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Prozess in deutschem Missbrauchsskandal beginnt mit Anklage



19.08.2019, Schleswig-Holstein, Lübeck: Die Akten der Staatsanwaltschaft im Fall der vierfachen Mutter, die wegen Misshandlung vor Gericht steht, liegen auf einem Tisch im Saal 315 am Landgericht Lübeck. Am Lübecker Landgericht beginnt der Prozess gegen eine 49 Jahre alte Mutter aus dem Kreis Ostholstein, die ihre vier gesunden Kinder bei Ärzten und Behörden als schwer krank dargestellt haben soll, um Sozialleistungen zu kassieren. Dazu soll sie zwischen 2010 und 2016 unter anderem Arztberichte gefälscht und den Ärzten falsche Symptome geschildert haben. KEYSTONE/DPA/Rainer Jensen

Bild: dpa

Der Prozess gegen einen zentralen Verdächtigen im deutschlandweiten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat im zweiten Anlauf in der Stadt Köln begonnen.

Die Staatsanwaltschaft warf dem 43-Jährigen am Montag unter anderem vor, immer wieder seine 2017 geborene Tochter sexuell missbraucht zu haben. Dabei habe er gezielt Zeiten ausgenutzt, in denen seine Ehefrau nicht zu Hause war. Den Grossteil der Taten habe er mit seinem Smartphone dokumentiert, um das Material über diverse Online-Dienste an gleichgesinnte Chat-Partner zu verschicken.

Der Deutsche ist für die Ermittler eine zentrale Figur im landesweiten Missbrauchskomplex, der durch Ermittlungen in der westdeutschen Stadt Bergisch Gladbach ins Rollen gekommen war.

Mit Durchsuchungen bei dem Familienvater im Herbst 2019 war der ganze Fall ins Rollen gekommen. Polizisten fanden nicht nur riesige Mengen kinderpornografischen Materials - sie stiessen auch auf digitale Kontakte zu anderen Männern. Mittlerweile werden Spuren in Foren, Gruppenchats und Messenger-Diensten zu Tausenden möglichen Verdächtigen verfolgt.

Der Angeklagte soll bereits bei der Identifizierung seiner Chat-Partner geholfen haben. Nach Angaben des Gerichts ist zudem eine Einlassung im Prozess angekündigt. Der eigentliche Prozessbeginn in der Vorwoche hatte wegen eines Brandes im Gericht verschoben werden müssen. Um den formalen Anforderungen zu genügen, war die Sache vom Gericht nur kurz aufgerufen worden, um sie dann zu vertagen. (sda/dpa)

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