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Italian police hold up a white sheet as forensic police inspect a boat as they investigate two German tourists from Munich for a boat collision which killed an Italian man and woman, in Salo', on Lake Garda, northern Italy, Sunday, June 20, 2021. Carabinieri paramilitary police on Monday, June 21, 2021 didn't immediately give details. Italian media said the woman's body was found in the lake by Italian firefighter rescue divers on Sunday evening and that the man's body was found in their small boat earlier in the day. (AP Photo/Gabriele Strada)

Bei dem Zusammenstoss kamen zwei Personen ums Leben. Bild: keystone

Nach tödlichem Crash auf Gardasee: Europäischer Haftbefehl gegen Deutschen



Mit einem europäischen Haftbefehl will die Justiz im norditalienischen Brescia einen der beiden deutschen Verdächtigen im Fall des tödlichen Bootsunglücks auf dem Gardasee zurückholen. Mehrere italienische Medien berichteten am Samstag, dass die Staatsanwaltschaft die Anordnung wegen der Gefahr einer Wiederholung der Tat und des Fluchtrisikos verlangt habe. Der Ermittlungsrichter gab demnach bereits grünes Licht dafür. Es soll sich um denjenigen der beiden 52 Jahre alten Münchener handeln, der das Boot gesteuert hatte.

Den Medienberichten zufolge muss nun die Gerichtsbarkeit in München prüfen, wie sie weiter damit verfahre. Nach dem Vorfall vor rund zwei Wochen konnten die beiden 52-Jährigen in die bayerische Landeshauptstadt zurückkehren. Dies sei auch rechtens gewesen, hatte damals ihr Anwalt in Italien erklärt.

Das Motorboot mit den Deutschen war Ermittlungen zufolge in der Nacht von Samstag (19. Juni) auf Sonntag mit einem Kahn kollidiert, in dem ein italienisches Pärchen aus der Region um Salò, am Westufer des Gardasees, sass. Ein Mann hatte am Sonntag das kleine Boot mit dem toten 37-Jährigen darin entdeckt. Stunden später bargen Taucher die 25 Jahre alte Frau tot aus den Tiefen des Gardasees. Nach Erkenntnissen der Rechtsmediziner war sie ertrunken, wie Medien berichteten.

Die beiden Münchner hatten später angegeben, den Zusammenprall nicht bemerkt zu haben, wie es aus dem Büro ihres Anwalts hiess. Einer der beiden machte einen Alkoholtest, der negativ ausfiel. Der andere verweigerte das, da er nicht dazu verpflichtet war.

Zuletzt sorgte das Video einer Überwachungskamera, mutmasslich aus der Tatnacht, für Aufregung. Darauf soll zu sehen gewesen sein, wie einer der beiden Verdächtigen beim Anlegen in einem Hafen ins Wasser fiel. Seinem Anwalt nach war der Mann durch ein abruptes Manöver ausgerutscht. Einige Medien spekulierten hingegen, dass er betrunken war. Er soll auch derjenige gewesen sein, der den Alkoholtest verweigert hatte.

Die Staatsanwaltschaft in Italien ermittelt gegen die Deutschen wegen Totschlags und unterlassener Hilfeleistung. Sie sollen nach dem Zusammenstoss weitergefahren sein, ohne zu helfen. Die beiden wurden kurz nach dem Unfall auf freien Fuss gesetzt und reisten wieder nach München zurück. Die Familien der Opfer forderten Massnahmen gegen sie, wie Ansa unter Berufung auf die Anwältinnen der Familien berichtete. Die Juristinnen begrüssten den Erlass des europäischen Haftbefehls und sagten der Nachrichtenagentur, er sei eine «wirksame Antwort» auf das verantwortungslose Verhalten der beiden Deutschen. (sda/dpa)

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