DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Iran beginnt mit Urananreicherung – Eklat um Inspektorin erzürnt EU und USA



epa07976712 A handout photo made available by the Iran Atomic Energy Organization reportedly shows the inside of the Iran's Fordow nuclear facility, in Fordow, Qom province, 06 November 2019. Media reported following president Rouhani's announcement of the country's fourth step in reducing its nuclear commitment to the Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), Iran will begin injecting uranium gas into 1,044 advanced centrifuges.  EPA/HO HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Innenansicht der Anlage in Fordo. Bild: EPA

Der Iran wird am Wochenende die Urananreicherung in der Atomanlage Fordo südlich von Teheran wieder aufnehmen. Das gab der Sprecher der iranischen Atomorganisation (AEOI), Behrus Kamalwandi, am Donnerstag bekannt.

Inzwischen sei bereits Urangas in die 1044 Zentrifugen in Fordo injiziert worden, sie müssten aber vor der Anreicherung noch stabilisiert werden. Das werde noch bis Samstag dauern. Danach sei Fordo bereit dafür, die Urananreicherung bis zu einem Anreicherungsgrad von 4,5 Prozent wieder aufzunehmen, fügte der Sprecher nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna hinzu.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien wurde nach Angaben Kamalwandis über alle Schritte in Fordo in Kenntnis gesetzt. IAEA-Inspektoren würden am Samstag auch vor Ort präsent sein.

Die Massnahmen sind ein Verstoss gegen das Atomabkommen von 2015, das die Entwicklung einer iranischen Atombombe verhindern soll. Nach dem mühsam ausgehandelten Wiener Vertrag sollte Fordo nur für wissenschaftliche Projekte genutzt werden – die Zentrifugen dort durften ohne Gasinjektion lediglich getestet werden.

This Nov. 1, 2019, satellite image provided by provided by Maxar Technologies shows the Fordo nuclear facility, just north of the holy city of Qom in Iran. The resumption of activity at Fordo pushes the risk of a wider confrontation involving Iran even higher after months of attacks across the Middle East that the U.S. blames on Tehran. (Satellite image ©2019 Maxar Technologies via AP)

Bild: AP

Seit Mittwoch – und dem Beginn der vierten Phase des iranischen Teilausstiegs aus dem Atomdeal – agiert Fordo jedoch wieder neben Natans als eine weitere Anlage für Urananreicherung.

Inspektorin erhält keinen Zugang

Inmitten der Abkehr vom Atomabkommen wurde einer internationalen Inspektorin die Akkreditierung entzogen. Bei der IAEA-Mitarbeiterin sei ein Alarm ausgelöst worden, weil der Verdacht bestanden habe, sie könnte ein «verdächtiges Produkt» bei sich haben. Ihr sei der Zugang zu der Anlage verwehrt worden.

Dies sei bereits in der vergangenen Woche bei einer Eingangskontrolle an der Urananreicherungsanlage von Natans erfolgt, teilte die iranische Atomenergiebehörde am Donnerstag mit. Die iranische Atomenergiebehörde erklärte, sie habe die IAEA über den Vorfall informiert. Die Inspektorin sei nach Wien ausgereist – dort hat die internationale Atomenergiebehörde ihren Sitz.

epa07977417 A handout photo made available by the Iran Atomic Energy Organization shows a truck carrying UF6 fuel leaving the Natanz nuclear power plant to Fordow, in Natanz , Isfahan province, 06 November 2019. Media reported following president Rouhani's announcement of the country's fourth step in reducing its nuclear commitment to the Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA), Iran will begin injecting uranium gas into 1,044 advanced centrifuges.  EPA/IRAN ATOMIC ENERGY ORGANIZATION / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild: EPA

Die USA und die Europäische Union kritisierten den Iran deutlich für den Zwischenfall mit der Inspektorin. «Wir rufen den Iran auf sicherzustellen, dass es in der Zukunft nicht mehr zu solchen Vorfällen kommt», hiess es in einer EU-Erklärung vor dem Gouverneursrat der IAEA, der zu einer Sondersitzung zusammengekommen war. Die US-Botschafterin Jackie Wolcott bezeichnete den Vorfall als «ungeheuerliche Provokation».

Die vierte Phase des iranischen Teilausstiegs löste international Besorgnis und Kritik aus, auch seitens des iranischen Verbündeten Russland. Teheran weist die Kritik vehement zurück und verweist stets auf den Ausstieg der USA aus dem Abkommen im Mai 2018. (aeg/sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Iran testet zwei weitere Langstreckenraketen

1 / 14
Iran testet zwei weitere Langstreckenraketen
quelle: x80001 / handout
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

17-jährige Iranerin wegen ihrer Freizügigkeit verhaftet

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

Wie links ist Joe Biden wirklich?

Der US-Präsident ist nicht über Nacht zum Revolutionär mutiert. Er passt sich pragmatisch den neuen Umständen an.

Auf der Meinungsseite des «Wall Street Journal» werden einmal mehr konservative Krokodils-Tränen vergossen. «Er hat uns Normalität verkauft – Mr. Biden werde ein kompetenter, beruhigender, überparteilicher Moderater sein, der einen Kampf ‹um die Seele der Nation› führen werde», klagt das Blatt. «Das war damals. Nun entpuppt er sich als radikaler, aggressiver Parteipolitiker, der eine Art politische Revolution vorantreibt, welche er noch in den Primärwahlen verurteilt hat.»

In der «Financial …

Artikel lesen
Link zum Artikel