Tiger greift Person an – Raubkatze nach Flucht erschossen
Bei der Tiger-Dompteurin Carmen Zander in Dölzig hat am Sonntagnachmittag ein Tiger einen Helfer angegriffen und verletzt. Das bestätigte die Polizei. Carmen Zander selbst wurde nicht verletzt.
Nach dem Angriff entkam ein Tiger aus dem Gehege in einem Gewerbegebiet. Die Polizei erschoss das Tier wenig später an einer nahegelegenen Gartensparte. Weitere Tiere seien nach Angaben der Einsatzkräfte nicht frei.
Die Feuerwehr Dölzig ist aktuell vor Ort und sperrt die Strasse Richtung Frankenheim ab. Auch ein Rettungshubschrauber ist im Einsatz. Zudem sind schwer bewaffnete Polizisten vor Ort. Weitere Angaben zum Zustand des verletzten Helfers lagen zunächst nicht vor.
Die Polizei wolle zudem das Gelände mit einer Drohne überfliegen, um sicherzugehen, dass auch wirklich keine weiteren Tiere entkommen sind, berichtet die «Leipziger Volkszeitung».
Ermittlungsverfahren gegen die «Tigerkönigin» Carmen Zander
Gegen die Dompteurin aus Leipzig, die als «Tigerkönigin» bekannt ist, hatte es in der Vergangenheit wiederholt Vorwürfe gegeben. Die Frau hatte trotz fehlender Genehmigung eine Tigerschau beworben. Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren ein.
Carmen Zanders Probleme begannen bereits vor Jahren und verschärften sich nach der Corona-Pandemie. Immer mehr Zirkusse verzichteten auf Wildtiernummern. Die Dompteurin wurde nach eigenen Angaben kaum noch gebucht. Einnahmen blieben aus, die Kosten für die Tiere liefen weiter. Allein das Futter soll mehr als 1.000 Euro im Monat kosten, berichtete die «Bild»-Zeitung.
«Tiger-Streichel-Events» im Angebot von Carmen Zander
Seit 2022 darf die Dompteurin ihre Tiger nicht mehr kommerziell zur Schau stellen. Weil sie nicht mehr für Zirkusse arbeitet, verlangen die Behörden nach ihren Angaben grössere Gehege – ähnlich wie in Zoos oder Wildtierparks. Für fünf Tiger seien demnach 500 Quadratmeter vorgeschrieben. Die Fläche im Gewerbegebiet in Dölzig sei deutlich kleiner. Für die zehn Tiger von Zander gibt es dort nicht genügend Platz.
Vor dem Amtsgericht Eilenburg musste sich Zander wegen Verstössen gegen das Naturschutzgesetz verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll sie trotz Verbots zu Ostern mehrere Tigerschauen veranstaltet und Eintritt verlangt haben. Zudem ging es um den Vorwurf, junge Tiger auf ihrer Internetseite zum kommerziellen Streicheln angeboten zu haben. Das Verfahren wurde gegen eine Geldauflage vorläufig eingestellt. «Tiger-Streichel-Events» bietet Zander aber nach wie vor auf ihrer Webseite an.
Verwendete Quellen:
- lvz.de: "Tiger-Angriff bei Leipzig: Person von Raubkatze verletzt – Tier entlaufen"

