Ukraine-Hilfe als Pfand: Trump setzt Europa wegen Strasse von Hormus unter Druck
US-Präsident Donald Trump verschärft den Ton gegenüber seinen europäischen Verbündeten. Laut einem Bericht der Financial Times droht er mit dem Ende der Waffenhilfe für die Ukraine, um Unterstützung im Konflikt mit Iran zu erzwingen. Die britische Tageszeitung hat ihre Informationen von Personen, die über die entsprechenden Gespräche informiert wurden.
Es geht um die Blockade der Strasse von Hormus durch Iran. Trump fordert von den Nato-Marinen eine «Koalition der Willigen», um die Meerenge gewaltsam wieder zu öffnen. Die europäischen Hauptstädte lehnten dies bisher ab und verwiesen auf das hohe Eskalationsrisiko während des laufenden Konflikts.
Laut Insidern reagierte Trump darauf mit einer massiven Drohung: Er wolle die Lieferungen an «Purl» einstellen – die zentrale Nato-Initiative zur Waffenbeschaffung für die Ukraine.
Sobald «die Kämpfe beendet sind»
Angesprochen auf die Verärgerung Donald Trumps über die Zurückhaltung der Nato-Partner, vermied Nato-Generalsekretär Mark Rutte eine direkte Bestätigung der US-Drohungen. Stattdessen gab er sich gegenüber der «Financial Times» zuversichtlich: Er sei fest davon überzeugt, dass die Verbündeten wie eh und je alles Notwendige unternehmen würden, um die gemeinsamen Interessen zu unterstützen.
Er musste die Europäer zu der gemeinsamen Erklärung vom 19. März bewegen, um Trumps angedrohten Ausstieg aus der Ukraine-Hilfe und der «PURL»-Initiative im letzten Moment zu verhindern. Der britische Premierminister Sir Keir Starmer sagte am Mittwoch, er werde diese Woche Gespräche zwischen den 35 Unterzeichnerstaaten über die Bildung einer Koalition zur Wiedereröffnung der Strasse von Hormus führen, sobald «die Kämpfe beendet sind».
Trump warf den Europäern vor, sich beim Schutz vor Russland auf die USA zu verlassen, im Gegenzug aber keine Unterstützung im Kampf gegen Iran zu leisten. Er kündigte gegenüber Reuters an, in einer TV-Ansprache am Mittwochabend (Ortszeit) «definitiv» auch einen Austritt aus der Nato zur Sprache zu bringen.
Die für die Ukraine wichtigen «Pac-3»-Abfangraketen werden derzeit verstärkt von den USA und den Golfstaaten beansprucht. US-Aussenminister Marco Rubio schloss nicht aus, dass Waffen künftig umgeleitet werden könnten, da «Amerika zuerst» komme. (val)
