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Jeden vierten Tag wird ein Journalist getötet

Jeden vierten Tag wird ein Journalist getötet

02.11.2024, 08:2302.11.2024, 08:23

In den vergangenen zwei Jahren ist der Uno-Kulturorganisation Unesco zufolge jeden vierten Tag ein Journalist getötet worden. Mehr als die Hälfte von ihnen kam in einem Land ums Leben, in dem ein bewaffneter Konflikt herrscht, hiess es in einem neuen Bericht.

In anderen Ländern seien sie wegen ihrer Arbeit zu organisierter Kriminalität, Korruption oder bei Berichterstattung über Proteste getötet worden.

Während 2022 besonders viele Medienschaffende in Mexiko umgebracht wurden (19), kamen 2023 in den palästinensischen Gebieten die meisten Journalisten ums Leben (24). Dem Bericht zufolge sind Lateinamerika und die Karibik sowie arabische Länder die Gebiete, in denen am meisten Journalisten getötet wurden.

epa11655229 Ukrainians take part in a ceremony to commemorate late Ukrainian journalist Victoria Roshchyna in Independence Square in downtown Kyiv, Ukraine, 11 October 2024. Russian authorities confir ...
Ukrainerinnen gedenken an verstorbene ukrainische Journalistin Viktoria Roschtschyna. Roshchyna war im August 2023 in den von Russland kontrollierten Gebieten der Ukraine verschwunden. Im Mai 2024 bestätigte Russland zum ersten Mal, dass es sie festgenommen hatte. Nach Angaben von Reporter ohne Grenzen (RWB) starb Roshchyna am 19. September 2024 in russischer Gefangenschaft. Die Umstände ihres Todes werden noch untersuchBild: keystone

Insgesamt verzeichnet die Unesco für die beiden Jahre 162 getötete Journalisten, Medienschaffende und Gestalter von Online-Inhalten – und damit deutlich mehr als die 117 Tötungen in den Jahren 2020 und 2021. Die meisten Medienschaffenden starben demnach in ihrem Heimatland.

«In der Mehrzahl der Fälle wird niemand jemals für diese Tötungen zur Verantwortung gezogen», kritisierte Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay. 85 Prozent der seit 2006 bekannten Tötungen von Journalisten seien noch immer nicht aufgeklärt. Azoulay rief Länder dazu auf, mehr dafür zu tun, dass die Taten nicht unbestraft blieben. (cst/sda/dpa)

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