International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Thueringen/ Achtung Redaktionen! Wiederholung mit Klarnamen. +++ Neonazis um Uwe Mundlos (l.) und Uwe Boehnhardt (M.), aufgenommen im Herbst 1996 in Erfurt im Umfeld eines Prozesses gegen den Holocaust-Leugner Manfred Roeder. Die nahe Eisenach tot aufgefundenen Neonazis Uwe Boehnhardt und Uwe Mundlos, die wegen der sogenannten Doener-Mordserie verdaechtigt werden, sollen nach Erkenntnissen der ermittelnden Behoerden gemeinsam mit der in Haft sitzenden Beate Zschaepe Mitglieder der terroristischen Vereinigung

Rechtsterrorist Uwe Böhnhardt (Mitte) mit Uwe Mundlos (links), der ebenfalls dem NSU angehörte.  Bild: AP dapd

Polizei findet DNA von NSU-Terrorist Böhnhardt an Überresten von neunjährigem Mädchen



Zwischen der rechtsextremen deutschen Gruppierung NSU und dem Fall einer getöteten Neunjährigen gibt es möglicherweise eine Verbindung. Bei der kürzlich gefundenen Leiche des 2001 getöteten Mädchens fanden Ermittler DNA-Spuren eines NSU-Mitglieds.

Wie Oberstaatsanwalt Harald Potzel am Donnerstagabend in Bayreuth mitteilte, waren am Fundort der Leiche des Mädchens Peggy an einem Gegenstand DNA-Spuren des mutmasslichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt gefunden worden. Die Spur sei eine von «zahlreichen Spurenträgern» im Rahmen der Suche am Fundort der Leiche, hiess es.

Zehn Morde

Der Bayerische Rundfunk berichtete unter Berufung auf Polizeikreise, dass es sich um ein Stück Stoff von der Grösse eines Fingernagels handle. Demnach war am Nachmittag nach einem Abgleich von Datenbanken durch die Rechtsmedizin ein entsprechender Treffer gemeldet worden.

Ob Böhnhardt etwas mit dem Tod des Mädchens zu tun hat, sei nun Gegenstand der Ermittlungen, die noch «ganz am Anfang» stünden, erklärten die Behörden weiter. Die damals neunjährige Peggy verschwand im Mai 2001 in Oberfranken auf dem Heimweg von der Schule. Erst im vergangenen Juli war in einem Waldstück in Thüringen ein Skelett gefunden worden, das Ermittler ihr eindeutig zuordneten.

Der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) war eine rechtsradikale Terror-Zelle, die in Deutschland jahrelang im Untergrund agierte und der insgesamt zehn Morde und zwei Bombenanschläge zur Last gelegt wurden. Die Opfer waren zum allergrössten Teil Migranten. Neben Böhnhardt gehörten auch Uwe Mundlos und Beate Zschäpe zum NSU. Letztere steht derzeit in München vor Gericht.

2011 hatte Mundlos, als die Polizei dem Trio auf der Spur war, nach dem bisherigen Ermittlungsstand in Eisenach offenbar Böhnhardt erschossen und sich dann selbst getötet. 

Im gleichen Labor untersucht

Der Fall Peggy zählt schon lange zu den rätselhaftesten Kriminalfällen der Republik. Die Hintergründe dieses Fundes sind noch unklar. Auch eine Verunreinigung der DNA-Probe sei theoretisch denkbar, wie der «Spiegel» unter Berufung auf Ermittler-Kreise berichtet: Sowohl das Skelett von Peggy als auch die Leiche Böhnhardts seien im gleichen rechtsmedizinischen Institut untersucht worden.

Die «Passauer Neue Presse» vom Freitag zitierte Sicherheitskreise mit den Worten, ein Zusammenhang mit Böhnhardt würde «zu bislang unsubstantiierten Hinweisen früherer Jahre eventuell passen». Gegen ihn hatte es bereits in der Vergangenheit Vorwürfe in Zusammenhang mit einem getöteten Jungen gegeben.

2004 wurde der geistig behinderte Ulvi K. in einem Indizienprozess wegen Mordes an der neunjährigen Peggy zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Landgericht Hof sah es damals als erwiesen an, dass K. die Schülerin tötete, um einen zuvor begangenen sexuellen Missbrauch an ihr zu vertuschen.

Zschäpe soll sich äussern

Defendant Beate Zschaepe,  accused of helping found a neo-Nazi cell, the National Socialist Underground (NSU), and of complicity in the murders of eight Turks, a Greek and a German police woman across Germany between 2000 and 2007, arrives for the continuation of her trial at a courtroom in Munich, southern Germany, October 6, 2016.    REUTERS/Christof Stache/Pool

Aussage gefordert: NSU-Mitglied Zschäpe soll sich zum Fall äussern.  Bild: POOL/REUTERS

Über mögliche Zusammenhänge zwischen dem NSU und dem Mordfall Peggy war bisher nichts bekannt.

Der Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Vertreter der Nebenklage im NSU-Prozess, forderte Zschäpe dazu auf, in dem Verfahren auch zum Fall Peggy auszusagen. «Ich bin einigermassen schockiert», sagte er dem «Kölner Stadt-Anzeiger» vom Freitag.

Es habe im NSU-Umfeld allerdings «durchaus» schon Menschen gegeben, «die im Bereich des Kindesmissbrauchs auffällig wurden». Er würde sich wünschen, dass Zschäpe auch in diesem Fall an der Aufklärung mitwirke und «auspackt, was sie dazu weiss». (kad/sda/afp/dpa)

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Beobachter24 14.10.2016 13:05
    Highlight Highlight Sehr fishy das alles ist.
    Gladio 2.0?
  • Karl Müller 13.10.2016 23:13
    Highlight Highlight Kann ja gut sein, dass der das war, oder zumindest irgendwie damit zu tun hatte.

    Andererseits muss man sich auch wieder ins Gedächtnis rufen: Haben die Deutschen nicht gerade im Zusammenhang mit einem NSU-Mord aufgrund von DNA-Spuren eine ominöse Frau gesucht, die quer durchs Land gemordet und eingebrochen haben soll, bis sich dann herausgestellt hat, dass die Utensilien zur Spurensicherung verunreinigt waren?

    Ich bleib da mal vorsichtig. Die Realität ist kein CSI-Drehbuch ...
  • ElendesPack 13.10.2016 23:05
    Highlight Highlight Das ist ja alles recht übel und klingt schockierend. Aber wenn man die ganze NSU-Geschichte so betrachtet, auch mit den Polizeidokumenten, die von einem angeblich in Südostasien lebenden Whistleblower übers Netz veröffentlicht wurden, dann sollte man einfach mal reflexartig gar nichts glauben, was so offiziell verlautbart wurde. Die ganze Story hat ähnliche Dimensionen wie der Dutroux-Fall. Wer hier nicht automatisch den "tiefen Staat" dahinter vermutet, muss furchtbar gutgläubig sein.
  • allesklar 13.10.2016 21:46
    Highlight Highlight hmmm.... verunreingtes arbeitsmaterial bei der dns-untersuchung? auch schon vorgekommen.
    • allesklar 13.10.2016 23:21
    • allesklar 14.10.2016 14:17
      Highlight Highlight allerdings ist das auch nur eine der möglichkeiten. auf dem computer im ausgebrannten haus der nsu wurde kinderpornografisches material und in ihrem wihnmobil kinderkleidung, welche bis anhin noch nicht auf dna untersucht worden ist gefunden. quelle f.a.z. online.
  • Knuddel 13.10.2016 19:59
    Highlight Highlight Die DNA von diesem Typ wurde auch an der Leiche des 9-jährigen Bernd Beckmann gefunden. Der arme Junge wurde im Juli 1993 in Jena ermordet. Wurde damals in Aktenzeichen XY ausgestrahlt. Leider gilt dieser Fall noch immer als ungeklärt.
    Neo-Nazi und Kindermörder, mehr Schwein geht wirklich nicht. Mir ist übel.
    • maxi 13.10.2016 21:13
      Highlight Highlight @ knuddel es wäre also besser wen er antifa aktiviest wäre und ein kinderschänder/mörder??
    • Knuddel 13.10.2016 21:44
      Highlight Highlight @maxi: So ein Quatsch, wo habe ich so was geschrieben? Ein Kindermord ist immer etwas ganz Entsetzliches, egal wer ihn begangen hat. Aber ein Neo-Nazi, der sich ja selbst als Herrenmensch sieht...sorry, mir löscht das fast ab. Und nebenbei noch ein paar türkische Familienväter abknallen, wahrlich ein Prachtexemplar von Mensch.
    • Sheez Gagoo 13.10.2016 21:56
      Highlight Highlight Irgendwie schon. Das ist eine schlimme Eigenschaft weniger.

Führerscheinentzug nach 49 Minuten – so witzelt die Polizei über den «Tagesschnellsten»

Es hört sich rekordverdächtig an: Ein 18-Jähriger besass gerade mal 49 Minuten lang den Führerschein – dann war er ihn wieder los. Der Neulenker wurde unmittelbar nach bestandener Fahrprüfung von einer Radarfalle geblitzt.

Der Vorfall ereignete sich am 20. November in der Stadt Hemer in Nordrhein-Westfalen. Anstatt der vorgegebenen 50 km/h war der junge Mann mit 95 unterwegs. Über die Gründe der massiven Geschwindigkeitsüberschreitung lässt sich nur rätseln. Vielleicht wurde er von …

Artikel lesen
Link to Article