Erdogan: Vorwürfe der Korruption sind «Komplott»
Der Streit um angebliche Korruptionsfälle in der türkischen Regierung spitzt sich zu. Die Opposition in Ankara fordert den Rücktritt von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Anlass sind angebliche Mitschnitte von Telefonaten Erdogans mit seinem Sohn Bilal, die am Montagabend im Internet auftauchten. Die Mitschnitte legen laut Opposition nahe, dass die beiden grosse Geldsummen verschwinden liessen, um sie vor staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in Sicherheit zu bringen.
Die Republikanische Volkspartei (CHP), die grösste Oppositionspartei im Land, warf Erdogan vor, er habe jede Legitimation verloren und müsse zurücktreten. Die Mitschnitte seien echt. Das Ministerpräsidentenamt wies die Vorwürfe zurück. Es handle sich um ein "dreckiges Komplott", teilte Erdogans Büro am Montagabend mit.
Erdogans Regierung steht seit Mitte Dezember wegen Korruptionsvorwürfen unter Druck. Mehrere Söhne früherer Minister sitzen in Untersuchungshaft. Erdogan bezeichnet die Vorwürfe als Machenschaften von Anhängern des islamischen Predigers Fethullah Gülen, denen er vorwirft, sie wollten die Regierung stürzen. (tvr/sda)
