International
Afrika

350'000 Menschen in Äthiopien laut UNO akut vom Hungertod bedroht

350'000 Menschen in Äthiopien laut UNO akut vom Hungertod bedroht

10.06.2021, 16:1510.06.2021, 16:26
Mehr «International»
FILE - In this Saturday, May 8, 2021, file photo, a woman waits to receive foodstuffs such as wheat, yellow split peas and vegetable oil at a food distribution operated by the Relief Society of Tigray ...
Hungersnot in Äthiopien. Bild: keystone

Angesichts Hunderttausender vom Hungertod bedrohter Menschen in Äthiopien haben mehrere UN-Agenturen Alarm geschlagen.

Einem jüngsten Bericht der Vereinten Nationen zufolge leben mehr als 350'000 Menschen in der nördlichen Region Tigray in «katastrophalen Zuständen» – die höchste Stufe (5) einer internen Kategorisierung zur Nahrungsmittel-Unsicherheit. Dies sei die grösste Zahl an Betroffenen in einem einzelnen Land seit einem Jahrzehnt, teilten die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, das Welternährungsprogramm und das Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag mit.

Zudem befinden sich demnach zwei Millionen Menschen in der Notfallstufe 4 «und könnten ohne dringende Massnahmen schnell den Hungertod sterben». Die UN-Agenturen machten klar, dass sie bereit stünden, um den Hunger in Äthiopien zu bekämpfen und die humanitäre Hilfe aufzustocken – allerdings müsse dafür der Zugang ins umkämpfte Tigray gewährleistet sein.

Die amerikanische UN-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield sagte am Donnerstag in New York: «In bestimmten Gebieten ist eine Hungersnot möglicherweise schon im Gange, die das Leben von Hunderttausenden bedroht. Es ist unanständig.»

Hintergrund ist ein Konflikt, der im November eskaliert war. Die äthiopische Regierung hatte eine Militäroffensive gegen die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung. Die Kämpfe im Norden Äthiopiens verwandelten sich bald in einen komplexen Konflikt, in den auch das Nachbarland Eritrea verwickelt ist. Der andauernde Konflikt hat bereits Hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben und grosse Zerstörung angerichtet. (aeg/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Zahlen und Fakten zum Hunger
1 / 12
Zahlen und Fakten zum Hunger
Ein Drittel aller weltweit produzierten Nahrungsmittel wird nicht verzehrt; viel landet in der Energieproduktion oder in wohlhabenden Ländern auf dem Müll.
quelle: x02850 / jorge dan lopez
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Seit dem Ausbruch des Krieges weiss ich nicht, wo meine Familie ist»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Diese Frau hat Assange alle Leaks zugespielt – und ist seit Jahren auf freiem Fuss
Gestern entschied der Londoner High Court, dass Wikileaks-Gründer Julian Assange gegen die drohende Auslieferung an die USA Berufung einlegen darf. Während er weiterkämpft, befindet sich Whistleblowerin Chelsea Manning bereits seit 2017 auf freiem Fuss. Dies, obwohl sie diejenige war, die der Plattform alle klassifizierten Daten zugespielt hatte.

Es war ein 39-minütiges Video – bekannt geworden als «collateral murder» –, das die USA in eine Krise stürzte. Es zeigt zwei amerikanische Helikopter, die auf eine Gruppe irakischer Männer schiesst. Was die amerikanischen Soldaten als Waffen identifizierten, waren unter anderem die Kameras von zwei Pressejournalisten. Die Gruppe ging zu Boden. Als wenige Minuten später ein Kleinbus erscheint und versucht, die Verletzten und Toten zu bergen, eröffnen die Amerikaner das Feuer erneut.

Zur Story