International
Deutschland

NSU-Prozess: Drei Zschäpe-Anwälte wollen Mandat niederlegen

NSU-Prozess: Drei Zschäpe-Anwälte wollen Mandat niederlegen

20.07.2015, 11:0420.07.2015, 11:13
Zschäpe-Verteidiger Anja Sturm, Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer (v.l.): Sie wollen entpflichtet werden.
Zschäpe-Verteidiger Anja Sturm, Wolfgang Stahl und Wolfgang Heer (v.l.): Sie wollen entpflichtet werden.Bild: PETER KNEFFEL/EPA/KEYSTONE

Im NSU-Prozess gegen mutmassliche deutsche Rechtsterroristen wollen die drei bisherigen Verteidiger der Hauptangeklagten Beate Zschäpe aufhören: Sie haben am Montag überraschend ihre Entbindung von ihren Pflichtmandaten beantragt.

Er habe sich diesen Schritt sehr gut überlegt, sagte Rechtsanwalt Wolfgang Heer. Er sei sich darüber im Klaren, dass der Prozess damit neu begonnen werden müsste. Das Gericht unterbrach nach dem Antrag die Verhandlung für eine halbe Stunde.

Seit Beginn des NSU-Prozesses am 6. Mai 2013 hatte Zschäpe drei Pflichtverteidiger – nämlich Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Das Verhältnis Zschäpes mit diesen Verteidigern gilt seit langem als belastet. Sie hatte bereits vor einem Jahr deren Entbindung beantragt. Das Oberlandesgericht München liess kürzlich den Münchner Anwalt Mathias Grasel als vierten Pflichtverteidiger zu.

Die Sprecherin des Oberlandesgerichts sagte, für eine Entbindung von den Pflichtmandaten sei auch dann eine detaillierte Begründung notwendig, wenn die Verteidiger diese selbst beantragen. Allein die kürzlich erfolgte Berufung Grasels zum weiteren Pflichtverteidiger reiche nicht zur Begründung.

Am Montag war der 219. Verhandlungstag des Mammut-Prozesses. Der einzige Zeuge dieses Tages, der Zschäpe schon bei seiner ersten Vernehmung belastetet hatte, wurde zunächst nicht aufgerufen.

Zschäpe muss sich in dem Verfahren für die zehn Morde verantworten, die die Bundesanwaltschaft dem «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) vorwirft. Hinzu kommen zwei Bombenanschläge und 15 Raubüberfälle. (sda/dpa/afp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Er trat gegen SUV: Alex Pretti zoffte sich bereits Tage vor Tötung mit ICE-Leuten
Der in den USA getötete Alex Pretti geriet bereits elf Tage vor seinem Tod mit US-Beamten aneinander. Ein Video zeigt, wie er in die Richtung von ICE-Einheiten spuckt und gegen ein Auto tritt.
Das Video, über das unter anderem CNN berichtete, zeigt eine Auseinandersetzung zwischen Pretti und Staatsagenten. Es wurde elf Tage vor dem tödlichen Vorfall, bei dem zwei Grenzsschutzbeamte den am Boden liegenden Pretti mit mehreren Schüsse töteten, aufgenommen.
Zur Story