DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
German Finance Minister Olaf Scholz, left, and German Chancellor Angela Merkel, 2nd left, attend the speech of Alice Weidel, right, co-faction leader of the Alternative for Germany party, during a meeting of the German federal parliament, Bundestag, at the Reichstag building in Berlin, Germany, Wednesday, May 16, 2018. (AP Photo/Michael Sohn)

Alice Weidel während der Haushaltsdebatte im Bundestag. Bild: AP/AP

Alice Weidel sorgt für Eklat im deutschen Bundestag 



Eine Rede der AfD-Abgeordneten Alice Weidel sorgt für viel Wirbel im deutschen Bundestag. Am Ende ihrer zehnminütigen Ansprache sind in Berlin Buh-Rufe und Pfiffe zu hören.

Die AfD-Fraktionsvorsitzende eröffnete heute Morgen die Haushaltsdebatte, holte dabei aber zum Rundumschlag gegen die Einwanderungspolitik der Regierung Merkel aus. Rentner kämen nicht mehr über die Runden, weil stattdessen illegale Einwanderer finanziert würden, zukünftige Generationen würden Schulden erben, wetterte Weidel. «Deutschland ist ein Einwanderungsland für Unqualifizierte und ein Auswanderungsland für Hochqualifizierte.»

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen, störte die AfD-Politikerin immer wieder mit Zwischenrufen. Sie bezeichnete ihn darauf als «Schreihals» und fragte ihn, wer denn seine Pension zahlen würde. «Ihre eingewanderten Deutschtürken etwa? Das meinen Sie doch nicht im Ernst.»

Richtig laut wurde es, als Weidel folgende Aussage platzierte: «Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.»

abspielen

Weidels Rede vor dem Bundestag: Ab 7:25 Minuten ist die Passage über «Kopftuchmädchen» zu sehen, ab 10:50 folgt der Ordnungsruf von Wolfgang Schäuble.  Video: YouTube/TutorialsGerman

Die Reaktionen

Die Äusserung Weidels hatte einen Ordnungsruf des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble zur Folge. Der CDU-Politiker sagte: «Sie haben in Ihrer Rede die Formulierung ‹Kopftuchmädchen und sonstige Taugenichtse› gebraucht. Damit diskriminieren Sie alle Frauen, die ein Kopftuch tragen. Dafür rufe ich Sie zur Ordnung.» 

Patrick Schnieder, parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion bezeichnete Weidels Rede als «Ekelhaft. Niveaulos. Geschmacklos.»

Scharf ins Gericht mit der AfD-Abgeordneten ging auch Volker Kauder. «Sie sollten sich schämen», schimpfte der Fraktionschef der Union. «Wenn es in diesem Haus Kolleginnen und Kollegen gibt, die das christliche Abendland retten wollen und dann über andere Menschen so sprechen, wie Sie es gemacht haben, Frau Weidel, hat das mit christlichem Menschenbild nichts zu tun», erklärte Kauder.

Auf Zwischenrufe Weidels antwortete Kauder: «Sie sind jetzt ruhig und hören mal zu.» Er warf der AfD-Politikerin vor, nach ihrer Rede den Saal verlassen zu haben. «Damit ich Sie ansprechen kann, muss man Sie extra holen lassen. Was sind denn das für Werte, Frau Weidel?!»

Kauder fügte an: «Sie müssen genauso ertragen, dass man Sie kritisiert wie andere. Grossmaulig im Austeilen und schwach im Einstecken - das ist die AfD

Alice Weidel veröffentlichte derweil auf Twitter das Video ihrer Rede, liess Schäubles Ordungsruf aber weg. Sie habe für diese Rede eine Rüge von Schäuble erhalten, ob das berechtigt sei, schrieb sie hinzu. 

Der Ordungsruf von Schäuble, der bezog sich jedoch nur auf die Stelle zu den «Kopftuchmädchen» und den «Taugenichtsen». Nicht auf die ganze Rede. Das kann bei genauem Hinhören nicht abgestritten werden, aber dafür müsste schon das ganze Video veröffentlicht werden. (cma)

Es ist nicht das erste Mal, dass ein AfD-Politiker für rote Köpfe gesorgt hat:

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kinderpornoplattform in Deutschland mit 400'000 Mitgliedern im Darknet gesprengt

Durchbruch für das deutsche Bundeskriminalamt: Im Kampf gegen Kinderpornografie ist den Behörden ein Schlag im Darknet gelungen. Verdächtige Mitglieder stammen auch aus Deutschland.

Ermittler haben eine der weltweit grössten Kinderpornoplattformen im sogenannten Darknet gesprengt. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) am Montag in der deutschen Stadt Wiesbaden mitteilte, hatte die Darknetplattform «Boystown» zuletzt mehr als 400'000 Mitglieder. Drei mutmassliche Verantwortliche und Mitglieder der Plattform aus Deutschland wurden festgenommen. Die Seite soll es seit Juni 2019 geben.

Bei den drei Hauptbeschuldigten handelt es sich um einen 40 Jahre alten Mann aus dem Kreis …

Artikel lesen
Link zum Artikel