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Charlotte Knobloch am Mittwoch bei ihrer Rede in München.
Charlotte Knobloch am Mittwoch bei ihrer Rede in München.Bild: AP/DPA

AfD-Eklat bei Gedenkakt in München – danach geht es erst richtig los

24.01.2019, 20:5425.01.2019, 06:18

Bei einem Gedenkakt für die Opfer der Nazi-Diktatur verliess die AfD-Fraktion des bayrischen Landtag fast geschlossen den Saal. Der Vorfall ereignete sich am Mittwoch in München uns sorgt seither für Gesprächsstoff in ganz Deutschland.

Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, hatte bei ihrer Holocaust-Gedenkrede die AfD stark kritisiert. «Diese sogenannte Alternative für Deutschland gründet ihre Politik auf Hass und Ausgrenzung und steht nicht nur für mich nicht auf dem Boden unserer demokratischen Verfassung», sagte die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden.

Knobloch rief zum Schutz der Demokratie auf und warnte: «Heute und hier ist eine Partei vertreten, die diese Werte verächtlich macht und Verbrechen der Nationalsozialisten verharmlost und enge Verbindungen ins rechtsextreme Milieu unterhält.» Es sei in aller Verantwortung, so Knobloch, «dass sich das Unvorstellbare nicht wiederholt». «Nie wieder» sei ein Fundament der Bundesrepublik Deutschland.

Wegen der Kritik Knoblochs verliessen die AfD-Mitglieder aus Protest den Saal und kehrten erst nach der Rede wieder zurück.

Diskussionen auf Twitter

Alice Weidel, AfD-Fraktionschefin im Bundestag, äusserte sich auf Twitter zum Vorfall in München. Knobloch habe sich «entblödet» und die Gedenkveranstaltung für Parteipolitik missbraucht. 

Das will Knobloch nicht gelten lassen. Sie sagt der Nachrichtenagentur dpa, die AfD trete selbst sehr laut auf und reagiere dann bei Kritik an der eigenen Partei sehr unsouverän. «Eine Partei, die sich so rechtsradikal darstellt, gehört nicht in ein gesetzgebendes Gremium.»

Auf Twitter hat sich eine hitzige Diskussion entfacht. AfD-Anhänger werfen Knobloch vor, sie habe die Gedenkveranstaltung missbraucht.

Während die andere Seite Knobloch verteidigt.

Drohungen im Minutentakt

Die Anhänger der AfD machen ihrem Ärger jedoch nicht nur in den Sozialen Medien Luft. Knobloch sagt gegenüber der Augsburger Allgemeine, dass sie seit ihrer Rede Ziel massiver Bedrohungen sei. «Seitdem erreichen mich beinahe im Minutentakt wüste Beschimpfungen, Drohungen und Beleidigungen per E-Mail und Telefon», zitiert die Zeitung Knobloch, welche sich dadurch bestätigt sieht. «Die Gefahr, die von der Partei und ihren Anhängern für unsere freiheitliche Demokratie ausgeht, wird so überdeutlich und zeigt nur noch mehr, dass die Demokraten in unserem Land gegen sie zusammenstehen müssen.» (cma)

Fahndungsvideo: Angriff auf AfD-Politiker Magnitz

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