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Louvre-Räuber fordert in Nachrichten 8 Millionen Euro für Juwel

Louvre-Räuber fordert in Nachrichten 8 Millionen Euro für Juwel

Nach dem spektakulären Raub im Pariser Louvre hat sich offenbar ein mutmasslicher Mittäter im Darknet gemeldet – mit einem Angebot.
06.11.2025, 04:5606.11.2025, 04:56
Anna-Lena Janzen / t-online
Ein Artikel von
t-online

Am 23. Oktober soll ein Nutzer mit dem Pseudonym «Anubis_Dealer» auf einer nicht öffentlich zugänglichen Darknet-Plattform an die israelische CGI Group geschrieben haben. Von dem Vorfall berichtet «Bild». Er habe gefragt, ob es sich bei den Empfängern um die Sicherheitsfirma handele, «die hinter der Rückführung in Dresden» gesteckt habe.

Soldiers patrol in the courtyard of the Louvre museum, Thursday, Oct. 30, 2025 in Paris. (AP Photo/Emma Da Silva)
France Louvre
Das Louvre in Paris wurde Opfer eines spektakulären Diebstahls.Bild: keystone

Der «Bild»-Redaktion liegen Screenshots dieser Nachrichten vor. In der Chat-Nachricht hiess es demnach:

«Wir haben etwas Ähnliches – eines der fehlenden Stücke aus dem Louvre. Echter Beweis. Seid ihr dabei?»

Nachdem die Ermittler der CGI Group, eine private Firma mit Sitz in Israel, die Quelle und das Angebot geprüft hatten, kamen sie dem Bericht zufolge zur Einschätzung, dass der Absender mit «sehr hoher Wahrscheinlichkeit» tatsächlich im Besitz eines Teils der Beute sei.

Louvre-Beute weiterhin verschwunden

Am 19. Oktober hatten vier Männer historische Juwelen aus der berühmten Apollo-Galerie des Louvre entwendet. Die Täter nutzten einen gestohlenen Lkw mit Leiter und Lastenaufzug, schlugen zwei Vitrinen ein und flohen nach weniger als sieben Minuten mit acht wertvollen Stücken – darunter Schmuck aus dem Besitz Napoleons. Die französische Polizei nahm kurz darauf mehrere Verdächtige fest, die Beute blieb jedoch verschwunden.

In dieser Phase wandte sich eine mit dem Museum verbundene Person an die israelische Sicherheitsfirma CGI Group – ein auf Rückführungen gestohlener Kulturgüter spezialisiertes Unternehmen, das bereits am Wiederbeschaffungsfall des Dresdner Juwelenraubs beteiligt gewesen sein soll. Über ihre Niederlassung in Rom wurde CGI laut «Bild» beauftragt, Hinweise zu sichten und eine mögliche Rückführung zu prüfen.

Am 23. Oktober meldete sich laut «Bild» der Nutzer im Darknet namens «Anubis_Dealer» – mit einem konkreten Angebot. Der Absender habe eine Zahlung von acht Millionen Euro binnen 24 Stunden in der Kryptowährung Monero verlangt – eine digitale Währung, bei der Transaktionen nicht nachverfolgt werden können. Die Übergabe des Juwels sollte laut dem Darknet-Kontakt an einem neutralen Ort erfolgen, vorgeschlagen wurde Österreich oder die Slowakei. Doch der Deal kam laut «Bild» nicht zustande – die französischen Behörden hätten durch bürokratische Verzögerungen die Übergabe vereitelt.

CGI-Chef Zvika Nave warf den Behörden danach vor, durch bürokratische Verzögerungen und «Ego-Konflikte» eine Rückführung der Juwelen verhindert zu haben. Als sich der anonyme Kontakt am 1. November erneut gemeldet hätte, habe er ungehalten reagiert: CGI habe zu lange geschwiegen, was als Desinteresse gedeutet worden sei. In ihrer Antwort wies die Firma das zurück und schrieb: «Das Schweigen war kein Zeichen mangelnder Absicht – es lag an Einmischungen von Personen ausserhalb unseres Einflusses.» Daraufhin entgegnete «Anubis_Dealer»: «Worte sind schön, aber Taten zählen mehr.»

Verdächtiger Täter soll in den sozialen Medien aktiv sein

Während die CGI im Hintergrund verhandelte, hatte die französische Polizei mehrere Tatverdächtige festgenommen: Einer von ihnen, Abdoulaye N., wurde am 25. Oktober in Aubervilliers nördlich von Paris verhaftet. Der Mann ist einem Bericht des britischen «Guardian» zufolge 39 Jahre alt, stammt aus der Gegend und war kein Unbekannter: Auf TikTok und YouTube veröffentlichte er Videos mit Motorrad-Stunts und Fitness-Tipps. Zudem hatte er als Sicherheitskraft im Pariser Centre Pompidou gearbeitet.

louvre räuber
Abdoulaye N.: Einer der Verdächtigen im Louvre-Raub.Bild: imago

Den Medienberichten zufolge fanden Ermittler offenbar DNA-Spuren von ihm an einer Vitrine im Louvre sowie an am Tatort zurückgelassenen Handschuhen und Werkzeugen. Auch das Fluchtfahrzeug – ein Yamaha TMax, ein besonders leistungsstarker Scooter – passte zu dem Modell, das er in seinen Videos fährt.

Laut «Guardian» vermuten die Ermittler, dass Abdoulaye N. zu dem Duo gehörte, das am 19. Oktober durch ein ungesichertes Fenster in die Apollo-Galerie des Louvre einstieg, dort zwei Vitrinen einschlug und mit acht historischen Schmuckstücken floh. Die Aktion dauerte unter sieben Minuten.

Unbekannter Drahtzieher?

Die Beute umfasst unter anderem ein mit Smaragden und Diamanten besetztes Collier, das Napoleon I. seiner Frau Marie Louise geschenkt hatte, sowie ein Diadem mit über 2000 Edelsteinen, das einst Kaiserin Eugénie gehörte.

Der Verdächtige sollte am Mittwoch im Nordpariser Vorort Bobigny in einem anderen Fall vor Gericht stehen. Doch die Verhandlung wurde laut «Guardian» wegen «der Medienaufmerksamkeit und der aktuellen Ereignisse» verschoben. Sein Verteidiger kündigte an, die Rechte und Privatsphäre seines Mandanten energisch schützen zu wollen.

Die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau erklärte, der Verdächtige habe seine Beteiligung an dem Raub zumindest teilweise eingeräumt. Sie sagte weiter, das Täterprofil passe nicht zu klassisch organisierten Kunstdieben. Es sei denkbar, dass die Männer im Auftrag eines bislang unbekannten Drahtziehers gehandelt hätten.

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