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Verteidigte seinen Entscheid bis zum Schluss: Manfred Glumm auf der Intensivstation.
Verteidigte seinen Entscheid bis zum Schluss: Manfred Glumm auf der Intensivstation.screenshot: wdr

Deutscher Impfskeptiker verteidigt seinen Entscheid im Fernsehen – wenig später ist er tot

02.12.2021, 17:0502.12.2021, 21:17

Es sind dramatische Szenen, die im deutschen Fernsehen am Mittwochabend zu sehen sind. Im WDR bekommt man Einblicke, wie die Kölner Uniklinik mit der aktuellen Corona-Welle zu kämpfen hat. Ärztinnen und Ärzte sind erschöpft, Pflegerinnen und Pfleger wechseln die Abteilung und auf den Covid-Stationen ringen die meistens ungeimpften Patientinnen und Patienten um den Atem.

Einer davon ist Manfred Glumm, dreifacher Familienvater. Gegenüber der Reporterin vom WDR verteidigt er seinen Entscheid gegen die Corona-Impfung. Die Schläuche, die ihn beim Atmen unterstützen, hängen ihm dabei aus der Nase. Sobald er drei Schritte mache, könne er kaum mehr atmen, erzählt Glumm.

Er spricht von Misstrauen gegenüber Politikern und davon, dass er hart im Nehmen ist. «Ich hatte schon harte Unfälle und alles gehabt, da kommt man durch», so Glumm.

Der 64-Jährige entwickelt sich zunächst gut auf der Intensivstation. Das Drehteam spricht nochmals mit ihm, als es so aussieht, als ob er die Intensivstation bald verlassen könne. Die Reporterin will wissen, was er davon hält, dass Ungeimpfte Geimpften den Platz auf der Intensivstation wegnehmen.

«Was ist denn mit denjenigen, die 30 Jahre geraucht haben?», entgegnet Glumm. «Was ist mit dem, der 30, 40 Jahre Alkoholiker war?» Diese Personen würden ja auch Platz in den Spitälern beanspruchen. Zu diesem Zeitpunkt hoffen die Ärzte, dass Glumm bald entlassen werden kann.

Doch es sollte anders kommen. Ganz zum Ende der Dokumentation erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer, dass es Glumm nicht geschafft hat. Am 1. Advent, zwei Tage nach dem letzten Treffen mit dem Reporter-Team, verschlechtert sich sein Zustand plötzlich rapide. Innerhalb weniger Stunden stirbt er.

Seine Familie entscheidet sich, dass die Journalistinnen und Journalisten die Geschichte Glumms zu Ende erzählen dürfen. Sie hoffen, dass sie damit Leben retten können. Ein behandelnder Arzt sagt: «Wir haben die Hoffnung, dass sich dadurch viele Menschen aufrütteln lassen und impfen lassen. Vielleicht Hunderte. Dann würden wir Hunderte Menschenleben retten können. Und dafür lohnt es sich.» (cma)

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