Gesundheit
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Hygiene officials prepare to desinfect an area after the removal of dead bodies, victims of the Marburg virus, at the Uige Provincial Hospital, north  Angola, 15 April 2005. There is no end in sight to the outbreak of the Marburg virus in Angola, a World Health Organisation expert said this week, citing

Desinfektionsteam in der Stadt Uige im Norden Angolas – die bisher schwerste Epidemie des Marburg-Fiebers brach 2005 in Angola aus (Archivbild). Bild: EPA

Ein Toter und Quarantäne in Uganda

Nach Ebola steigt die Angst vor dem Marburg-Virus



In Uganda ist erneut das eng mit Ebola verwandte Marburg-Fieber aufgetaucht. Ein 30-jähriger Mann sei daran gestorben, 80 Kontaktpersonen stünden in Quarantäne unter Beobachtung, teilten die Behörden in Kampala mit.

Bisherige Ausbrüche in Uganda konnten relativ rasch eingedämmt werden. Präsident Yoweri Museveni rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Die Menschen sollten Berührungen vermeiden und mit den Gesundheitshelfern kooperieren.

Der am Marburg-Fieber gestorbene Mann hatte den Behördenangaben zufolge in einem christlichen Missionsspital in Kampala als Röntgenassistent gearbeitet. Zu den unter Quarantäne gestellten Menschen gehören 38 Mitarbeiter dieses Spitals sowie 22 Angestellte einer weiteren Klinik, die im Distrikt Kasese rund 30 Kilometer von der Hauptstadt entfernt ist.

In this undated but recent photo made available Friday, March 25, 2005 by the Italian non-government organization Cuamm Medici con L'Africa  (Doctors with Africa), Italian doctor Maria Bonino, center, assists a baby in the hospital of Uige, a province in north Angola along Congo border.Bonino reportedly died in Luanda of an Ebola-like fever called Marburg. Disease experts struggling to contain the largest recorded outbreak of the Marburg virus said Tuesday  it will take weeks to determine whether a long-term crisis can be averted in Angola, where the disease already has killed at least 194 people. (AP Photo/Doctors with Africa Cuamm/HO) **  **

Die italienische Ärztin Maria Bonino (links) starb 2005 in Angola an den Folgen des Marburg-Virus (Archivbild). Bild: AP MEDICI CON L'AFRICA CUAMM

Sehr oft tödlich

Infektionen mit dem Marburg-Virus sind zwar selten, verlaufen aber nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehr oft tödlich. Zuletzt war die Krankheit 2012 in Uganda ausgebrochen, neun Menschen kamen nach WHO-Angaben ums Leben. 2008 starb eine Niederländerin, die sich in Uganda mit dem Virus infiziert hatte. Den grössten Ausbruch gab es zwischen 2004 und 2005 in Angola mit mehreren Hundert Toten.

Die Krankheit beginnt mit Kopfschmerzen und Unwohlsein. Hohes Fieber, Organversagen und Herz-Kreislauf-Beschwerden sind weitere Symptome. Zwischen dem fünften und siebten Tag kommt es oft zu schweren Blutungen aus Körperöffnungen und in den inneren Organen (hämorrhagisches Fieber).

Es gibt weder einen schützenden Impfstoff noch eine Therapie. Die Todesrate lag bei den bisherigen Ausbrüchen zwischen 24 und 88 Prozent.

Mit Ebola verwandt

Ebola- und Marburg-Virus gehören zu den sogenannten Filoviren. Infektionen mit dem Marburg-Virus haben sich bisher aber nicht so weit ausgebreitet wie Ebola-Epidemien.

Erstmals registriert wurde das Marburg-Virus im Sommer 1967 im Labor eines Pharma-Unternehmens im deutschen Marburg – wodurch es seinen Namen bekam. Der Erreger war mit erkrankten Versuchsaffen aus Uganda nach Deutschland gelangt. Er verbreitete sich von Marburg aus auch nach Frankfurt am Main und Belgrad. Von insgesamt 31 Infizierten starben sieben.

Wahrscheinlich sind afrikanische Flughunde das Wirtstier für das Virus. Forscher hatten die Tiere in Westuganda und Kongo-Brazzaville untersucht und in vier von 283 Nilflughunden Erbgut von Marburg-Viren gefunden. Die Tiere werden von Menschen gejagt und verzehrt. (wst/sda/dpa)

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