International
Afrika

Uganda: Präsident lässt Gesetz gegen Homosexuelle überarbeiten

Ugandas Präsident lässt umstrittenes Gesetz gegen Homosexuelle überarbeiten

20.04.2023, 21:2020.04.2023, 22:36

In Uganda werden Pläne für ein Gesetz, wonach bei homosexuellen Handlungen die Todesstrafe droht, nach heftiger internationaler Kritik nochmals überarbeitet. Präsident Yoweri Museveni kündigte am Donnerstag an, das vom Parlament bereits verabschiedete Gesetz erst nach Änderungen zu unterzeichnen. Der Kern soll jedoch offensichtlich nicht verändert werden.

Activists hold placards during their picket against Uganda's anti-homosexuality bill at the Ugandan High Commission in Pretoria, South Africa, Tuesday, April 4, 2023. Uganda's legislature la ...
Aktivisten in Uganda bei den Protesten gegen das neue GesetzBild: keystone

Die Generalstaatsanwältin habe Bedenken geäussert, dass das Gesetz rechtlich angreifbar sein könnte, erklärte Musevei am Abend in der Hauptstadt Kampala. Homosexuelle, die sich freiwillig in ärztliche Behandlung begäben, dürften nicht kriminalisiert werden. Die Regierungspartei NRM (National Resistance Movement) kündigte an, den Text nach Beratungen mit dem Präsidenten zu «verbessern». Offen blieb, welche Passagen genau geändert werden sollen und wann das Gesetz nun in Kraft treten soll.

Das Parlament des ostafrikanischen Landes hatte das «Anti-LGBT-Gesetz» am 21. März verabschiedet. Museveni hätte es innerhalb eines Monats unterzeichnen müssen. LGBT ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender. Oft werden auch die Varianten LGBTQ, LGBTQI oder LGBTQIA+ verwendet. Jeder Buchstabe steht für die eigene Geschlechtsidentität oder die sexuelle Orientierung. International gab es an dem Vorhaben viel Kritik. Die USA drohten Uganda mit wirtschaftlichen Auswirkungen, sollte das Gesetz in Kraft treten.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Versuche verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, schärfere Gesetze gegen homosexuelle Menschen in Uganda einzuführen. Diese scheiterten zumeist an einem Veto des Präsidenten oder wurden vom obersten Gerichtshof aufgehoben. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
1 Kommentar
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1
Die Regeln haben sich geändert: So kannst du am ESC für deine Favoriten stimmen
ESC-Präsident Martin Green gab im November bekannt, dass sich die Regeln für das Voting am Eurovision Song Contest 2026 in Wien ändern werden. Hier findest du alles, was du dazu wissen willst.
Beim Eurovision Song Contest in Basel gab es im letzten Jahr viel Kritik. Ein Grossteil davon drehte sich um die Beeinflussung durch die israelische Regierung, etwa mit Werbespots und Voting-Aufrufen. Nun reagieren die Veranstalterinnen und Veranstalter des Musikfests und ändern ihr Regelwerk.
Zur Story