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Die St. Galler Fans feuern ihre Mannschaft an, im Super League Fussballspiel zwischen dem FC St. Gallen und dem FC Basel am Samstag, 4. Oktober 2014 in der AFG Arena in St. Gallen. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Fahnenmeer für den FC St.Gallen. Bild: KEYSTONE

Gehilfe von Pyrozündern?

Fahne geschwenkt: FC-St.Gallen-Ultra vor Gericht

Der Angeklagte habe die Fahne in der Fankurve des FC St.Gallen nur hochgehalten, damit sich die vermummten Pyro-Zünder vor den installierten Kameras verstecken konnten, wirft der Staatsanwalt dem 21-Jährigen vor.  



Das Kantonsgericht St.Gallen hat am Montag den Fall eines jungen Fussballfans beurteilt. Ihm wird vorgeworfen, in der Fankurve eine Fahne gehalten zu haben. Dadurch hätten sich Pyro-Zünder unerkannt ihrer Vermummung entledigen können. 

Der 21-jährige Mann ist Mitglied einer Ultra-Vereinigung, die im Fanblock des FC St.Gallen präsent ist. An einem Match waren Signalfackeln von vermummten Anhängern gezündet worden. Sie hatten sich danach im Schutz der Fahne ihrer Vermummung entledigt und wurden nicht identifiziert.

Der Erste Staatsanwalt des Kantons St.Gallen, Thomas Hansjakob, warf dem 21-jährigen Fussballanhänger am Montag vor Kantonsgericht vor, die Fahne nur hochgehalten zu haben, damit sich die vermummten Pyro-Zünder vor den installierten Kameras verstecken konnten. Das habe perfekt funktioniert und dies sei nur möglich, wenn man die Aktion organisiere.

Er forderte wegen Gehilfenschaft zur Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz oder wegen Begünstigung eine bedingte Geldstrafe von 25 bis 30 Tagessätzen. Die Verteidigerin verlangte hingegen einen Freispruch. Das Kreisgericht St.Gallen hatte den jungen Mann in erster Instanz zu sechs Tagessätzen verurteilt.

Es sei nicht verboten, in der Fankurve Fahnen zu halten, auch wenn dadurch Kameras nicht überall hinzielen könnten, stellte die Verteidigerin fest. Sie bezeichnete die Behandlung des Angeklagten als «absolut unverhältnismässig».

An Stuhl gefesselt

Nach einer frühmorgendlichen Hausdurchsuchung sei der Mann zur Vernehmung vorgeführt worden. Dazu habe er an den Händen gefesselt eine Strasse mit Passanten überqueren müssen. Bei der Befragung sei er mit einer Hand an den Stuhl gefesselt gewesen. Weiter seien von der Staatsanwaltschaft Zivilforderungen geltend gemacht worden, die vom FC St.Gallen gar nicht gestellt worden seien.

Das Kantonsgericht gibt das Urteil am Dienstag bekannt. Im September hatte das gleiche Gericht in einem ähnlichen Fall ein Urteil der Vorinstanz bestätigt: Ein 24-jähriger Mann war zu einer bedingten Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je 100 Franken verurteilt worden, weil er eine Fahne so vor Fussballanhänger gehalten haben soll, dass sie sich dahinter vermummen konnten, um unerkannt Pyros zu zünden. (whr/sda) 

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    Alle Leser-Kommentare
  • jk8 08.12.2014 22:08
    Highlight Highlight elvi - mein Tipp an Sie:
    Stehen Sie mal in die Kurve und dann Bilden Sie sich nochmal eine Meinung von wegen "andere gefährden"
    Pyros sind nicht gefahrlich, wenn man sich nicht gerade blöd anstellt, und ein wenig vorsichtig ist.
    Ausserdrm: Niemand wird hier gefährdet, der sich des (kleinen) Risikos von Pyros nicht bewusst ist, ausserhalb des Fansektors kriegt man ausser ein wenig Rauch nichts mit von Pyros
    • NoraDrenalin 09.12.2014 00:35
      Highlight Highlight Trotzdem ist es verboten. Es ist meiner Meinung nach auch nicht gefährlich, wenn ich nach Mitternacht mit 80 km/h durch ein Dorf rase, aber meine Meinung kümmert niemanden und ich verliere für so einen Verstoss meinen Ausweis. Ganz einfach. Beim Pyro Zünden wird aber leider oftmals nicht derjenige bestraft, der den Verstoss begeht, sondern der Club. Finden Sie das denn fair?
    • elivi 09.12.2014 19:45
      Highlight Highlight pyros sind nicht gefährlich? so in den händen von betrunkenen? das war fast ein lustiger witz .....
  • Androider 08.12.2014 19:20
    Highlight Highlight So ein Bullsh*t! Fahnen gehören zur Fankultur & wenn diese gross sind, verdecken sie nun halt die Pyrozünder. Aber da kann der Fahnenschwinger nix dafür.
  • jk8 08.12.2014 17:02
    Highlight Highlight Unglaublich!
    Werden am Ende auch jene, die im Stadion singen und Stimmung machen vor Gericht landen?
    Krass, wie die Behörden hier die Fankultur und indirekt den Fussball kaputt machen wollen...
    • elivi 08.12.2014 18:37
      Highlight Highlight Fankultur = andere in gefahr bringen und dabei so feige sein sich zu verstecken? Ja das sollte absolit gefördert werden
    • Oberon 08.12.2014 19:53
      Highlight Highlight Ja das ist sicher auch nicht der optimale Weg und ist auch meines Erachtens nahe an Willkür.

      Aber wenn Du mal live miterlebst wie jemandem eine Pyro-Fackel in die Haar fliegt und was dann passiert wirst auch Du eine Null-Toleranz Linie fahren wollen.

      Zusätzlich ist es Strafbar solche Gegenstände in Besitz zu haben und muss bedingungslos verfolgt werden.

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