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People walk past the screened-off facade of the Bataclan Cafe and its adjoining concert hall the day after a series of deadly attacks in Paris , November 14, 2015.      REUTERS/Charles Platiau

Der Club Bataclan in Paris: Ismael Omar Mostefai war einer von den Tätern, welche die Konzertbesucher attackierten und 89 Tote zurückliessen. 
Bild: CHARLES PLATIAU/REUTERS

Der erste Attentäter von Paris ist mit Namen bekannt: Wer war Ismael Omar Mostefai?



Er ist der Mohammed Atta von Paris: Ismael Omar Mostefai. Der gebürtige Franzose ist der erste Attentäter von Paris, dessen Name und Biografie die Polizei bekannt gab. So, wie vor 14 Jahren den Namen von Mohammed Atta bei den Anschlägen von 9/11.

Wer war Ismael Omar Mostefai?

Ismael Omar Mostefai, 29, ist gebürtiger Franzose und stammt aus Courcouronnes im Département Essone südlich von Paris. Die letzten Jahre lebte er im Quartier La Madeleine in Chartres.

Der Bürgermeister von Chartres, Jean-Pierre Gorges, hat dies auf Facebook bestätigt:

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Ismael Omar Mostefai sich im Winter 2013/14 in Syrien aufgehalten hat und dort zum Teil radikalisiert wurde. Die Ermittler fanden Hinweise für seine Durchreise in der Türkei. Dort verliert sich aber seine Spur.

Klar ist inzwischen: Am Freitagabend um 21.40 Uhr fährt Mostefai zusammen mit drei anderen Männern in einem schwarzen VW Polo vor die Pariser Konzerthalle Bataclan – mit Kalaschnikows bewaffnet und mit Sprengstoffwesten bekleidet. Im Konzertsaal beginnen die Männer, in die Menge zu schiessen, Geiseln zu nehmen und Sprengsätze zu zünden.

Von «Syrien» und «Irak» geredet

Bevor sie sich im Saal in die Luft sprengen, liefern sich die Männer mit Polizisten ein Wortgefecht: Es sollen die Worte «Syrien» und «Irak» gefallen sein. Danach richten die Terroristen ein Blutbad unter den Konzertbesuchern an und hinterlassen im Bataclan mindestens 89 Tote.

Bei einer der Explosionen muss ein Teil des Fingers von Mostefai weggeflogen sein. Dieser wurde später von den Ermittlern gefunden und dessen Fingerabdruck ausgewertet. Damit wurde Ismael Mostefai als erster der Attentäter identifiziert.

In einer Banlieue geboren

Mostefai wurde am 21. November 1985 in einer Pariser Banlieue geboren. Der junge Familienvater mit algerischen Wurzeln hatte zwei Brüder und zwei Schwestern und soll selber eine junge Familie gehabt haben. Bis 2012 lebte er in Chartres.

Polizisten haben am Samstag Abend den Vater und Bruder des Selbstmordattentäters in Polizeigewahrsam genommen. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen. Die Wohnungen der beiden Männer wurden durchsucht.

Der Bruder des 29-jährigen Attentäters lebt in Chartres und betreibt eine Schischa-Bar. Der Vater lebt gut 100 Kilometer weiter östlich.

Ruhig und zurückgezogen oder abgetaucht?

Mostefai war den Behörden nach Angaben der Staatsanwaltschaft bekannt und mehrfach vorbestraft – unter andrem für Fahren ohne Ausweis – allerdings nie im Zusammenhang mit terroristischen Netzwerken.

Jean-Pierre Gorges, der Bürgermeister von Chartres, erinnert sich, dass Mostefai seit 2013 praktisch abgetaucht war. «Er ging offensichtlich keiner Arbeit mehr nach», sagte er gegenüber dem Journal du Centre.

Aus dem Quartier gibt es widersprüchliche Angaben zum letzten Aufenthalt Mostefais: Er soll zuletzt in einer Sozialunterkunft gelebt haben oder seit zwei, drei Jahren völlig verschwunden sein. Einige Quartier-Bewohner bestätigten, dass es ruhig geworden sei um Mostefai, seit dieser 2010 Vater einer kleinen Tochter wurde.

Erst im Frühling 2014 taucht er wieder auf inmitten einer Gruppe Salafisten in Chartres. Terrorspezialisten haben ihn ausfindig gemacht. Mostefai wird jedoch als gewöhnliches Mitglied dieser Gruppe angesehen.

Die Frage, die sich jetzt stellt, so schreibt Le Monde, lautet: Gibt es in Chartres eine radikal-islamistische Zelle, der sich Ismael Omar Mostefai angeschlossen hatte? Oder hat er weitgehend für sich gehandelt?

(via Le Monde)

Solidaritätsbekundungen in Blau-Weiss-Rot

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Solidaritätsbekundungen in Blau-Weiss-Rot
quelle: keystone / lukas lehmann
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