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Mehrere Menschen in einer Moschee in Quebec erschossen – Premier spricht von Terrorakt

Police arrive at the scene of a fatal shooting at the Quebec Islamic Cultural Centre in Quebec City, Canada, January 29, 2017. REUTERS/Mathieu Belanger
Polizisten treffen am Tatort in der kanadischen Stadt Quebec ein.Bild: MATHIEU BELANGER/REUTERS

Mehrere Menschen in einer Moschee in Quebec erschossen – Premier spricht von Terrorakt

30.01.2017, 03:4330.01.2017, 07:21

In einer Moschee in der kanadischen Stadt Quebec ist es am Sonntag (Ortszeit) zu einer Schiesserei gekommen. Nach Informationen der Polizei wurden sechs Menschen getötet. Demnach feuerten Bewaffnete die Schüsse während des Abendgebets ab. Der Premierminister der Provinz Quebec, Philippe Couillard, sprach von einem Terrorakt.

Die örtliche Polizei bestätigte, es gebe sechs Todesopfer und acht Verletzte. Die Opfer seien zwischen 35 und 70 Jahre alt, sagte Polizeisprecherin Christine Coulombe am Montag.

Medienberichten zufolge wurden zwei Verdächtige festgenommen. Einen von ihnen hätten die Sicherheitskräfte nach einer Verfolgungsjagd gefasst. Laut der Zeitung «Le Soleil» war einer der der Festgenommenen mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr bewaffnet.

«Die Lage ist unter Kontrolle», sagte Polizeisprecher David Poitras am späten Abend, nachdem die Sicherheitskräfte mit einem Grossaufgebot angerückt waren. «Die Umgebung wurde gesichert, und wir haben alle Gebäude evakuiert.» Zu den Hintergründen des Vorfalls äusserten sich die Behörden in der Nacht zum Montag nicht.

Schweinekopf abgelegt

First responders look on after a shooting at a mosque in Quebec City, January 29, 2017. REUTERS/Mathieu Belanger
Rettungskräfte im Einsatz nach den Schüssen in der Moschee in Quebec.Bild: MATHIEU BELANGER/REUTERS

Radio Canada zufolge hielten sich zum Tatzeitpunkt gegen 20 Uhr (Ortszeit) Dutzende Menschen in der Moschee im Viertel Sainte-Foy auf. Ein Augenzeuge sagte dem Sender, zwei maskierte Männer hätten das Gebäude gestürmt und das Feuer auf die Betenden eröffnet, während sie «Allahu Akbar» (Gott ist gross) riefen. Auch mehrere Kinder hätten den Angriff miterlebt.

«Es ist entsetzlich», sagte der Moschee-Vorsitzende Mohammed Yangui der Nachrichtenagentur DPA. «Diese Menschen kommen jeden Tag friedlich zum Beten, aber jetzt werden einige von ihnen nie wieder vom Gebet nach Hause zurückkehren. Ich bin schockiert, mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich fühle.»

Der Vorsitzende des Islamischen Kulturzentrums wies darauf hin, dass seine Moschee in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel von Angriffen gewesen sei. Neben Wandschmierereien sei einmal ein abgetrennter Schweinekopf vor der Moschee abgelegt worden.

Der Premierminister der Provinz Quebec, Philippe Couillard, sprach den Opfern und Angehörigen sein Beileid aus. Auf Twitter rief er nach der Bluttat zur geschlossenen Ablehnung von Gewalt und Solidarität mit Muslimen auf. Gleichzeitig seien die Behörden darum bemüht, die Sicherheit der Bürger zu schützen. Kanadas Premierminister Justin Trudeau sprach von einem «feigen Angriff» auf die Moschee und sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus.

In den vergangenen Jahren ist es in Quebec wiederholt zu islamfeindlichen Vorfällen gekommen. 2015 wurde in der Nachbarprovinz Ontario eine Moschee in Brand gesetzt, einen Tag nach den Anschlägen in Paris.

Die Tat kommt einen Tag, nachdem Kanadas Premierminister Justin Trudeau als Reaktion auf die US-Einreisesperre für Länder mit Bürger mit überwiegend muslimischer Bevölkerung, Flüchtlinge in seinem Land demonstrativ willkommen hiess. «An all jene, die vor Verfolgung, Terror und Krieg fliehen - Kanada wird euch willkommen heissen, ungeachtet eures Glaubens», schrieb Trudeau am Samstag auf Twitter.

Seine Botschaft endet mit den Worten: «Vielfalt ist unsere Stärke #WelcomeToCanada (WillkommenInKanada)». Dazu stellte er ein Foto von sich und einem syrischen Flüchtlingsmädchen, das er im Dezember 2015 persönlich am Flughafen von Toronto willkommen geheissen hatte. (kad/sda/reu/dpa)

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