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Olivenöl statt Mundwasser – immer mehr Menschen vertrauen auf die indische Heilkunst. Bild: shutterstock

Die Heilmethode des «Ölziehens» klingt eher gewöhnungsbedürftig – erfreut sich aber grosser Beliebtheit

philipp mitter / gesundleben



Ein Artikel von

Bereits in mehr als 2000 Jahre alten Büchern über indische Heilkunst wird die Therapieform des Ölziehens erwähnt. Das Ölziehen soll die unterschiedlichsten Krankheiten – von Zahnproblemen über Migräne bis hin zu Asthma – heilen. Seit einigen Jahren wird das Ölziehen auch in westlichen Ländern bekannter und immer mehr Menschen versuchen, mit dieser Methode den Körper zu entgiften und Krankheiten zu bekämpfen und vorzubeugen. Ein Überblick in 7 Punkten.

Was ist Ölziehen?

Beim Ölziehen werden 1 bis 2 Esslöffel eines Pflanzenöls in den Mund genommen. Nun wird das Öl zwischen den Zähnen hindurch gezogen und der Mund damit gespült. Anfangs ist das Öl noch dickflüssig und zäh, mit der Zeit wird es immer dünner. Auch seine Farbe verändert sich: Ist es anfangs noch durchsichtig und gelblich, so wird das Öl im Laufe des Ziehens milchig und weiss. Das Öl darf nicht geschluckt werden, sondern wird am Ende ausgespuckt.

Wie wurde das Ölziehen bei uns bekannt?

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Der russische Arzt Dr. F. Karach litt viele Jahre an Arthritis, bevor er auf das Ölziehens aufmerksam wurde. Er probierte diese alternative Heilmethode aus und innerhalb von wenigen Tagen soll sie ihn von seinen starken Schmerzen befreit und geheilt haben. Nach diesem Erfolg empfahl er das Ölziehen vielen seiner Patienten und auch diese machten grösstenteils positive Erfahrungen.

1990 stellte Karach das Konzept des Ölziehens auf einem Kongress vor und ab diesem Zeitpunkt verbreitete sich die Methode auch langsam in den westlichen Ländern.

Ölziehen für die Mundhygiene

Das Ölziehen sollte 15 bis 20 Minuten betrieben werden. Das Öl dringt dabei in die Zahnfleischtaschen und in sämtliche Zahnzwischenräume und -lücken und tötet dort vorhandene Bakterien ab. Auch Zahnbeläge werden beim Ölziehen beseitigt und die Kariesanfälligkeit sinkt. Zusätzlich wird das Zahnfleisch durch die Bewegungen des Öls massiert und gekräftigt.

Studien haben bewiesen, dass die Karies verursachenden Bakterien namens Streptococcus Mutans durch das Ölziehen beinahe genauso gut abgetötet werden wie durch Mundspülungen mit Chlorhexidin. Bei der Behandlung mit Chlorhexidin kann es jedoch zu der Bildung von Geschwüren im Mund kommen oder die Bakterien eine Resistenz entwickeln – beim Ölziehen bleiben diese Nebenwirkungen aus.

Auch Mundgeruch kann durch Ölziehen bekämpft werden, wie Wissenschaftler feststellten. Das Öl wirkt nämlich ebenfalls gegen die Bakterien, die den unangenehmen Geruch verursachen.

Entgiftung durch Ölziehen

Beim Ölziehen emulgiert das Öl im Mund und die entstandene Emulsion wirkt säubernd und desinfizierend. Sie tötet jedoch nicht nur die Bakterien ab, die Zähnen und Zahnfleisch schaden, sondern zieht auch Giftstoffe aus der Mundhöhle. Dadurch wird der gesamte Körper entlastet und nicht nur Zahnfleisch und Zähne profitieren von den positiven Auswirkungen, sondern der gesamte Organismus. Hierdurch ist zu erklären, dass das Ölziehen auch auf Krankheiten ausserhalb des Mundbereiches heilend wirkt.

Welche Beschwerden können gelindert werden?

Die Liste der Beschwerden und Krankheiten, die durch das Ölziehen gelindert oder geheilt worden sein sollen, ist lang. Nicht alle Ergebnisse sind wissenschaftlich belegt, aber Dr. Karach berichtete, dass das Ölziehen unter anderem erfolgreich bei Zahnschmerzen, Zahnfleischentzündungen, Bronchitis, Darmerkrankungen, Kreislaufstörungen, Kopfschmerzen, Erkältungen, Schlaflosigkeit, Ekzemen, Neurodermitis und Magenerkrankungen angewandt wurde.

Doch Ölziehen kann nicht nur zur Heilung von Krankheiten, sondern auch als vorbeugende Massnahme eingesetzt werden, da es das Immunsystem stärkt und die Allgemeinbefindlichkeit verbessert.

Welches Öl eignet sich?

Wurde zu anfangs empfohlen, zum Ölziehen Sonnenblumen-, Sesam- oder Kokosöl zu benutzen, so empfehlen viele Heilpraktiker mittlerweile auch Oliven-, Lein- oder Distelöl. Es sollte vor allem darauf geachtet werden, dass es sich bei dem Öl um ein hochwertiges Pflanzenöl handelt. Natürlich ist die Wahl des Öls auch abhängig von eigenen Vorlieben, denn nicht jeder mag zum Beispiel Olivenöl, das ja sehr kräftig im Geschmack ist.

So funktioniert das Ölziehen

Das Ölziehen wird morgens auf nüchternem Magen durchgeführt. Nimm ein bis zwei Esslöffel Öl in den Mund – gerade Anfänger sollten nicht zu viel nehmen, da sich das Öl mit Speichel vermengt und dadurch eine grössere Flüssigkeitsmenge im Mund entsteht.

Halte nun das Öl in Bewegung: Zieh es durch die Zähne, kaue darauf herum und spüle damit den gesamten Mundraum. Achte darauf, kein Öl zu verschlucken, da sich darin schädliche Giftstoffe und Bakterien sammeln. Nach 15 bis 20 Minuten spuckst du das Öl, das sich mittlerweile weiss gefärbt hat, aus und spülst den Mund mit Wasser aus. Putze anschliessend sorgfältig die Zähne.

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