Von 1.21 bis 2.40 Franken pro Liter: Warum die Preise pro Tankstelle so stark variieren
Der Krieg im Nahen Osten hat starke Auswirkungen auf den Benzin- und Dieselpreis, auch in der Schweiz. Eine Auswertung des Preisradars des Touring Clubs Schweiz (TCS) zeigt: Neun von zehn Schweizer Tankstellen haben ihre Preise bereits erhöht. Steigen die Spritkosten, begeben sich viele Autofahrerinnen und Autofahrer auf die Suche nach den günstigsten Tankstellen in der Region.
Eine interaktive Karte von TCS zeigt, wo aktuell am billigsten getankt werden kann, dabei ist die Preisspanne enorm. Zwischen 1.21 Franken pro Liter Bleifrei 95 in der zollfreien Zone in Samnaun im Kanton Graubünden und 2.40 Franken in der Stadt Zürich ist alles dabei. Doch weshalb schwanken die Preise lokal so stark und ab wann lohnt es sich überhaupt, dem günstigen Sprit hinterherzufahren?
Darum kommt es zu massiven Preisunterschieden
Grundsätzlich setzt sich der Diesel- und Benzinpreis aus den anfallenden Transport- und Lagerkosten, den staatlichen Steuern darauf sowie dem Preis des Rohstoffs an der Börse in Rotterdam zusammen. Die globale Sicherheitslage hat starken Einfluss auf die Börse sowie die Transportkosten.
Dass innerhalb der Schweiz das Angebot jedoch so stark variiert, erklärt sich dadurch, dass es keinen festen Benzinpreis gibt. Somit können die Tankstellen im Sinne des freien Marktes ihre Preise selbst festsetzen und ihre Margen bestimmen. Kleinere, unabhängige Tankstellen sind meist günstiger, da diese den Sprit direkt bei den Anbietern beziehen und nicht über Zwischenhändler einkaufen müssen, wie ein Tankstellenbetreiber gegenüber dem SRF erklärt.
TCS rät von Tanktourismus ab
Doch lohnt es sich überhaupt, für günstigere Benzinpreise einen Umweg in Kauf zu nehmen? Der TCS verweist bei dieser Frage auf eine einfache Regel, die Drei-Fünf-Regel. Diese besagt, dass sich ein Umweg von fünf Kilometern nur lohnt, wenn die Ersparnis bei einer Tankfüllung von 50 Litern mehr als fünf Rappen pro Liter beträgt. Ist dies nicht der Fall, rechnet sich der Zeitaufwand kombiniert mit dem Spritverbrauch für die Anfahrt nicht.
Der Schweizer Automobilclub rät von zusätzlichen Umwegen, um günstig zu tanken, ab. Stattdessen sei es sinnvoll, die Preise zu beobachten und das Tanken an preislich attraktiven Orten mit Fahrten zu verbinden, welche man ohnehin zurücklegen müsse. (jul)
