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Russland will angeblich Beschuss von Kiew pausieren – wegen Eiseskälte

FILE - President Donald Trump and Russia's President Vladimir Putin talk, Aug. 15, 2025, at Joint Base Elmendorf-Richardson, Alaska. (AP Photo/Julia Demaree Nikhinson, File)
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US-Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin offenbar zu einer einwöchigen Feuerpause gebracht. (Archivbild)Bild: keystone

Russland will angeblich Beschuss eiskalten Kiews pausieren – die neusten Entwicklungen

29.01.2026, 20:4929.01.2026, 22:32

Für die im vierten Kriegswinter schwer in Mitleidenschaft gezogene Ukraine gibt es nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Hoffnung auf eine begrenzte Waffenruhe. Kremlchef Wladimir Putin habe bei einem Telefonat seiner Bitte nach einer einwöchigen Pause der russischen Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte zugestimmt, sagte Trump. Der Republikaner führte als Grund für seine Initiative bei Putin die extreme Kälte in der Ukraine an. Er habe deshalb persönlich nach der Angriffspause gefragt.

Reaktionen aus Moskau und Kiew

Offiziell gab es dafür aus Moskau zunächst keine Bestätigung. Aus Trumps Ausführungen während einer Kabinettsitzung in Washington ging nicht hervor, wann genau die angebliche Angriffspause beginnen soll.

Ob die von US-Präsident Donald Trump angekündigte begrenzte Waffenruhe für die Ukraine zustande kommt, ist nach Angaben des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj ungewiss. Er dankte zunächst den USA für deren Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen. «Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten» werde zeigen, ob es tatsächlich zu einer Waffenruhe kommen werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

Spekulationen um Waffenruhe mehren sich

Trumps Aussagen kommen vor dem Hintergrund zunehmender Spekulationen über eine solche Waffenruhe. Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte Stunden vor Trumps Äusserungen Meldungen über eine bevorstehende Einigung zu einem Verzicht auf Schläge gegen Energieobjekte nicht kommentieren wollen.

Der bislang letzte Luftalarm in Kiew wurde in der Nacht zum Mittwoch ausgelöst. In der Nacht zum Donnerstag flogen die Drohnen bereits an der ukrainischen Hauptstadt vorbei, schlugen aber andernorts im Land ein.

Russische Militärblogger empört

Russische Militärblogger gaben sich bereits empört. Es gebe Informationen, dass den russischen Streitkräften bereits seit diesem Donnerstagmorgen (07.00 Uhr (Ortszeit)/05.00 Uhr MEZ) Schläge gegen Kiew und das Umland sowie gegen sämtliche Infrastrukturobjekte verboten worden seien, schrieb der Militärblogger Romanov Light. Er veröffentlichte mehrere Beiträge russischer Soldaten, die in dem Zusammenhang von «Verrat» sprachen.

Der vielgelesene und dem russischen Verteidigungsministerium nahestehende Blog Rybar spekulierte, dass eine mögliche Pause mit der bevorstehenden Verhandlungsrunde in Abu Dhabi zusammenhängen könnte, wo Russen und Ukrainer unter Vermittlung der USA über ein Ende des seit vier Jahren dauernden Kriegs sprechen. Zugleich hiess es bei Rybar, eine Waffenruhe aus humanitären Erwägungen, um die ukrainische Bevölkerung während des Frostes zu schützen, «sinnlos» sei. Schläge gegen das ohnehin geschwächte Energienetz des Nachbarlands seien «ein sehr guter Hebel» gegen Kiew, argumentierte der Blog.

Ukraine stark in Mitleidenschaft gezogen

Russland hat die Ukraine in diesem relativ strengen Winter mit schweren Angriffen aus der Luft überzogen. Das ohnehin stark geschwächte Strom- und Wärmenetz wurde weiter systematisch attackiert. So trafen zwei schwere Angriffe Kiew bereits in der ersten Januarhälfte.

Nach erneutem Beschuss der Heizkraftwerke am Samstag waren etwa 6'000 Wohnblöcke und damit gut die Hälfte der Millionenstadt bei teils zweistelligen Minusgraden ohne Fernheizung. Inzwischen sind es «nur noch» etwa 450 Wohnblöcke.

Der Stromversorger musste zu Notabschaltungen greifen. Erst am Donnerstagmorgen wurden wieder planmässige Stromsperren eingeführt, wodurch viele Kiewer zumindest wieder fünf bis acht Stunden Elektrizität täglich haben.

Nach zwei Tagen mit leicht über null Grad werden für das Wochenende wieder starke Fröste mit zum Teil unter minus 20 Grad in der Nacht erwartet. Klitschko hatte die Einwohner bereits aufgefordert, wenn möglich, Kiew zumindest für kurze Zeit zu verlassen.

Der von Trump angekündigten Teilwaffenruhe trauen längst nicht alle in der Ukraine. Der Bürgermeister der Stadt Lwiw, Andrij Sadowyj, rief dazu auf, sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Der Feind könne versuchen, gerade den starken Frost auszunutzen, um noch einmal gegen das Energienetz loszuschlagen, warnte er bei Telegram. (hkl/sda/dpa)

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Firefly
29.01.2026 20:55registriert April 2016
Ja Russland wollte schon viel und macht trotzdem immer das selbe, Zeit schinden.

Es gibt dann sicher wieder einen inszenierten Vorfall und dann kann er den anderen die Schuld geben. Wie immer. Nichts neues.
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