International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Tunesiens Ex-Langzeitherrscher Ben Ali ist tot



FILE - In this Nov.7, 2007 file photo, Tunisian President Zine EL Abidine Ben Ali waves to supporters in Rades, outside Tunis, before celebrations marking the 20th anniversary of Ben Ali's presidency. Tunisia's autocratic ruler Zine El Abidine Ben Ali, toppled in 2011, died in exile in Saudi Arabia. (AP Photo/Hassene Dridi, File)
Ben Ali,Zine EL Abidine Ben Ali

Ben Ali Bild: AP

Tunesiens Ex-Machthaber Zine El Abidine Ben Ali, der erste im Arabischen Frühling vom Volk aus der Amt gejagte Machthaber, ist tot. Wie das Aussenministerium in Tunis mitteilte, starb Ben Ali am Donnerstag im Exil in Saudi-Arabien. Er wurde 83 Jahre alt.

«Wir haben seit 30 Minuten eine Bestätigung seines Todes», sagte ein Sprecher des Aussenministeriums am Donnerstagabend. Seine Angaben wurden von Ben Alis Anwalt bestätigt, der sich auf die Ärzte und die Familie des Ex-Präsidenten bezog.

Ben Ali stand 23 Jahre lang an der Spitze des nordafrikanischen Staates. Bei seinem Machtantritt 1987 galt der Karrieresoldat als Hoffnungsträger. In den ersten Jahren seiner Amtszeit trieb er die Modernisierung Tunesiens voran, er schuf ein Sozialversicherungssystem und bekämpfte die Armut, setzte Bourguibas Politik zur Emanzipation der Frauen und der Förderung des Bildungswesens fort.

Dutzende Millionen Franken in Schweiz blockiert

Nach dem Ausbruch der Revolution im Jahr 2011 hat die Schweiz rund 60 Millionen Franken blockiert, die dem Clan um den verstorbenen tunesischen Ex-Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali zugerechnet werden. Nur ein kleiner Teil des Geldes ist seither nach Tunesien zurückgeflossen.

Wie Aussenminister Ignazio Cassis im vergangenen Februar anlässlich des Besuches seines tunesischen Amtskollegen Khemaies Jhinaoui in Bern erklärte, hat die Schweiz 2016 eine Viertel Millionen Franken und 2017 rund 3,5 Millionen Franken nach Tunesien zurücküberwiesen. Die restlichen Gelder bleiben bis mindestens im Januar 2020 blockiert. Die Sperrung der Gelder wurde schon mehrfach verlängert.

Für die Rückerstattung grösserer Summen müssen die juristischen Prozesse in Tunesien zuerst Fortschritte machen. Es braucht gemäss Cassis zuerst klare Urteile, die die illegale Herkunft der Vermögen eindeutig belegen. Der Aussenminister hofft auf einen positiven Ausgang der Sache bis spätestens 2021.

Flucht nach Saudi-Arabien

Je länger Ben Ali an der Macht war, desto autoritärer und rücksichtsloser griff er durch. Es war kein Zufall, dass die Proteste in der arabischen Welt, die als Arabischer Frühling bekannt wurden, im Dezember 2010 mit der Selbstanzündung eines Arbeitslosen in Tunesien ihren Anfang nahmen. Nach einem mehrwöchigen Volksaufstand floh Ben Ali ins Exil nach Saudi-Arabien, wo er nun starb. Er hinterlässt sechs Kinder.

In seinem Heimatland wurde Ben Ali 2012 in Abwesenheit wegen des Todes von Demonstranten während der Revolte gegen ihn zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Arabische Frühling führte auch zum Sturz des damaligen ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi. Tunesien nimmt aber für sich in Anspruch, als einziges Land des Arabischen Frühlings eine funktionierende Demokratie zu sein.

Politisch aufgeladene Situation

Die Nachricht vom Tod von Ben Ali erreicht Tunesien jedoch in einer politisch aufgeladenen Situation: Erst am Sonntag hatte die erste Runde der Präsidentschaftswahl stattgefunden, bei der ein Nachfolger für den verstorbenen Amtsinhaber Béji Caïd Essebsi gesucht wurde, der seinerseits 2011 nach dem Sturz von Ben Ali als erster demokratisch gewählter Präsident an die Spitze des Staates gerückt war.

Die erste Runde der Präsidentenwahl endete mit einer herben Schlappe für die derzeit herrschende politische Klasse: Mit dem Jura-Professor Kaïs Saïed und dem inhaftierten Medienmogul Nabil Karoui zogen zwei Kandidaten in die Stichwahl ein, die bewusst Wahlkampf gegen die Politiker des Landes gemacht hatten.

Die Stichwahl soll parallel zur Parlamentswahl am 6. Oktober oder eine Woche später abgehalten werden. Bei der Parlamentswahl droht der tunesischen Führung eine weitere Schlappe. (sda/afp)

Die ältesten Staatsoberhäupter der Welt

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Mujinga Kambundji spannt auf Mauritius aus

Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

216
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

25
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

91
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

65
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Mujinga Kambundji spannt auf Mauritius aus

321
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

8
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

81
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

22
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

119
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

357
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

141
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Noch einmal: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

216
Link zum Artikel

Stell dir vor, das Bundesliga-Topspiel steht an und es spielen mehr Schweizer als Deutsche

25
Link zum Artikel

Trumps rechte Hand bestätigt aus Versehen, was nie passiert sein soll

91
Link zum Artikel

Diese 13 Bücher machen dich schlau(er)

65
Link zum Artikel

Sportlerpics auf Social Media: Mujinga Kambundji spannt auf Mauritius aus

321
Link zum Artikel

Wie Erdogan innenpolitisch vom Krieg profitiert

8
Link zum Artikel

Wir haben den Wahlplakaten das Sprechen beigebracht – es war wohl ein Fehler 🤣

28
Link zum Artikel

Grüne hinter der CVP: Die «ultimative» Wahlprognose von Claude Longchamp

81
Link zum Artikel

Die Wildlife Photographer of the Year Awards wurden vergeben – die Bilder sind DER HAMMER

41
Link zum Artikel

Armer Kanye! Seine Kim ist zu sexy für ihn und seine Seele, er will das alles nicht mehr

45
Link zum Artikel

Vergewaltigt, gebrochen, erneut vergewaltigt. Harvey Weinsteins sadistisches System

99
Link zum Artikel

Hyvä Suomi! Finnlands Fussballer stehen vor dem ersten Turnier ihrer Geschichte

22
Link zum Artikel

Armuts-Studien: Der Wirtschafts-Nobelpreis geht an ein Trio

17
Link zum Artikel

Poulet sollte man waschen? Kaffee ist ungesund? 11 Food-Mythen im Faktencheck

119
Link zum Artikel

Die 21 Ladys für den Bachelor sind da: Eine von ihnen muss er nehmen ...

79
Link zum Artikel

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

119
Link zum Artikel

«Dort wo ich wohne, braucht man ein Auto» – so denken Erstwähler über Politik

150
Link zum Artikel

Den Grün-Parteien könnte es ergehen wie der SVP vor vier Jahren

130
Link zum Artikel

Wohin steuert der Kapitalismus?

103
Link zum Artikel

Die neue Bedrohung – wer sind die Incels und woher kommen sie?

357
Link zum Artikel

Elizabeth Warren landet nächsten Treffer gegen Zuckerberg – mit genialem Facebook-Post

61
Link zum Artikel

Die chinesische Hype-Firma Xiaomi kommt in die Schweiz – 7 Dinge, die du wissen musst

144
Link zum Artikel

Jetzt kommt die E-ID – und darum laufen Netz-Aktivisten dagegen Sturm

141
Link zum Artikel

Der Impeachment-Krieg ist da – so stehen Trumps Chancen

67
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

#ParadisePapers: Wie Glencore Kongos Regierung in 17 Tagen in die Knie zwang

Der Schweizer Rohstoffriese setzte auf einen umstrittenen Geschäftsmann, um den Preis für Schürfrechte im Kongo zu drücken. 

Kupfer und Kobalt aus dem Kongo stecken in Millionen Smartphones. Die Metalle gelten als Grundlage der anstehenden Elektromobil-Revolution. Hat der Schweizer Rohstoffriese Glencore seine Schürfrechte im Kongo nur dank indirekter Bestechung verlängern können? 

2008 hatte der kongolesische Staat  beschlossen, alle Verträge mit privaten Minenunternehmen neu zu verhandeln, auch jene mit der künftigen Glencore-Miene von Katanga. Die Firma aus Zug hatte bereits über 150 Millionen in die …

Artikel lesen
Link zum Artikel