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epa07699818 Conservative Party leadership candidate Boris Johnson eats an ice cream in Barry Island, Wales, Britain, 06 July 2019 ahead of the Conservative party leadership hustings in Cardiff. The two contenders, Jeremy Hunt and Boris Johnson are competing for votes from party members, with the winner replacing Prime Minister Theresa May as party leader and Prime Minister of Britain's ruling Conservative Party.  EPA/FRANK AUGSTEIN / POOL

Drei von vier Tory-Mitgliedern wollen Boris Johnson wählen. Bild: EPA

Der Hering-Eklat und vier weitere Pannen von Boris Johnson

Leonhard Landes / watson.de



Boris Johnson ist fast am Ziel. Am Dienstag wird das Ergebnis der Abstimmung unter den rund 160'000 Tory-Mitgliedern für die Nachfolge von Theresa May bekannt gegeben. Und Brexit-Hardliner Johnson gilt als haushoher Favorit für den Premier-Posten. Laut einer Umfrage der Sun on Sunday wollen 73 Prozent der wahlberechtigten Tory-Mitglieder Johnson wählen.

Aber warum eigentlich? Wer das Rennen um den Tory-Vorsitz und das Amt des Premierministers verfolgte, sah zahlreiche Pannen von Boris Johnson im Wahlkampf. Leere Stühle, Debatten über Frisuren und Räucherheringe: Oft erschien Johnson als Ziel des Spotts.

Doch die Pannen-Serie kann auch erklären, warum Johnson seinem Konkurrenten Jeremy Hunt so überlegen ist.

Fangen wir an mit dem leeren Stuhl.

Boris Johnsons No-Show

Am 3. Juni stieg Boris Johnson offiziell ins Rennen um die Nachfolge der gescheiterten Premierministerin Theresa May ein. Ein Video auf Twitter zeigte ihn mit neuer Frisur und neuer Ernsthaftigkeit. Sein zentrales Versprechen: Mit mir bekommt ihr endlich den Brexit.

Schon bald gab es aber Spott für den neuen Boris: Er schien Presseauftritten aus dem Weg zu gehen. Möchte der Mann, der sich so gerne in Live-Interviews verplappert, Peinlichkeiten vermeiden? Das jedenfalls war eine Lesart in der Öffentlichkeit.

Höhepunkt war dann, dass Boris Johnson Mitte Juni nicht zu einer Debatte mit den damals noch fünf verbleibenden Konkurrenten erschien. Die TV-Diskussion würde unübersichtlich ausfallen, war seine offizielle Begründung.

Der Sender entschied sich, einen leeren Stuhl für den abwesenden Johnson auf das Podium zu stellen:

Der Spott der Journalisten war Johnson für diesen Nicht-Auftritt sicher.

Boris Johnson und die Haare

Die wirre Friseur des britischen Politikers ist sein Markenzeichen, ähnlich wie die blonde Tolle von Donald Trump.

Johnsons Haare standen auch im Fokus der Episode um den Streit von Johnson mit seiner Lebensgefährtin Carrie Symonds. Freitag, den 20. Juni, war die Polizei zur Wohnung von Johnson in London gerufen worden, eine Nachbarin hatte einen lauten Streit gehört und sich Sorgen gemacht.

Der Streit beherrschte die Schlagzeilen der britischen Presse. Johnson selbst wollte sich nicht zu seinem Privatleben äussern. Am Montag darauf erschien dann ein Foto von Johnson und Symonds in mehreren Zeitungen, es sollte offenbar Harmonie ausdrücken.

Das Problem nur: Die Haare von Johnson sind auf dem Foto deutlich länger, als sie zu diesem Zeitpunkt eigentlich waren. Hatte das PR-Team von Johnson ein altes Foto ausgegeben, um die Wogen zu glätten?

Genau das wurde Johnson im Interview mit LBC wiederholt gefragt (26 Mal!). Und wiederholt verweigerte er eine Antwort. Keine Antwort ist auch eine Antwort, das war der Tenor der Presse nach diesem gescheiterten Auftritt von Boris Johnson.

Was macht Boris Johnson eigentlich in seiner Freizeit?

Politiker und ihre Leidenschaften und Hobbies: ein kompliziertes Thema.

Theresa May wurde einmal gefragt, was das Unartigste gewesen sei, das sie jemals getan habe. Es wäre eine Möglichkeit für die oft so stoisch wirkende May gewesen, etwas menschlicher zu wirken. Ihre Antwort: «Oh Gott, nun, ich schätze, ich muss gestehen, als ich jünger war, liefen ich und meine Freunde durch Weizenfelder, die Bauern waren nicht allzu glücklich darüber.»

Johnson verspottete May danach. Er erlebte kürzlich aber seinen eigenen «Weizenfeld»-Moment.

Ein Reporter fragte ihn, wie er sich entspanne. Boris Johnson kam mit einem äusserst skurrilen Hobby um die Ecke: Er bastle aus Holzkisten Busse.

Das ist die kurze Version der Antwort. Die lange, so kompliziert hervorgebrachte Antwort von Johnson, seht ihr hier:

Der Gesichtsausdruck des Interviewers sprach dann auch Bände.

Boris Johnson, Handels-Experte

Ende Juni war dann klar: Das Rennen um die Nachfolge von May wird sich zwischen Boris Johnson, dem Ex-Aussenminister, und Jeremy Hunt, dem amtierenden Aussenminister, entscheiden.

Boris Johnson konnte Konfrontationen nicht mehr aus dem Weg gehen. Und eine Blamage folgte bald.

In einem Interview mit der BBC präsentierte Johnson seinen Brexit-Plan. Der Plan sieht im Grunde vor, die EU am 31. Oktober zu verlassen, auch ohne Austrittsabkommen. Johnson glaubt, dass negative Auswirkungen dieses No-Deal-Brexits, den Ökonomen für eine Katastrophe halten, umgangen werden könnten – mithilfe einer Bestimmung aus dem Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen (GATT), einem internationalen Vertrag, der den Grundstein für die Welthandelsorganisation (WTO) legte.

Das erklärte Johnson BBC-Moderator Andrew Neil. Demnach würden nach dem Brexit ohne Vertrag dennoch die gleichen Handelsregeln wie bisher gelten. Zölle: überflüssig. Das sei mit Artikel 24, Paragraf 5b des GATT-Abkommens möglich, sollte die EU zustimmen.

Neil liess Johnson eiskalt auflaufen. Er fragte Johnson, ob dieser wisse, was in Paragraf 5c stünde. Johnson verneinte.

Darin stehe, belehrte ihn Neil, dass Johnson für diese imaginierte «Übergangsphase» «nicht nur die Zustimmung der EU braucht, sondern man muss sich auch auf die Umrisse eines künftigen Handelsabkommens einigen und den Zeitplan, um das zu erreichen». Mit anderen Worten: Es wird nicht möglich sein.

Übrigens hat die EU mehrfach klar gestellt, dass eine solche Übergangsphase nur mit unterschriebenem Austrittsvertrag möglich ist.

Johnson und der Räucherhering

Boris Johnson zählt zu den lautstärksten Kritikern der EU in Grossbritannien (dabei konnte er sich vor dem EU-Referendum noch sehr schwer entscheiden, ob er für oder gegen den Austritt sein würde).

Seine europaskeptische Polemik liess er erst am Mittwochabend wieder vom Stapel. Mitten während seiner Rede holte er bei einem Auftritt einen in Plastik verpackten Räucherhering unter dem Pult hervor.

Mit dem Fisch in der rechten Hand wetterte er gegen Brüssel. Der Hering sei auf der Isle of Man hergestellt worden, erklärte Johnson. «Brüsseler Eurokraten» hätten angeordnet, dass er nur noch mit einem Eiskühlkissen verkauft werden dürfe. Dies sei «sinnlos, teuer, umweltschädlich». Fischer würden dadurch hohe, unnötige Kosten tragen.

Die EU, das bürokratische Monster? Falsch.

Das von Johnson kritisierte Kühlkissen aus Plastik basiere auf einer Vorschrift der britischen Regierung, entgegnete die EU-Kommission. «Der von Herrn Johnson beschriebene Fall fällt nicht in den Anwendungsbereich der EU-Gesetzgebung, und es liegt ausschliesslich in der Zuständigkeit des Vereinigten Königreichs», sagte eine Kommissionssprecherin.

Pannen über Pannen – warum ist Johnson so erfolgreich?

Diese (noch unvollständige) Liste der Pannen von Boris Johnson macht deutlich: Der wahrscheinlich künftige Premierminister wirkt nicht immer wie der kompetenteste Politiker, um es vorsichtig auszudrücken.

Und dennoch wird er Grossbritannien künftig regieren. Die Pannenserie kann aber auch erklären, warum.

Zum einen zeigen die fünf Beispiele deutlich, wie Johnson in den vergangenen Wochen im Tory-Wahlkampf die Schlagzeilen dominiert hat. Es verging kaum ein Tag ohne News über den Politiker. «Bad publicity is better than no publicity», heisst es. Jede PR ist gute PR.

Das Phänomen Boris Johnson funktioniert in dieser Hinsicht wie das Phänomen Donald Trump. Kein Skandal schien Trump im Wahlkampf 2016 aufhalten zu können. Vielmehr machte ihn jeder Skandal nur präsenter. Auch Johnson drückte seine Konkurrenten mit seiner Präsenz an die Wand.

Den Tory-Wählern ist es offenbar egal, dass sich ihr möglicher neuer Premier oft um Kopf um Kragen redet, dass er Paragraphen in Verträgen nicht kennt oder sich mit Vorschriften über Räucherheringe blamiert.

Denn die Fehler unterlaufen Johnson auch, weil er impulsiv ist, weil er offen spricht, weil er gerne Witze reisst. Johnson hebt sich dadurch deutlich ab von seinem Konkurrenten Jeremy Hunt. Johnson mag der Klassenclown der britischen Politik sein, im Vergleich zu ihm wirkt Hunt aber wie der Streber in der Klasse, der gerne übersehen wird.

Mit seinen Reden von der «grossartigen» Zukunft Grossbritanniens nach dem Brexit und seinem Pochen auf den Austritt, komme was wolle, holt Johnson zudem die konservativen Wähler ab, die bei der Europawahl in Scharen zur rechtspopulistischen Brexit-Partei abwanderten.

Seine Pannen-Serie wird Boris Johnson wohl bald in der Downing Street No. 10 fortsetzen.

Boris Johnson

Grossbritannien: TV-Debatte ohne Boris Johnson

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36Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mutzli 21.07.2019 23:08
    Highlight Highlight Nur als allgemeine Info, da anscheinend diese Passage bei vielen im Artikel untergeht:"Am Dienstag wird das Ergebnis der Abstimmung unter den rund 160'000 Tory-Mitgliedern für die Nachfolge von Theresa May bekannt gegeben."

    ->Die Wahl ist parteiintern

    ->160'000 Tories dürfen die Stimme abgeben

    ->Die Wahlbevölkerung an sich, ca. 47.7 mio, wählt nicht.

    ->D.h. man kann von diesem System halten (siehe Bild BBC unten), was man will (ich als Demokrat so ziemlich nix) aber für das Resultat werden die Brits als solche nix können.

    Mehr infos:
    https://www.bbc.com/news/uk-politics-48395211
    Benutzer Bild
  • JackMac 21.07.2019 22:49
    Highlight Highlight Wir müssen uns nicht den Mund zerreissen. Bei uns werden Politiker wie Glarner, Köppel, Martullo und Fumiciello gewählt. .... und den Hess nicht vergessen.
  • Hinterm Mond, wärmts sich bestens 21.07.2019 22:38
    Highlight Highlight Wenn die den wählen, dann muss man den Briten das Recht zum wählen absprechen!
    Der Typ hat den Brexit angerissen, dann aber als er Verantwortung übernehmen sollte zog er Leine! Jetzt kommt er plötzlich daher...
    • amazonas queen 21.07.2019 22:55
      Highlight Highlight Ich denke, Johnson war klar, dass es unmöglich sein würde, in der gegebenen Zeit einen Vertrag auszuarbeiten, der wirklich alle überzeugt. Das ist bei der Polarisierung schlicht unmöglich. Da hat er den Abgang gemacht, sodass ihn heute niemand mit dem Vertrag in Verbindung bringt. Ob das gut geht oder nicht, dürfte egal sein. Er hat - so nehme ich mal an - bereits vorgesorgt.
  • B-Arche 21.07.2019 21:57
    Highlight Highlight Es ist dasselbe Phänomen wie in den USA. Der feste Glaube auserwählt und unbesiegbar zu sein und dass Diplomatie einen nur zugunsten Schwächerer einschränkt.

    Das passiert überall wenn eine komfortable Mehrheitsgesellschaft plötzlich langsam zur Minderheit wird und dann geschossen wird.

    Die verlorenen Industriejobs kehren nicht zurück aber die dortigen ehemaligen Arbeiter fühlen sich immer noch als der eigentliche Besitzer des Landes.
  • dho 21.07.2019 21:10
    Highlight Highlight Der Martullo-B der britischen Politik. In seven steps in die Vernichtung des British Empire.
    • JackMac 21.07.2019 22:46
      Highlight Highlight Seven thinking steps. So viel Ordnung muss sein.
    • dho 22.07.2019 09:52
      Highlight Highlight @JackMac 7 THINKING 🚶‍♀️???

      Hast du wirklich das Wort DENKEN gebraucht???

      SINKING hätte ich ja noch akzeptieren können...

      🌞
  • Le_Urmel 21.07.2019 20:45
    Highlight Highlight Noch besser ist, dass die Isle of Man nicht Teil der EU ist, aber wen interessieren schon solche Kleinigkeiten
  • Fischra 21.07.2019 20:44
    Highlight Highlight Aus der EU wollen sie, aber die Vorteile dieser Partnerschaft wollen sie auch. Was wollen sie denn wirklich? Boris wird der nächste Totengräber der Briten.
    • dho 21.07.2019 21:12
      Highlight Highlight Frag mal uns Schweizer...

      Wir wollen nicht hinein, aber die Vorteile dieser Partnerschaft wollen wir auch.
  • KnechtRuprecht 21.07.2019 20:02
    Highlight Highlight Der Boris wirkt einfach immer so als komme er direkt aus dem Pub.
  • FITO 21.07.2019 19:23
    Highlight Highlight Wohin BJ mit seiner Politik zielt.
    Benutzer Bildabspielen
  • El Vals del Obrero 21.07.2019 19:11
    Highlight Highlight Ist doch alles nur Show. Als ehemaliger Journalist weiss er doch bestens, wie die Medien und vor allem die Online-und Boulevard-Portale funktionieren und versteht es, das auszunützen.

    Laut manchen Berichten zerstreut er die Haare vor Auftritten absichtlich.
  • DocShi 21.07.2019 18:39
    Highlight Highlight Tja, der Film "Idiocrazy" hat Recht.

    Und bedauerlicherweise früher als gedacht. 🙄
  • FITO 21.07.2019 18:38
    Highlight Highlight Leider wählen die Wähler immer wie mehr aus dem Bauch heraus Politiker mit deren Niveau sie sich am besten identifizieren können.
    Dies zeugt leider eher vom Zustand der heutigen Gesellschaft und so gar nicht von der Kompetenz der Politiker.
    Kein gutes Zeichen für die Demokratie.
  • Nik G. 21.07.2019 17:26
    Highlight Highlight Ob schlecht oder gut, er wird von den einfachen Leuten gewählt, weil er ihnen das Gefühl gibt einer von ihnen zu sein. Genau wie Trump. Er wird es vermutlich nicht sein. Trotzdem haben die Politiker in vielen Länder den Bezug zur normalen Bevölkerung verloren und dies ist leider die Retourkutsche.
    • Juliet Bravo 21.07.2019 18:22
      Highlight Highlight Nein es ist nur die Ernte aus jahrelangem Politikbashing und Verunglimpfen der Classe Politique. Kennen wir von hier.
    • Mutzli 21.07.2019 18:44
      Highlight Highlight @Nik G.

      Gewählt wird der nächste Premier keineswegs von “den einfachen Leuten“. Das ist ein rein Parteiinterner Prozess: 2 Kandidaten werden von den Tory-MPs nominiert und einer davon von den 160'000 Toryparteimitgliedern gewählt. Zum Vergleich: Gesamtpopulatipn UK sind 66 mio.

      Wie sehr diese Torys dann tatsächlich dem Uk-Durchschnitt entsprechen: 70% Männer, mehr als 50% ü55, 60% aus Südengland, 86% Oberschicht... na ja.

      Zahlen von der BBC.

      Wäre also ähnlich, wie wenn allein SVP-Mitglieder (nicht Wählende!) als wählerstärkste Partei den Bundesrat wählen dürften.
    • Magnum 21.07.2019 20:03
      Highlight Highlight BoJo war Mitglied vom Bullingdon Club. Ein besonders elitärer Zirkel an einer besonders elitären Privatschule in Oxford.
      BoJo ist keiner aus der Unterschicht. Sein Hauptberuf ist Sohn des Vaters. So richtig gebüezt hat dieser Kerl noch keinen Tag in seinem Leben. Warum sich einfache Leute von so einem Windbeutel vertreten fühlen, der zudem null Dossierkenntnis hat, kann man nur verstehen, wenn man Jahrzehnte der Kulturvergiftung durch britische Boulevardmedien wie Sun und Daily Mail in Betracht zieht.

      Unten im Bild hast Du Deine volksnahen Geldaristrokraten...
  • Amadeus 21.07.2019 17:21
    Highlight Highlight Und genau das ist das Problem, wenn man jemanden wählt, weil er/sie unterhaltsam ist und sagt, was man denkt. Vielleicht sollten wir wieder mehr Streber wählen. Politiker müssen nicht unterhalten, sie müssen kompetent sein. Und auch die Medien sollten Kompetenz mehr Platz einräumen und nicht dem Klassenclown.
  • Walter Sahli 21.07.2019 16:11
    Highlight Highlight Ich mag ja den skurrilen britischen Humor, aber hier finde ich, übertreiben sie es.
    Man kann nicht nur Fussballclubs innert kürzester Zeit von der Erfolgs- auf die Verliererspur führen, sondern auch ganze Länder. Und ich frage mich immer wieder, was denn die Brexiter glauben, das besser wird, wenn sie zur EU raus sind.
  • DER Baron 21.07.2019 16:07
    Highlight Highlight Teil 2:
    Die Medienlandschaft macht sich gerne über ihn lustig. Hat es etwas gebracht? Nein! Er lebt davon. Die Medien würden besser konkret auf das politische Handeln achten- dort ist sein Leistungsausweis jeweils doch eher überschaubar.
  • DER Baron 21.07.2019 16:03
    Highlight Highlight Der Baron aus der linken Ecke möchte sich mal melden👋
    Mir gehen die BoJo/Trump Vergleiche sowas von auf den Wecker weil sie an den Haaren (die Pointe fiel mir auf halber Strecke ein) herbeigezogen sind.
    BoJo ist seit 25 Jahren so. Er wurde optisch zwar noch unappetitlicher aber geändert hat er sich stilistisch nie. Wieso auch wenn er Erfolg hat.
    BoJo kommt seit jeher wie der schuslig harmlose Kumpel rüber welcher rhetorisch und intelektuell zu überraschen vermag.

    (Ende Teil 1)
    • ujay 21.07.2019 17:40
      Highlight Highlight @Baron.....Bojo intellektuell?......sorry😂😂😂
    • DER Baron 21.07.2019 18:26
      Highlight Highlight Doch, er hat definitiv etwas zwischen den Ohren. Ist zumindest mein Eindruck nachdem ich 3 Bücher und unzählige Zeitungsberichte gelesen so wie diverse Reden gehört habe.
      Man darf die Dinge gerne anders betrachten als er, ihn als intelektuellen Blindgänger zu verspotten erachte ich hingegen als überflüssig.
  • Goldjunge Krater 21.07.2019 15:40
    Highlight Highlight Wr wird ein grosser Premier werden! Ich freue mich! 👍💪
    • ghawdex 21.07.2019 16:25
      Highlight Highlight Das er Premier wird ist (leider) kaum mehr die Frage. Sondern wie lange er auf dem Posten sein wird.
      Gibt es dazu schon Wettquoten? Die Briten wetten doch auf so ziemlich alles.
    • N. Y. P. 21.07.2019 16:37
      Highlight Highlight Also, wachsen wird er nicht mehr. Das Wachstum ist etwa mit 18 Jahren abgeschlossen, wenn ich mich nicht irre..
    • Platon 21.07.2019 17:25
      Highlight Highlight @Goldjunge
      Er wird ein schrecklicher Premier. Ich freue mich! Die Briten sollen für ihre Dummheit leiden.
    Weitere Antworten anzeigen

Geplant war eigentlich ein Johnson-Trump-Frisurenquiz – dann haben wir uns umentschieden🤣

Alea iacta est – die Würfel sind gefallen. Der 55-jährige konservative Politiker Boris Johnson ist neuer Premierminister Grossbritanniens. Das freut ihn, seine Partei, seine Anhänger und sorgt dafür, dass auch US-Präsident Donald Trump sich zu einem entzückten Tweet hinreissen lässt:

Am Mittwoch wird Johnson von Königin Elizabeth II. offiziell zum Premierminister ernannt, für Theresa May endet ein eher anstrengendes Polit-Kapitel.

Aufgrund der Nähe Trumps zu Johnson – oder umgekehrt – sah …

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