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ARCHIV - ZUM 50. JAHRESTAG DES ERSTFLUGS DER CONCORDE AM 2. MAERZ 1969, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - An Air France Concorde takes off from the Charles de Gaulle airport at Roissy, north of Paris, Tuesday, Sept. 4, 2001, at the beginning of a new round of training flights to prepare pilots and flight instructors for the aircraft's likely return to commercial use. The Concorde fleet was grounded after an Air France Concorde crashed outside Paris in July 2000, killing 113 people. (KEYSTONE/AP Photo/Laurent Rebours)

Optisch war der Deltaflügler eine Schönheit, technisch – mit 700 Kilonewton Schub (280000 PS) aus vier Triebwerken – ein Biest. Bild: AP

50 Jahre Concorde: Die Schöne war ein Biest

Die steile Karriere des Überschall-Fliegers Concorde, die am 2. März 1969 startet, endete in einer Tragödie. Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde bei Gonesse in ein Hotel – mehr als hundert Tote waren zu beklagen.

Christian Satorius / ch media



Am 14. Oktober 1947 fiel die Mauer zum allerersten Mal: An dem Tag gelang es dem US-amerikanischen Piloten Chuck Yeager mit seiner Bell X-1 als erstem Menschen, die Schallmauer zu durchbrechen. Das leitete eine Ära ein, das Zeitalter des bemannten Überschallfluges begann.

Nicht nur die Militärs interessierten sich für die neue Art der schnellen Fortbewegung, auch der zivile Passagierflug sollte künftig in den Überschallbereich abheben. Das war zumindest der Wunsch vieler Fluggesellschaften und natürlich auch der Traum von Ingenieuren und Reisenden.

ARCHIV - ZUM 50. JAHRESTAG DES ERSTFLUGS DER CONCORDE AM 2. MAERZ 1969, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - An Air France Concorde supersonic plane takes off with fire trailing from its engine on the left wing from Charles de Gaulle airport in Paris on July 25, 2000. The plane crashed shortly after take-off, killing all the 109 people aboard and four others on the ground. A Japanese businessman took this photo from inside another plane while he was on a business trip and offered it to a Japanese newspaper after returning home early August. (KEYSTONE/AP Photo/Toshihiko Sato)

Die Concorde fängt am 25. Juli 2000 am Pariser Flughafen Feuer, 109 Menschen sterben. Bild: AP

Kein Wunder also, dass in den 1950er- und 1960er-Jahren ein Wettlauf um das erste Passagierflugzeug entbrannte, das schneller als der Schall fliegen konnte. In Amerika tüftelte Boeing an der «Boeing 2707», Lockheed schraubte an der L-2000 und North American Aviation entwarf die NAC-60. Den Briten und den Franzosen liefen die Entwicklungskosten bald aus dem Ruder, und so einigte man sich darauf, ein gemeinsames Projekt zu verfolgen: die Concorde. Der Name Concord(e) bedeutet in beiden Sprachen so viel wie Einigkeit, Eintracht.

Bis heute Rekordhalterin

Den Wettlauf gewannen schliesslich die Russen mit einem Prototyp der Tupolew Tu-144, die sich im Jahr 1968 als erstes Überschallpassagierflugzeug der Welt in die Lüfte schwang. Da die Tupolew Tu-144 der Concorde zum Verwechseln ähnlich sah und so manch einer vermutete, dass das kein Zufall sein konnte, wurde der russische Überschallflieger im Westen bald auch als «Concordski» bekannt.

Am 2. März des Jahres 1969 war es dann aber endlich so weit, auch die Concorde konnte zu ihrem Erstflug aufbrechen. Die Höchstgeschwindigkeit war auf etwas mehr als die zweifache Schallgeschwindigkeit begrenzt, weil die Aluminiumlegierung der Konstruktion sich beim Überschallflug auf über 100 Grad Celsius erhitzt und die kritische Schmelzmarke von 127 Grad Celsius so unterschritten werden konnte.

Die Concorde hält bis heute einen wichtigen Rekord: 1995 umrundete sie die Welt in 31 Stunden 27 Minuten 49 Sekunden, einschliesslich sechs Zwischenstopps. Der Flug von damals gilt als der schnellste Passagierflug um die Welt. Bei einem derartigen Wundervogel schien es sicher zu sein, dass sich die Hersteller vor Bestellungen der Fluggesellschaften kaum retten können werden.

20 Flugzeuge gebaut

ARCHIV - ZUM 50. JAHRESTAG DES ERSTFLUGS DER CONCORDE AM 2. MAERZ 1969, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - Sechs Concordes auf dem Londoner Flughafen Heathrow, undatierte Aufnahme. Am 2. Maerz 1969 gelang es einem Prototypen der Concorde, rund sieben Jahre nachdem die Briten und Franzosen ein Abkommen zum Bau dieses Supervogels unterzeichnet hatten. Bis zum ersten kommerziellen Flug liess danach noch bis zum 21. Januar 1976 auf sich warten. (KEYSTONE/AP-PHOTO/Str)

Sechs Concordes am Londoner Flughafen Heathrow. Bild: AP

Doch es sollte anders kommen, denn der Concorde flogen von Anfang an die Kosten um die Ohren. Und nicht nur das. Mehrere Länder, darunter die USA, verboten der Concorde wegen des höllischen Lärms die Landung beziehungsweise den Überschallflug in ihrem Luftraum. Das bedeutete nicht nur für sämtliche US-amerikanischen Konkurrenzprodukte das Aus, sondern liess auch die Concorde-Verkäufe ins Bodenlose abstürzen.

Eine Fluggesellschaft nach der anderen stornierte ihre Bestellungen, übrig blieben nur noch die Initiatoren des Projekts. Insgesamt wurden nur 20 Flugzeuge gebaut. Zwar hoben die USA ihr Verbot 1976 zumindest für die bis dato gebauten Concorde wieder auf, dafür gab es inzwischen ein neues Problem: die Ölkrise. Immerhin genehmigten sich die vier Triebwerke 22 000 Liter und mehr pro Stunde Flug.

Es sollte sogar noch schlimmer kommen: Am 25. Juli 2000 stürzte eine Concorde bei Gonesse in ein Hotel, mehr als hundert Tote waren zu beklagen. Viele Fluggäste verloren das Vertrauen in den einstigen Überflieger – 2003 erhob er sich zum letzen Mal in die Lüfte.

Damit ist die Geschichte des Überschallpassagierflugs aber sicher noch nicht zu Ende. In naher Zukunft wollen mehrere Unternehmen wieder Flieger mit doppelter Schallgeschwindigkeit in die Luft bringen, und es gibt sogar Bestrebungen, die alte Concorde auszumotten. Die Schallmauer dürfte dabei das geringste Hindernis sein. (aargauerzeitung.ch)

Prototyp für neues Überschallverkehrsflugzeug

Flugzeug oder Wal?

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • sonwat 03.03.2019 18:11
    Highlight Highlight Funfact:
    Nicht die Unfälle und daraus mangelndes Vertrauen führten zum Concorde-Grounding, sondern schlicht und einfach die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und daraus gestellten Anforderungen der Airlines dieser Zeit. Man brauchte nicht schnelle, teure Luftfahrzeuge, sondern vielmehr grosse, was den Markt für Überschallflugzeuge endgültig zusammenbrechen liess.
  • Rasti 03.03.2019 13:06
    Highlight Highlight Funfact: die Concorde und die TU 144 hatten einen Autopiloten, den man so einstellen konnte, dass er die Geschwindigkeit so hält das die Temperatur der Aussenhaut konstant gleich blieb.

    Und weil die Tanks der Concorde immer Lehrer wurden während des Fluges stieg sie auch immer höher während der Fluges.
    • Joe Smith 03.03.2019 13:48
      Highlight Highlight Funfact: Auch bei heutigen ganz normalen Langstreckenflügen steigt das Flugzeug im Verlauf des Fluges bei leerer werdenden Tanks immer höher.
    • qolume 03.03.2019 18:00
      Highlight Highlight @Joe Smith: Das ist Unsinn. Der FMC berechnet die optimale Flughöhe nach Gewicht, Luftdruck, Temperatur etc. Flughöhenänderungen werden durch ATC bewilligt. Man darf nicht einfach steigen, sonst wäre die vertikale Staffelung (normalerweise 1000ft) nicht mehr gegeben.
    • Joe Smith 04.03.2019 00:13
      Highlight Highlight @Quolme: Alles korrekt. Widerspricht aber nicht im Geringsten dem, was ich geschrieben habe. Und war übrigens auch schon bei der Concorde so.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gogl Vogl 03.03.2019 11:39
    Highlight Highlight Wäre trotzdem gerne mal in einer mitgeflogen. Das Flugzeug war einfach episch!
  • AnDerWand 03.03.2019 10:15
    Highlight Highlight In dem Technikmuseum Sinsheim und Speyer sind die Concorde und Tupolew nebeneinander ausgestellt.
    Benutzer Bild
  • Der müde Joe 03.03.2019 09:36
    Highlight Highlight Mehrere Länder, darunter die USA, verboten der Concorde wegen des höllischen Lärms die Landung...
    ...jaja, ausgerechnet den Amis soll etwas zu laut sein!😂
  • Ruedi56 03.03.2019 09:23
    Highlight Highlight Der Absturz (Brand) war kein Defekt. Man fand heraus, dass ein Metallteilen, welches auf der Piste lag durch ein Rad der Concorde wohl aufgeschleudert wurde und den Treibstofftank leck schlug. Wodurch sich der Teribstoff entzündete.
    • TheOnlyZeus 03.03.2019 17:29
      Highlight Highlight Es kamen aber schon noch einige spezifische Sachen der Concorde dazu. Ich meinte, dass normalerweise der Tank versetzt zu den Reifen angeordnet ist. Bei der Concorde war er auf der "selben Linie" wie die Reifen, wodurch es erst zur Explosion kommen konnte.
      Auch lässt sich bei der Concorde nachdem sie eine gewisse Geschwindigkeit erreicht hat nicht mehr viel ausrichten. Sie wurde danach auch modifiziert, aber dadurch unwirtschaftlicher. Mehr Infos findet man per Google, aber wären auch im Artikel noch nett gewesen.
  • Juliet Bravo 03.03.2019 03:49
    Highlight Highlight Ich kann das von einigen vorangetriebene Revival des Überschallflugs nicht ganz nachvollziehen.
    • Rasti 03.03.2019 12:46
      Highlight Highlight Der Lärm ist heute nicht so schlimm, die werden nicht lauter als ein normaler Passagierjet sein, denn sie haben heute auch Turbofan Triebwerke- so zumindest das Ziel.
  • Strongman 03.03.2019 01:58
    Highlight Highlight Live Aid Konzert 13.7.85: Unvergessen auch dass ein paar Musiker nach ihrem London Auftritt noch schnell mit der Concorde nach USA flogen und dort nochmals auftraten. Darunter Phil Collins und glaub auch Sting. Hatte übrigens das ganze SRF auf 5 VHS Casetten aufgenommen , es hiess ja es würde nie mehr was irgendwo wiederholt werden dürfen. Mittlerweile gibts ja gute Ausschnitte davon auf YouTube . Besonders gut gefällt mir der Auftritt von Led Zeppelin .
    • qolume 03.03.2019 18:03
      Highlight Highlight Nicht "ein paar" nur Phil Collins...
  • B-Arche 03.03.2019 00:56
    Highlight Highlight Ich erinnere mich noch gut daran wie damals bei Roissy (Aéroport Paris Charles de Gaulle) in der Stadt viele Autoalarmanlagen angingen wenn die Nachbrenner der Concorde eingeschaltet wurden und die Concorde danach über den Ort flog.
    Zu gross die Vibrationen alleine durch den Schalldruck.
  • Joe Smith 02.03.2019 23:49
    Highlight Highlight Die einen sorgen sich um Klimaziele und die anderen arbeiten an neuen Überschallflugzeugen.

    Die Concorde war zu ihrer Zeit eine technische Meisterleistung, aber heute ist sie genau so aus der Zeit gefallen wie die amerikanischen 8-Liter-V8-Strassenkreuzer der 1960er-Jahre oder die in den 1950er-Jahren angedachten Kleinst-Atomkraftwerke zur Hausheizung. Übrigens habe ich mal die Landung einer Concorde live gesehen oder besser gesagt vor allem gehört – sie war wirklich unvorstellbar laut, auch gemessen an den Massstäben jener Zeit.
  • Laborchef Dr. Klenk 02.03.2019 23:36
    Highlight Highlight Ich wartete durch puren Zufall und Verspätung meines Fluges in London beim Gate neben dem letztem Concorde-Flug ab Heathrow. Ich sah so meine erste Concorde bei ihrem letzten Linienflug starten. Ich werde diese Silhouette nie vergessen.
    • Baba 03.03.2019 08:33
      Highlight Highlight Sie war einfach wunderschön. Für mich persönlich das schönste, serienmässig je gebaute Passagierflugzeug.

    • Gogl Vogl 03.03.2019 11:40
      Highlight Highlight In der Tat!
    • dmark 03.03.2019 12:24
      Highlight Highlight Wer sie denn mal live sehen und besichtigen möchte...
      https://sinsheim.technik-museum.de/de/
      Dort steht auch die Tupolev TU-144:
      https://sinsheim.technik-museum.de/de/tupolev-tu-144
      Beide sind dort aufgestellt und über eine Treppe zu besteigen.
      In D bei Basel die A5 hoch und am Walldorfer Kreuz auf die A6 abbiegen, von Zürich auch über Schaffhausen die A81, Heilbronn auf A6 oder eben mit dem Zug, was allerdings länger dauert, weil Sinsheim, ab MA/HD nur mit einer "Bimmelbahn" zu erreichen ist.
  • The Destiny // Team Telegram 02.03.2019 23:29
    Highlight Highlight Was ist mit der russischen Konkurrenz passiert?
    • Rasti 03.03.2019 12:57
      Highlight Highlight Flog ein Paar Monate mit Passagieren, dann merkte Aeroflot das es nicht rentabel ist. Dann wurde sie im Frachtverkehr für Einsendungen eingesetzt wo es dann einmal einen Triebwerksausfall gab. Sie flog dann noch ein Paar Jahre im Frachtverkehr eingesetzt und dann ausser Dienst gestellt weil sich auch das nicht rentierte. Seit damals wurde sie nur noch für Forschungsflüge eingesetzt, einige sind deswegen noch flugfähig. Aus ihr wurde dann die TU 160 entwickelt.
    • Third_Lanark 03.03.2019 14:28
      Highlight Highlight Aufgrund eines schwerwiegendden Zwischenfalls einer Testmaschine wurde der Betrieb nach nur 55 Flügen mit Passagieren Ende der 70er Jahre aus Sicherheitsgründen eingestellt. Ein Ticket kostete damals übrigens etwa die Hälfte eines durchschnittlichen sowjetischen Monatslohns... Quelle Wikipedia
  • Pinhead 02.03.2019 22:29
    Highlight Highlight Wie lange dauerte ein Flug mit der Concorde von Paris nach New York? Was kostete so ein Ticket? Fotos vom Innenraum? Solche Infos wären spannend gewesen.
    • Saperlot 02.03.2019 22:48
      Highlight Highlight Ich glaube das waren so um die 3 Stunden.
    • _stefan 02.03.2019 22:57
      Highlight Highlight - 3-3,5 Stunden.
      - rund 6300 € (Einwegticket, Champagner kostenlos!)

      Folgendes Video fand ich sehr interessant (inkl. Erklärungen zu Start, Fluggeschwindigkeit, etc. des Piloten):
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    • pamayer 03.03.2019 00:46
      Highlight Highlight Champagner!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Santa 02.03.2019 22:20
    Highlight Highlight Die Bild vom Triebwerksbrand in Paris ist falsch. Ihr habt das Datum des Erstfluges hingeschrieben.

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