«Keine 10-Millionen-Schweiz!»: Nein-Lager legt deutlich zu
Die Stimmung scheint definitiv zu kippen.
Auch in der neuesten Umfrage zu den Abstimmungen vom 14. Juni über die «Keine 10-Millionen-Schweiz!»-Initiative der SVP zeichnet sich ein Nein ab. Das zeigen die am Dienstagabend veröffentlichten Zahlen des Markt- und Meinungsforschungsinstitut «YouGov »Schweiz.
Bei der Abstimmung über das Zivildienstgesetz ist das Nein-Lager in der letzten Woche ebenfalls gewachsen.
Nein-Trend bestätigt
55 Prozent der Stimmberechtigten würden derzeit gegen eine Deckelung der Schweizer Bevölkerungszahl stimmen. Das ist ein Plus von 4 Prozentpunkten seit der letzten Erhebung am 27. Mai. Der Ja-Anteil ist auf 38 Prozent gesunken (-5 Punkte).
Auf Kantonsebene würde die Initiative nur in Obwalden eine klare Mehrheit erreichen. In der Westschweiz und im urbanen Raum hingegen liegt der Ja-Anteil weit unter 50 Prozent.
Im Nein-Lager dominieren Sorgen vor Chaos und wirtschaftlichen Folgen, während im Ja-Lager das Thema Zuwanderung den Ausschlag gibt. Politisch bleibt die SVP-Anhängerschaft mit 85 Prozent Zustimmung geschlossen. Die SP-Anhängerschaft lehnt die Initiative mit 92 Prozent nahezu einstimmig ab.
Auch Zivildienst-Nein hat zugelegt
Auch zur Änderung des Zivildienstgesetzes hat das Nein-Lager seit der letzten Erhebung zugelegt und steht nun bei 49 Prozent (+9 Punkte). Der Ja-Anteil ist auf 37 Prozent gesunken (-4 Punkte). 14 Prozent sind weiter unentschlossen. Der Ja-Anteil liegt in keinem Kanton klar über 50 Prozent.
Die Ablehnung ist gemäss YouGov vor allem bei den linken und jüngeren sowie weiblichen Stimmberechtigten stark: Unter 18- bis 29-Jährigen beträgt der Ja-Anteil nur 20 Prozent, bei über 60-Jährigen 45 Prozent.
Die Gesetzesänderung soll den Übertritt vom Militär- in den Zivildienst erschweren, insbesondere nach der Rekrutenschule. Konkret ist vorgesehen, den Zivildienst weniger attraktiv zu gestalten – etwa durch eine Erhöhung der Mindestanzahl an Diensttagen.
Für das dritte und letzte Stimmbarometer von YouGov vor dem Urnengang am 14. Juni befragte das Meinungsforschungsinstitut zwischen dem 18. Mai und dem 1. Juni insgesamt 3'129 Personen.
