Gesellschaft & Politik
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Auf Facebook formiert sich breiter Widerstand gegen das von Nancy Holten geforderte Kuhglockenverbot.  screenshot: facebook.com

Glockenstreit

Cyber-Mobbing gegen Fricktaler Glocken-Gegnerin 

Sie will die Kirchen- und Kuhglocken zum Schweigen bringen – und trifft dabei auf energischen Widerstand. Die Gegner von Nancy Holten nehmen kein Blatt vor den Mund. 

Christoph Zehnder / aargauer zeitung



Ein Artikel der

Mit ihrer Forderung nach einem Kuhglockenverbot hat Nancy Holten viele Schweizer auf dem falschen Fuss erwischt. In ihren Kommentaren machen viele Leser ihrem Ärger Luft und schlagen der gebürtigen Holländerin vor, sich doch anderswo niederzulassen, wenn sie die Kuhglocken so sehr stören.  

Der digitale Widerstand manifestiert sich auch in den sozialen Netzwerken. Die Gruppierung «Pro Kuhglocken» auf Facebook zählte am Freitagabend bereits über 12'000 Likes. Hinter «Pro Kuhglocken steckt der Wohlener Lucas Berger. Er warnt die Tierschützerin: «Frau Holten soll sich warm anziehen, denn sie hat wirklich in ein Wespennest gestochen.» 

Der Aufschrei der Empörung über das geforderte Glockenverbot ertönt laut Berger bis weit über die Region hinaus. «Ich erhalte Kommentare aus dem Ausland, sogar aus Holland», hält er fest. Die meisten Kommentarschreiber halten sich dabei aber immerhin an die Regeln des Anstands, auf die der Betreiber auch ausdrücklich hinweist. 

«Auf dem Scheiterhaufen verbrannt» 

Von einer weiteren Facebook-Gruppe mit dem selben Ziel lässt sich das nicht behaupten: Auf der Gemeinschaftsseite «Nancy Out» – eine Anspielung auf Holtens Seite «Kuhglocken "out"» – finden sich derbe Bemerkungen wie «Früher hätte man dieses Luder mit der Mistgabel vertrieben» oder «Solche hat man auf dem Scheiterhaufen als Hexen verbrannt». 

Und was hält Holten von solch emotionalen Ausbrüchen? «Das finde ich unter jeder Würde, ich habe das nicht verdient», sagt sie gegenüber Tele M1. Dass sogar Fotos ihrer Kinder gepostet wurden, gehe zu weit. Diese wurden zwar zwischenzeitlich wieder entfernt, der Frust der Glocken-Befürworter ist aber längst noch nicht verraucht. Die Fricktalerin liess sogar ihre Nummer aus dem Telefonverzeichnis löschen, weil es immer wieder zu Belästigungen kam. 

Nun hofft Nancy Holten, dass der Wirbel um ihre Person bald nachlässt, damit sie sich wieder dem Tierschutz widmen kann. 

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pun 05.01.2015 10:13
    Highlight Highlight da haben wir also unseren "pegida"-bodensatz gefunden.
  • danydee 04.01.2015 23:32
    Highlight Highlight Mich würde mal interessieren wie sich das rechtlich so verhält mit Beleidigungen via Internet... Ist denn da mehr erlaubt als in der realen Welt? Vielleicht weiss da jemand Bescheid, oder noch besser die Profis von watson schreiben mal darüber. Gruss
  • Sigmund Freud 03.01.2015 18:12
    Highlight Highlight Die Erhaltung von Kuh- und Kirchenglocken wird dieses Jahr wahrscheinlich ins SVP Parteiprogramm aufgenommen...
  • stiberium 03.01.2015 17:41
    Highlight Highlight ...
    Benutzer Bild
    • Mia_san_mia 03.01.2015 18:59
      Highlight Highlight Armselige Leute gibt es...
  • Alfons Gschwind 03.01.2015 17:30
    Highlight Highlight Zuallererst ist die Seite "Nancy Out" niveaulos, es herrscht immer noch Meinungsfreiheit. Doch wie man in den Wald ruft...
    Es ging Frau Holten doch von Anfang an um sich selbst. Zuerst der Kampf gegen die Kirchenglocken, da sie nicht schlafen könne. Einige mediale Aufmerksamkeit, dann sofort auch gegen Kuhglocken sein, möglichst in den Medien bleiben. Die Selbstdarstellung als Veganerin und somit "besserer Mensch".
    Da man die gute Frau nach dem Kirchglockenvorschlag jedoch nicht mehr ernst nehmen kann, ist an eine vernünftige Diskussion über die Kuhglocken nicht mehr zu denken. Merci uf Frick
  • phreko 03.01.2015 17:00
    Highlight Highlight Mir gefallen solche Seiten. In deren Mitgliederlisten kann man immer nachschauen, wen man aus seinem Bekanntenkreis entfernen sollte.
    • stiberium 03.01.2015 17:41
      Highlight Highlight Oder um wen man einen grossen Bogen machen sollte..
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