Wirtschaft
Schweiz

Guy Parmelin kritisiert die EU wegen neuer Zollregelung

Der Schweizer Bundespraesident Guy Parmelin bei einem Gespraech, anlaesslich des Swiss Media Forum vom Donnerstag, 7. Mai 2026 im KKL in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Bundespräsident Guy Parmelin äussert sich zu den neuen Zöllen der EU.Bild: keystone

«Nicht akzeptabel»: Guy Parmelin kritisiert die EU wegen neuer Zollregelung

16.05.2026, 18:4316.05.2026, 18:43

Bundespräsident Guy Parmelin ist unzufrieden mit den jüngst beschlossenen Stahlzöllen der Europäischen Union. In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF bezeichnete der SVP-Bundesrat die verschärften Einfuhrregeln als «nicht akzeptabel».

Er habe die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor einem möglichen «Eigentor» gewarnt, sagte Parmelin in der Sendung. Weil die Schweiz stark in die Stah-Lieferketten eingebunden sei – beispielsweise bei der Raumfahrt – könnten die Stahlzölle ihm zufolge kontraproduktiv sein.

Die EU plant, ab dem 1. Juli neue Stahlschutzmassnahmen einzuführen. Diese sehen unter anderem etwa halb so viele zollfreie Einfuhrmengen vor wie bis anhin – auch für Schweizer Produzenten. Der Bundesrat und die EU-Kommission müssten im Rahmen der Welthandelsorganisation neue Quoten verhandeln.

Gluehender Stahl wird durch Maschinen gewalzt in der Produktionsstaette der Stahl Gerlafingen AG in Gerlafingen im Kanton Solothurn, Schweiz, fotografiert am Montag, 18. September 2023. Die Schweizer  ...
Stahlexporte in die EU dürften für die Schweiz teurer werden.Bild: KEYSTONE

Weiter äusserte sich Parmelin zur neuen EU-Verordnung bezüglich der Arbeitslosengelder für Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco schätzt die dadurch entstehenden Mehrkosten für die Schweiz auf jährlich bis zu 900 Millionen Franken.

«Ich kann nur sagen, das hilft nicht», so der Bundespräsident. Er sei «überrascht», dass die EU somit gleich zwei «heikle Fragen» innert kurzer Zeit auf den Tisch bringe, während das Vertragspaket im Parlament verhandelt werde. Er verwies auf den sogenannten Modus vivendi, den die Schweiz und die EU im Zusammenhang mit dem Vertragspaket aushandelten. Darin wurde vereinbart, dass mögliche Probleme während den Verhandlungen im Schweizer Parlament vermieden werden sollten, um den Ratifizierungsprozess nicht zu stören.

Schweiz erwartet Reaktion von USA

Schwierig gestalten sich bekanntlich auch die Verhandlungen mit den USA über ein Handelsabkommen. Die mit den Urteilen des Supreme Courts zusammenhängende Unsicherheit helfe dabei nicht, sagte Parmelin zu Radio SRF.

Er erwarte nun eine Reaktion der USA auf die schriftlichen Anträge der Schweiz. Der Bundespräsident zeigte sich pragmatisch, betonte aber auch, dass die Schweiz letztlich nicht wisse, was seitens USA passieren könne. (sda)

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23 Kommentare
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AnonBlue
16.05.2026 18:58registriert Oktober 2023
Tja, erst gegen die EU täubeln, weil das schlecht für die Schweiz sei, jetzt gegen die EU täubeln, weil sie das tut, wovon die Befürworter seit Jahrzehnten warnen...

Liebi SVP, de Füfer und s Weggli gits nid!
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Fred_64
16.05.2026 18:56registriert Dezember 2021
Parmelin meint, dass mögliche Probleme während den Verhandlungen im Schweizer Parlament vermieden werden sollten, um den Ratifizierungsprozess nicht zu stören.
Wie wäre es, wenn Parmelin die allergrössten Störenfriede im ganzen Prozess mal ruhig stellen würde?
Ach ja stimmt, dass ist nicht die "böse" EU, sonderen die aus der eigenen Partei...
2012
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