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Brexit Party leader Nigel Farage, center, reacts as results are announced at the counting center for the European Elections for the South East England region, in Southampton, England, Sunday, May 26, 2019. (AP Photo/Alastair Grant)

Nigel Farage (Mitte) freut sich am Sonntag über die Ergebnisse der EU-Wahlen. Bild: AP/AP

Sieg für Nigel Farage: EU-feindliche Brexit-Partei ist in Grossbritannien stärkste Kraft



Die Brexit-Partei ist bei der Europawahl in Grossbritannien als deutlicher Sieger hervorgegangen. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Wahlbezirke erhielt die EU-kritische Partei von Nigel Farage 31.6 Prozent der Stimmen.

«Es sieht nach einem grossen Sieg für die Brexit Party aus», sagte Farage nach Bekanntgabe der ersten Ergebnisse vor Journalisten in Southampton.

Als zweitstärkste Kraft erwiesen sich die proeuropäischen Liberaldemokraten. Sie kamen auf 20.3 Prozent. Die Konservativen der scheidenden Premierministerin Theresa May wurden wie erwartet empfindlich abgestraft. Sie landeten mit gerade einmal gut neun Prozent der Stimmen auf Platz fünf.

Auch Labour von Jeremy Corbyn schnitt deutlich schlechter ab als 2014 an dritter Stelle mit 14 Prozent der Stimmen. Erstaunlich stark war das Ergebnis der Grünen mit gut 12 Prozent. Mit einem Endergebnis wurde erst im Laufe des Montags gerechnet.

Corbyn will zweites Brexit-Referendum

Mit einem Erfolg der erst vor wenigen Monaten gegründeten Brexit-Partei war bereits im Vorfeld gerechnet worden. Die Stimmabgabe bot vielen Briten die Möglichkeit, ihrem Ärger über den Brexit-Kurs der beiden grössten Parteien - Konservative und Labour - Luft zu machen.

Das Ergebnis bestätigt, wie polarisiert die Gesellschaft inzwischen in der Frage ist. Parteien, die sich für einen Austritt ohne Abkommen einsetzen waren ungefähr genau so stark, wie Parteien, die ein zweites Referendum und eine Abkehr vom EU-Austritt anstreben.

Premierministerin May hatte am Freitag ihren Rücktritt angekündigt, weil es ihr nicht gelungen war, ihr mit Brüssel ausgehandeltes Abkommen über den EU-Austritt durchs Parlament zu bringen.

Labour-Chef Jeremy Corbyn bezeichnete die Wahl in einer Mitteilung als «Stellvertreter» für ein zweites Brexit-Referendum in dem Land. Seine Partei werde sich dafür einsetzen, das die Frage dem Volk wieder vorgelegt werde, entweder in einer Neuwahl oder einer Volksabstimmung, so Corbyn.

Eigentlich hätte das Land bereits am 29. März aus der Staatengemeinschaft ausscheiden und gar nicht mehr an der Wahl zum Europaparlament teilnehmen sollen. Die Frist für den EU-Austritt wurde inzwischen bis 31. Oktober verlängert. Gewählt wurde bereits am Donnerstag. (sda/dpa/afp)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rim 27.05.2019 12:35
    Highlight Highlight Naja. Die Libdems und die Grünen (beide Antibrexiters) haben gemeinsam mehr Stimmen gemacht als Farage mit seiner "Brexitpartei". Das bedeutet wohl, dass die Clownereien in England weitergehen. Welch ein peinliches Land!
  • dho 27.05.2019 10:15
    Highlight Highlight Jetzt, da die Briten wirklich 'ADIEU' sagen, wird ein Platz frei - für die Schweiz.
  • DerTaran 27.05.2019 10:11
    Highlight Highlight Lasst die Populisten machen, dass beste was jetzt passieren kann ist No-Deal-Brexit. Danach verlieren die UK Schottland und Nord-Irland, Tausende von Arbeitsplätzen, sie bekommen Chlorhühnchen und werden Spielball der Aberikaner. Viel Freude dabei.
  • Art Peterson 27.05.2019 09:28
    Highlight Highlight Soll doch Farage jetzt Veranwortung übernehmen und GB aus der EU führen und zwar so, dass der Lebensstandart erhalt bleibt, kein Chaos entsteht und keine Arbeitsplätze verloren gehen. Viel Vergnügen, da wird sich wohl mancher May zurück wünschen
    • Trompete 27.05.2019 10:10
      Highlight Highlight Bisher wollten die anderen Parteien nicht, dass Farage mitreden kann. Er hat übrigens in der Nacht auf Heute bereits wieder Mitspracherecht, punkto Brexit, für seine Partei gefordert.
  • PrivatePyle 27.05.2019 09:00
    Highlight Highlight Typisch, dass die Forderung nach einer 2ten Abstimmung wiedermal von linken Parteien kommt, frei nach dem Motto: abstimmen lassen bis das dümmliche Fussvolk sich "richtig" entscheidet.

    Zeigt einmal mehr deren Demokratie-Verständnis....
    • Froggr 27.05.2019 11:06
      Highlight Highlight Leider haben die Wähler in Grossbritannien den Linken ordentlich den Tag versaut.
    • rodolofo 27.05.2019 11:53
      Highlight Highlight Und wereliwer will dann immer wieder srf Radio+Fernsehen und anderen Service Publique privatisieren?
      Wo ein Willi ist, da ist der Holzweg.
  • rodolofo 27.05.2019 08:51
    Highlight Highlight Der Wahnsinn geht also weiter...
    • Froggr 27.05.2019 11:05
      Highlight Highlight Nein. Jetzt gehts endlich vorwärts.
    • rodolofo 27.05.2019 11:51
      Highlight Highlight @ Froggr
      Ja, vorwärts auf Feld 1...
  • Triumvir 27.05.2019 08:50
    Highlight Highlight 31.6 Prozent der Stimmen ist der rechte Bodensatz der Gesellschaft, wie er - leider - fast in jedem Land vorhanden ist. Was genau hat das jetzt mit "gewinnen einer Wahl" zu tun?
    • Froggr 27.05.2019 11:05
      Highlight Highlight Aus dem nichts 31.6 Prozent ist unglaublich viel. Rechnet man das hoch ist das eine grosse Mehrheit.
    • Sandro Lightwood 27.05.2019 12:30
      Highlight Highlight 31.6 Prozent ist eine grosse Mehrheit, wenn 100% nicht mehr als 60% übersteigt. Oder wie muss ich mir das vorstellen?
  • Glenn Quagmire 27.05.2019 08:26
    Highlight Highlight Hat er sich schon bei Mrs May und IRA- und Hamas-Sympathisant Corbyn bedankt? Das Versagen von Labour und Tories trieb dem Rattenfänger die Wähler vor die Füsse.
  • PC Principal 27.05.2019 08:21
    Highlight Highlight Interessant ist doch die Feststellung, das jene Parteien, die gegen den Brexit sind, deutlich stärker sind als die Brexit-Parteien.
    • Bartli, grad am moscht holä.. 27.05.2019 09:01
      Highlight Highlight Jetzt müssen sich diese parteien aber noch einig werden. Weil wenn jeder wieder seine eigene suppe kochen will, ist die eine partei doch wieder am stärksten. Erstaunlich finde ich, dass immerhin noch fast 1/3 der stimmenden für den brexit ist. Anhand der pressemitteilungen hierzulande in letzter zeit, hätte ich eine minderheit erwartet. Das ist nicht wertend gemeint, eine reine feststellung nach meinem empfinden.
    • beaetel 27.05.2019 09:15
      Highlight Highlight Wenn Nigel Farage eine neue Partei gründet, welche für den sofortigen Brexit ist und dabei auf Anhieb mit 30 % die grösste Partei stellt, und die Liberalen, die gegen einen Brexit sind, nur auf 20 % kommen, so finde ich dies eher „interessant“ ...
    • Trompete 27.05.2019 09:55
      Highlight Highlight Deutlich stärker?
      Bitte entsprechend Zahlen liefern, ich verstehe nicht, was du mitteilen möchtest. Ist aus deiner Sicht nur die stärkste Partei (Brexit Party) für den EU-Ausstieg?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Froggr 27.05.2019 07:51
    Highlight Highlight Der Fall ist klar. Eine zweite Abstimmung erübrigt sich also damit (auch zuvor wäre es ein Verrat an die Demokratie gewesen). Brexit kann kommen.
    • PC Principal 27.05.2019 10:36
      Highlight Highlight Wieso ist der Fall klar? Es ist genau so unklar wie zuvor, die Brexit-Parteien haben keine Mehrheit. Laut Umfragen ist eine Mehrheit gegen den Brexit, das war vor ein paar Jahren noch umgekehrt.
    • Nony 27.05.2019 10:45
      Highlight Highlight Es ist schon ein Verrat an der Demokratie, dass GB überhaupt noch an den Wahlen teilgenommen hat und somit die ganze Brexit Bande weiterhin Saläre aus der EU bezieht und darüber hinaus dort über Jahre Prozesse behindert. Leider ist die EU einfach zu freundlich. Raus. Zur Not ohne Verträge und selber weiterwursteln. Und das sage ich als Linker EU Befürworter
    • Froggr 27.05.2019 11:04
      Highlight Highlight Von denen die Abgestimmt haben, haben alleine 30 % (!) ihre Stimme der Brexit Partei gegeben. Rechnet man das hoch ist das eine überwältigende Mehrheit. Und es gibt keine repräsentativere Umfrage, als eine tatsächliche Wahl. Ist nun mal so.
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