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Trump setzt Europa wegen Strasse von Hormus unter Druck

FILE - U.S. President Donald Trump greets Ukrainian President Volodymyr Zelenskyy at his Mar-a-Lago resort in Palm Beach, Florida, Dec. 28, 2025. (AP Photo/Alex Brandon, File)
Donald Trump,Volodymyr Z ...
Wolodymyr Selenskyj und Donald Trump.Bild: keystone

Ukraine-Hilfe als Pfand: Trump setzt Europa wegen Strasse von Hormus unter Druck

01.04.2026, 21:4701.04.2026, 21:55

US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton gegenüber seinen europäischen Verbündeten. Laut einem Bericht der Financial Times droht er mit dem Ende der Waffenhilfe für die Ukraine, um Unterstützung im Konflikt mit Iran zu erzwingen. Die britische Tageszeitung hat ihre Informationen von Personen, die über die entsprechenden Gespräche informiert wurden.

Es geht um die Blockade der Strasse von Hormus durch Iran. Trump fordert von den Nato-Marinen eine «Koalition der Willigen», um die Meerenge gewaltsam wieder zu öffnen. Die europäischen Hauptstädte lehnten dies bisher ab und verwiesen auf das hohe Eskalationsrisiko während des laufenden Konflikts.

Laut Insidern reagierte Trump darauf mit einer massiven Drohung: Er wolle die Lieferungen an «Purl» einstellen – die zentrale Nato-Initiative zur Waffenbeschaffung für die Ukraine.

Sobald «die Kämpfe beendet sind»

Angesprochen auf die Verärgerung Donald Trumps über die Zurückhaltung der Nato-Partner, vermied Nato-Generalsekretär Mark Rutte eine direkte Bestätigung der US-Drohungen. Stattdessen gab er sich gegenüber der «Financial Times» zuversichtlich: Er sei fest davon überzeugt, dass die Verbündeten wie eh und je alles Notwendige unternehmen würden, um die gemeinsamen Interessen zu unterstützen.

epa12850843 North Atlantic Treaty Organization (NATO) Secretary General Mark Rutte presents his Annual Report for 2025 at NATO headquarters in Brussels, Belgium, 26 March 2026. EPA/OLIVIER MATTHYS
Mark Rutte ist ein niederländischer Politiker und seit Oktober 2024 NATO-Generalsekretär.Bild: keystone

Er musste die Europäer zu der gemeinsamen Erklärung vom 19. März bewegen, um Trumps angedrohten Ausstieg aus der Ukraine-Hilfe und der «PURL»-Initiative im letzten Moment zu verhindern. Der britische Premierminister Sir Keir Starmer sagte am Mittwoch, er werde diese Woche Gespräche zwischen den 35 Unterzeichnerstaaten über die Bildung einer Koalition zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus führen, sobald «die Kämpfe beendet sind».

Trump warf den Europäern vor, sich beim Schutz vor Russland auf die USA zu verlassen, im Gegenzug aber keine Unterstützung im Kampf gegen Iran zu leisten. Er kündigte gegenüber Reuters an, in einer TV-Ansprache am Mittwochabend (Ortszeit) «definitiv» auch einen Austritt aus der Nato zur Sprache zu bringen.

Die für die Ukraine wichtigen «Pac-3»-Abfangraketen werden derzeit verstärkt von den USA und den Golfstaaten beansprucht. US-Aussenminister Marco Rubio schloss nicht aus, dass Waffen künftig umgeleitet werden könnten, da «Amerika zuerst» komme. (val)

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Repplyfire
01.04.2026 21:57registriert August 2015
Gegendruck aufsetzen. Schmeisst die Amis aus Europa raus. Gebt den Dollar auf als leitwährung. Verkauft US Schulden. Appellieren an den US Kongress ihr Rückgrat zi finden und dieses schädliche Regime zu entfernen. Gegen Trump hilft nur Härte und Gegenangriff, alles andere interpretiert er als Schwäche und dann attackiert er noch mehr.
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Lohner
01.04.2026 22:00registriert August 2025
Drohen und Erpressen sind zwei seiner Kernkompetenzen. Mit anderen - positiven - Kompetenzen, ist Trump noch nie in Erscheinung getreten.
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Jürg Aeschbach
01.04.2026 22:10registriert Mai 2018
Wie heisst es so schön:
Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Ich denke ein Tellerwäscher wird heute sicher nicht mehr zum Millionör.
Dafür kann heute ein inkopetenter VollIdiot und Blödmann Präsident werden.
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