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Ulmen-Anwalt kritisiert Talkshow mit Collien Fernandes

MUNICH, GERMANY - SEPTEMBER 08: Actor Christian Ulmen and his wife Collien Ulmen-Fernandes attend 'Mann/Frau' Web Series Season 2 Kick Off Event at Die Registratur on September 8, 2015 in Mu ...
Collien Fernandes und ihr Ex-Mann Christian Ulmen.Bild: Getty Images Europe

«Eklatant rechtswidrig»: Ulmen-Anwalt kritisiert Talkshow mit Collien Fernandes

29.03.2026, 14:1530.03.2026, 08:03

Am Sonntagabend tritt Collien Fernandes, die gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen wegen digitaler Gewalt klagt, in der ARD-Talkshow der Moderatorin Caren Miosga auf. Ebenfalls mit dabei: die deutsche Justizministerin Stefanie Hubig und Ronen Steinke, der leitende Redaktor im Ressort Rechtspolitik der Süddeutschen Zeitung. Wenig erfreut über die Auswahl der Gäste zeigt sich Ulmens Anwalt, Christian Schertz.

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erstaunt es Schertz, dass Miosga in ihrer Sendung während eines laufenden Gerichtsverfahrens nur eine Seite zu Wort kommen lasse. «Das Fernsehgericht tagt mit der höchsten Vertreterin der Justiz in Deutschland und der Anzeigenerstatterin», argumentiert Scherz. Er nennt die geplante Sendung «eklatant rechtswidrig». Sein Angebot, selbst in die Sendung zu kommen, sei vom Redaktionsleiter der Sendung «Caren Miosga» und dem zuständigen Juristen des Norddeutschen Rundfunks abgelehnt worden.

Bilder des Jahres 2024, Entertainment 01 Januar Entertainment Themen der Woche KW03 Entertainment Bilder des Tages Berlin, Deutschland, 21.01.2024: Studio Berlin: Erste Talksendung von Caren Miosga am ...
Caren Miosga in ihrer Sendung.Bild: www.imago-images.de

Letzterem habe er geschrieben: «Dass nur eine Partei in der Sendung sitzt in einem laufenden Verfahren, halten wir aus mannigfaltigen Gründen für angreifbar und rechtswidrig.»

Redaktion weist Vorwürfe zurück
Die Redaktion von «Caren Miosaga» hat sich ebenfalls zu den Vorwürfen geäussert. Es habe ein Telefonat zwischen Schertz und dem Redaktionsleiter Stephan Kittelmann gegeben. Zuvor habe ihm die Redaktion dem Anwalt ein «Konfrontationsschreiben» mit Fragen zu den Vorwürfe gegen Ulmen geschickt. Das Gespräch sei ein Hintergrundgespräch gewesen. Schertz habe ausserdem gefragt, ob er in der Sendung benötigt werde. Kittelmann verneinte.

Weiter sagt die Redaktion, dass in der Sendung vor allem die Lücken im Recht bei digitaler Gewalt gegen Frauen behandelt werden sollen. Dabei nehme man «einen öffentlich bekannten Fall zum Ausgangspunkt».

Die Redaktion von «Caren Miosga» weist den Vorwurf der «Rechtsstaatswidrigkeit» zurück und verweist auf die Pressefreiheit. Ein laufendes Ermittlungsverfahren bedeute kein Berichterstattungsverbot. Allen Grundsätzen ordnungsgemässer Verdachtsberichterstattung sei Rechnung getragen worden. Die Unschuldsvermutung Ulmens werde gewahrt.

Ermittlungen laufen

Nachdem der Spiegel am 21. März 2026 einen Artikel über den Fall von Collien Fernandes veröffentlicht hatte, nahm die Staatsanwaltschaft Itzehoe die 2025 eingestellten Ermittlungen erneut auf.

Fernandes wirft Ulmen vor, ihre Identität im Internet missbraucht zu haben. Er soll unter ihrem Namen zahlreiche E-Mail-Konten und Fake-Profile erstellt haben, um mit hunderten Männern in Kontakt zu treten. In diesen Chats seien nicht nur sexuelle Gespräche geführt und Treffen in Aussicht gestellt worden; er habe zudem die haltlose Geschichte verbreitet, sie sei Opfer einer Massenvergewaltigung durch 21 Männer geworden. Gegen den Angeklagten Ulmen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Ulmen liess am Freitag über ein Schreiben seines Anwalts die Deepfake-Vorwürfe gegen sich zurückweisen und warf wiederum seiner Ex-Frau Gewalt vor.

Die Sendung «Caren Miosga» läuft am Sonntagabend von 21:45 bis 22:45 Uhr in der ARD. (val)

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Dominik Egloff
29.03.2026 15:41registriert November 2015
Wir Wissen, dass im Rahmen von Scheidungskriegen vieles behauptet wird was nicht stimmt. Das sagt nichts aus über den Wahrheitsgehalt von Frau Fernandez Aussagen, aber es zeigt auf, dass es grundsätzlich falsch ist, wenn Medien solche Vorwürfe einseitig als wahr erklären bevor ein Gericht geurteilt hat.
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Daniel Noger
29.03.2026 14:59registriert November 2022
Über die Medienhetze in der Öffentlichkeit als schuldig gesprochen - und einige sprechen von ''Rechtstaatlichkeit
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Heini Hemmi
29.03.2026 18:52registriert November 2017
Das ist tatsächlich krass, falls er wirklich in die Sendung wollte. Und wenn dann noch die Justizministerin (!) in der Runde sitzt, ist der Rechtsstaat komplett den Bach runter. Und das beim ersten einem öffentlich-rechtlichen Sender! Ich bin sprachlos.
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