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epa05084876 German police on duty at the main railway station in central Munich, Germany, 31 December 2015. Police evacuated Munich's main train station and a second station in the city's Pasing district in response to a credible terrorist threat to the Bavarian capital, authorities said. No trains are approaching the main station, Germany's second busiest, and the outlying station, police said on Twitter. 'In response to credible reports, Munich police believe that there is a threat of a terrorist attack in the Munich area. According to available information, which we have judged to be credible, an attack is intended to be carried out on the evening of 31 December 2015,' police say on Facebook.  EPA/SVEN HOPPE

Grossaufgebot beim Münchner Bahnhof.
Bild: EPA/DPA

Nach Terroralarm: Entwarnung in München – Die Bahnhöfe sind wieder frei

Wegen eines drohenden Terroranschlags der Terrormiliz «IS» hat die Polizei am Silvesterabend in München zwei Bahnhöfe geräumt. Sie warnte die Menschen vor grösseren Ansammlungen. Am Morgen wurden die Bahnhöfe wieder freigegeben, die Polizei wünschte «eine ruhige Nacht».



«Die Hinweise, die wir vom Bundeskriminalamt erhalten haben, bezogen sich auf geplante Selbstmordanschläge am Münchner Hauptbahnhof und/oder am Bahnhof Pasing», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. «Es gab Hinweise auf konkret fünf bis sieben Attentäter.» Unklar sei noch, ob alle selbst die Tat verübt hätten oder Helfer gewesen wären.

«Der Hinweis bezog sich ganz konkret auf eine Tatausführung um Mitternacht», sagte Herrmann bei einer nächtlichen Pressekonferenz. «Nun sind seither schon wieder zwei Stunden vergangen. Wir hoffen, dass es weiterhin ruhig bleibt und dass dieser Anschlag nicht stattfindet - vielleicht weil er tatsächlich gar nicht so geplant war oder vielleicht weil die Täter jetzt davon Abstand genommen haben.» Das sollten die Ermittlungen der nächsten Tage zeigen.

Auch Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä sagte gegen 2.00 Uhr, die Behörden sähen die Lage momentan als entspannter an als vor Mitternacht. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks soll es sich bei den mutmasslichen Attentätern um sieben Iraker handeln, die sich schon in München aufhalten und namentlich bekannt sind. Geplant war demnach wohl, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen.

epa05084995 Bavarian state Interior Minister Joachim Herrmann (R) and Munich police chief Hubertus Andrae (L) during a press conference in Munich, Germany, 01 January 2016. Two Munich train stations reopened early on 01 January after they were closed on New Year's Eve over 'concrete' intelligence about a threat of an imminent suicide attack linked to the Islamist State extremist movement.  EPA/SVEN HOPPE

Joachim Hermann und Hubertus Andrae.
Bild: EPA/DPA

Warnung aus Frankreich

Rund 550 Einsatzkräfte waren seinen Angaben zufolge im Einsatz. Die Münchner Polizei hatte Kräfte aus dem südbayerischen Raum zur Unterstützung in die Landeshauptstadt geholt. «Zusammen mit Spezialeinheiten sorgen wir für Eure Sicherheit», teilte sie über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Trotz intensivster Ermittlungen seien die Informationen über einen Selbstmordanschlag nicht konkretisiert worden, sagte Andrä.

Der Hinweis kam laut Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt – nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die «dringende Warnung» vor einem Anschlag in München um Mitternacht erhalten habe. Aus Sicherheitskreisen hiess es, die erste Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen. Der Hinweis habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des sogenannten «Islamischen Staates» («IS») beinhaltet.

epa05084969 Fireworks fill the sky and are reflected in the Maschsee lake in Hanover, northern Germany, 01 January 2015. In southern Germany police evacuated Munich's main train station and a second station in the city's Pasing district in response to what authorities described a credible terrorist threat.  EPA/Julian Stratenschulte

Party gab's trotzdem.
Bild: EPA/DPA

«Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann.» Die Einschätzung der Gefährdung sei vergleichbar gewesen mit der in Hannover, wo vor wenigen Wochen ein Fussball-Länderspiel abgesagt worden war.

Bahnhöfe wieder offen

Die Polizei stehe in Kontakt mit allen Sicherheitsbehörden in Bund und im Land, sagte Polizeipräsident Andrä. Am Morgen wurden die beiden gesperrten Bahnhöfe wieder freigegeben. Am Hauptbahnhof im Stadtzentrum sowie am Bahnhof im Stadtteil Pasing könnten Züge wieder planmässig fahren und halten. Die Beamten würden vereinzelt Menschen kontrollieren.

«Wir sind sehr froh, dass heute Nacht nichts passiert ist. Die Ermittlungen laufen natürlich weiter. Wir bleiben im Einsatz», teilten die Beamten am frühen Neujahrsmorgen über Twitter mit. Wenn sich an der jetzigen Lage etwas ändert, werde sie die Öffentlichkeit informieren, versicherte die Polizei. «Bis dahin wünschen wir Euch eine hoffentlich ruhige Nacht!»

Trotzdem Party

Um 22.40 Uhr hatte die Polizei via Twitter gewarnt, die beiden Bahnhöfe zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um grössere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen. Es sei nicht klar, wohin mutmassliche Täter gingen, wenn sie nicht an die eigentlichen Anschlagziele gelangten, sagte ein Sprecher.

Viele Münchner liessen sich die Silvesterlaune auch so nicht verderben. Sie feierten, liessen Raketen steigen und zündeten Böller. Vielerorts trübte eher der Regen die Stimmung. (sda/afp/dpa)

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