US-Geheimdienstfehler soll zum Tod der fast 170 Schülerinnen in Minab geführt haben
Der verheerende Luftangriff auf eine Mädchenschule in der südiranischen Stadt Minab am 28. Februar 2026 entwickelt sich für die US-Regierung zu einem schweren diplomatischen und militärischen Debakel. Neue Enthüllungen deuten darauf hin, dass die Zielauswahl auf völlig veralteten Geheimdienstdaten basierte.
Laut Berichten der «New York Times» und CNN plante das US-Militär den Angriff mit Satellitenbildern aus dem Jahr 2013. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich auf dem betroffenen Gelände eine Schule und ein Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden.
Spielplätze und bunt bemalte Wände
Schon seit 2016 trennte jedoch eine Mauer das Militärareal von der benachbarten Schule. Wo früher Wachtürme standen, befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs Spielplätze und bunt bemalte Wände. Satellitenaufnahmen vom Ende des Jahres 2025 zeigten sogar spielende Kinder auf dem Hof – Informationen, die bei der Freigabe des Angriffs offenbar ignoriert oder übersehen wurden.
Präsident Donald Trump, der unmittelbar nach der Tragödie den Iran selbst für die Explosion verantwortlich gemacht hatte, findet sich in Erklärungsnot wieder. Während er öffentlich weiterhin eine harte Linie fährt, erklärte er am 9. März bei einem Pressegespräch im Weissen Haus, er werde die Ergebnisse der Pentagon-Untersuchung «akzeptieren».
Die Basis brodelt
Mit Blick auf die Zwischenwahlen im November fürchten die Republikaner, für die vorschnellen Schuldzuweisungen und die zivilen Opfer abgestraft zu werden. Im US-Kongress fordern deshalb Abgeordnete beider Parteien lückenlose Aufklärung.
«Die Folgen dieses Angriffs auf die Schule sind schrecklich. Die meisten der bei den Angriffen getöteten Menschen waren Mädchen im Alter zwischen 7 und 12 Jahren. Weder die Vereinigten Staaten noch die israelische Regierung haben bisher die Verantwortung für diesen Angriff übernommen», heisst es in einem von 46 demokratischen Senatoren unterzeichneten Brief an den US-Verteidigungsminister Pete Hegseth. Sie fordern Antworten von ihm bis zum 18. März.
Beobachter ziehen Parallelen zum Angriff auf das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen in Afghanistan im Jahr 2015. Während der damalige Präsident Obama damals aber binnen Tagen die volle Verantwortung übernahm und sich persönlich entschuldigte, herrscht im Weissen Haus derzeit eine Mischung aus Abstreiten und Verzögerungstaktik.
Während das Pentagon betont, die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen, fordern internationale Organisationen bereits Konsequenzen für die Verantwortlichen.
