders.

Von CNN International gesucht: der Mann hinter «Shami Witness».

Demnach ist der Mann eines der wichtigsten Verbindungsglieder zwischen Kämpfern des «Islamischen Staat» und Dschihad-Sympathisanten gewesen. Der Twitter-Account mit über 17'700 Followern wurde deaktiviert, nachdem die Journalisten den Inder kontaktiert hatten.

Von Channel 4 gefunden.

Bislang hatte es der Mann geschafft, anonym zu bleiben. Um sein Leben nicht zu gefährden, veröffentlichte der Sender nicht die volle Identität des Mannes sondern lediglich einige Details, unter anderem arbeite er als leitender Angestellter in einem Konzern in Bangalore. Zu Chanel 4 News soll er gesagt haben, dass seine Familie finanziell von ihm abhängig sei, und er sich deshalb nicht dem IS angeschlossen habe. 

This undated photo provided by Kassig Family shows Peter Kassig standing in front of a truck filled with supplies for Syrian refugees. Confronted by terrorists beheading Americans, President Barack Obama has ordered a review of how the United States responds when citizens are taken hostage overseas.  (AP Photo/Courtesy Kassig Family)

«Opfer» des enttarnten Twitterers: Getöteter Peter Kassig. Bild: AP/Kassig Family

Rund zwei Drittel der ausländischen IS-Kämpfer soll @ShamiWitness auf Twitter gefolgt sein, seine Tweets wurden zwei Millionen Mal im Monat angesehen, hiess es in dem Bericht. Wenn Accounts anderer Kämpfer deaktiviert worden waren, veröffentlichte der Mann häufig die neuen Namen und Accounts. Das Video der Exekution des US-Amerikaners Peter Kassig und mehrerer syrischer Geiseln soll er wenige Minuten nach Veröffentlichung mehrmals getweetet haben. 

Der IS steht in dem Ruf, vergleichsweise professionelle Propaganda im Internet zu betreiben. Insbesondere in den sozialen Netzwerken veröffentlichen IS-Kämpfer und Sympathisanten immer wieder Videos und Mitteilungen. Twitter, Facebook und YouTube versuchen nach eigenen Angaben, dagegen vorzugehen, dass ihre Plattformen zum Verbreiten von IS-Propaganda genutzt werden. Immer wieder sperren sie Nutzerkonten und entfernen Accounts. (kad/brk/AP)

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