International
Brasilien

Aktivisten protestieren gegen Polizeigewalt in Rio de Janeiro

Aktivisten protestieren gegen Polizeigewalt in Rio de Janeiro

06.04.2015, 07:1006.04.2015, 08:39

Nach dem Tod eines Zehnjährigen durch Polizeischüsse in einem Elendsviertel in Rio de Janeiro hat es am Sonntag erneut Proteste gegen Polizeigewalt in der brasilianischen Metropole gegeben. Aktivisten der Organisation Rio de Paz zogen zum Strand von Copacabana.

Sie trugen symbolisch einen weissen Sarg im Sand zu Grabe. Damit erinnerten sie an den Tod eines Jungen, der am Donnerstag bei einem Polizeieinsatz in einer Favela getötet worden war.

Eindrücklicher Protest in Rio.
Eindrücklicher Protest in Rio.Bild: EPA/EFE

In den Händen hielten die Demonstranten Schilder mit den Namen von 18 Kindern, die zwischen 2007 bis 2015 bei Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Drogenbanden in den Elendsvierteln von Rio ums Leben kamen. Auch der Zehnjährige starb nach Angaben der Polizei bei einem Schusswechsel mit Drogenhändlern, seine Eltern erklärten jedoch, er sei durch gezielte Polizeigewalt getötet worden.

Der Gründer von Rio de Paz, Antônio Carlos Costa, sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Protest sei als «Weckruf» für die brasilianische Bevölkerung zu verstehen. Die Hauptursache für den gewaltsamen Tod so vieler junger Menschen sei «die Kluft zwischen Arm und Reich». Bereits in den vergangenen Tagen hatte es wegen des jüngsten tödlichen Vorfalls Proteste gegeben. (sda/afp)

Brasilien
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Trump betrog beim Erwerb von Hypotheken
Die aktuelle US-Regierung unter Donald Trump ignoriert Urteile eigener Gerichte, verweist kritische Journalisten aus dem Weissen Haus, torpediert die Medien- und Redefreiheit. Und um dem Präsidenten noch mehr Macht zu verschaffen, definieren die Republikaner einen Tag im Kongress als ein Jahr.
Zur Story