International
Armee

Zehntausende Schuss Bundeswehr-Munition verschwunden

Soldiers of the German Federal Armed Forces Bundeswehr wear face maks as they attend a press presentation showing the battlefield management system (BMS) in the 37th armoured infantry regiment in Fran ...
Verschwundene Munition der deutschen Bundeswehr: Ob es sich um Schlamperei oder kriminelle Energie handelt, muss noch geklärt werden.Bild: AP

Zehntausende Schuss Bundeswehr-Munition verschwunden

Die deutsche Bundeswehr hat Ermittlungen eingeleitet, weil insgesamt Zehntausende Schuss Munition in den Beständen fehlen.
17.07.2020, 10:2717.07.2020, 14:28

«Wenn es um Straftaten geht, wird selbstredend die Staatsanwaltschaft eingeschaltet», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministerium am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Gründe für das Verschwinden der Munition seien aber noch ungeklärt.

Die Tageszeitung «Die Welt» hatte zuvor unter Berufung aus Angaben aus der Bundesregierung berichtet, dass seit 2010 mindestens 60'000 Schuss Munition vermisst würden. Das gehe aus vertraulichen Antworten der Regierung auf parlamentarische Anfragen verschiedener Fraktionen hervor.

Nach diesen Angaben konnten von mehr als 96'000 abhanden gekommenen Patronen unterschiedlichen Kalibers nur rund 36'000 wieder sichergestellt werden. Der ungeklärte Verbleib von 48'000 Schuss beim in die Kritik geratenen Kommando Spezialkräfte (KSK) sei in der Übersicht nicht enthalten.

«Wir ermitteln jetzt intensiv und überprüfen unsere Verfahren – nicht nur im KSK», sagte der Sprecher. Es müsse geklärt werden, ob es sich um Schlamperei handele, ob Bestände in Einsatzgebieten verblieben seien oder mit krimineller Energie etwas abgezweigt worden sei. «Nichts davon kann ausgeschlossen werden.» Die Behörden arbeiteten zusammen. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
NATO verlegt Truppen nach Litauen
1 / 16
NATO verlegt Truppen nach Litauen
Fang, Kamerad! Belgische und deutsche Soldaten richten in Rukla in Litauen einen Stützpunkt für die «Enhanced Forward Presence Battle Group» ein, die Russland abschrecken soll, dem baltischen Land auf die Pelle zu rücken. (Bild: Bundeswehr/Bogawitch)
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Drohnen, Gott und «patriotische Cowboys»: So will Hegseth das US-Militär revolutionieren
Der US-Verteidigungsminister will Generäle feuern, Militärstützpunkte absichern und Gott zurück ins Militär bringen. Seine Pläne sind nicht nur schlecht.
Vor etwas mehr als zwei Jahren veröffentlichte der damalige «Fox & Friends»-Moderator Pete Hegseth ein Buch mit dem Titel «The War on Warriors». Darin kritisierte er «woke Generäle» und bezeichnete die Führungsschicht des Pentagons als aufgebläht, politisiert und verweichlicht. Heute ist Hegseth Verteidigungsminister – und, wie sich herausstellt, meinte er jedes Wort.
Zur Story