Ebola-Ausbruch in Kongo-Kinshasa – was du über die Viruskrankheit wissen musst
Nach dem Ausbruch einer seltenen Variante des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen.
Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC geht mittlerweile von 336 Verdachtsfällen und 88 Todesfällen aus. Erste Fälle wurden bereits im Nachbarland Uganda gemeldet. Was du zum aktuellen Ausbruch und der Viruskrankheit Ebola wissen musst.
Was ist Ebola?
Ebola ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit aus der Gruppe der hämorrhagischen Fieber. Sie zeichnet sich durch einen oft sehr schweren Verlauf und eine hohe Sterblichkeit aus, weshalb sie zu den besonders gefährlichen Viruskrankheiten gezählt wird. Erstmals beschrieben wurde Ebola 1976 nahezu gleichzeitig in zwei Ausbrüchen, in der heutigen Demokratischen Republik Kongo (damals Zaire) nahe dem Ebola-Fluss sowie im heutigen Sudan.
Der Name der Krankheit stammt vom Ebola-Fluss in der DR Kongo, wo der erste bekannte Ausbruch entdeckt wurde. Seit ihrer Entdeckung tritt Ebola immer wieder in Form einzelner lokaler Ausbrüche auf, zu einer globalen Pandemie kam es jedoch noch nie.
Wie wird das Virus übertragen?
Als natürliche Wirte des Virus werden oft Flughunde der Familie Pteropodidae genannt. Das Virus wurde jedoch auch bereits bei toten Schimpansen, Gorillas, Waldantilopen oder Stachelschweinen festgestellt. Wenn Menschen in engen Kontakt mit Blut, Sekreten, Organen oder anderen Körperflüssigkeiten von infizierten Tieren kommen, kann die Krankheit vom Tier auf den Menschen übertragen werden.
Von Mensch zu Mensch kann das Virus dann ebenfalls über den direkten Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeiten einer infizierten Person erfolgen. Jedoch auch über Gegenstände, die mit infizierten Körperflüssigkeiten kontaminiert sind. Dabei sind infizierte Personen nach aktueller Forschung erst ansteckend, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen.
Was sind die Symptome?
Nach einer Ansteckung mit dem Virus zeigen sich die ersten Symptome nach 2 bis 21 Tagen. Dabei beginnt es meist mit Fieber, Müdigkeit, Unwohlsein, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen. Darauf folgen Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag. Schwere Verläufe gehen mit eingeschränkten Nieren- und Leberfunktionen einher und können zu einem multiplen Organversagen führen. In seltenen Fällen kann es auch zu inneren und äusseren Blutungen kommen.
Kann eine Ebola-Erkrankung behandelt werden?
Eine Erkrankung mit Ebola kann heute deutlich besser behandelt werden als noch vor einigen Jahren, besonders, wenn die Krankheit früh erkannt wird. Die Überlebenschancen steigen deutlich, wenn infizierte Personen schnell medizinisch versorgt werden. Die Behandlung besteht vor allem darin, den Körper zu stabilisieren und die Symptome zu lindern. Betroffene erhalten beispielsweise viel Flüssigkeit und Elektrolyte, weil Ebola häufig zu starkem Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen und Durchfall führt.
Zusätzlich werden Sauerstoff, Medikamente gegen Schmerzen und Fieber sowie Behandlungen gegen weitere Infektionen eingesetzt. In schweren Fällen erfolgt die Versorgung auf speziellen Isolierstationen. Mittlerweile gibt es ausserdem bestimmte Medikamente, sogenannte monoklonale Antikörper, die gezielt gegen das Virus wirken können.
Gibt es eine Impfung?
Ja, die Impfung gegen Ebola schützt besonders gut gegen das Zaire-Ebolavirus, das für die meisten grossen Ausbrüche verantwortlich ist. Laut der WHO wird dieser Impfstoff vor allem während Ausbrüchen eingesetzt, um die Ausbreitung schnell einzudämmen. Zusätzlich gibt es weitere Impfkonzepte wie die Zwei-Dosen-Impfung Zabdeno/Mvabea, die ebenfalls gegen bestimmte Ebola-Varianten verwendet werden kann.
Sinnvoll sind diese Impfungen vor allem für Menschen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko. Dazu gehören medizinisches Personal in Ausbruchsgebieten, enge Kontaktpersonen von Erkrankten sowie Personen, die in Regionen leben oder arbeiten, in denen aktuell ein Ebola-Ausbruch auftritt. Für die allgemeine Bevölkerung ausserhalb solcher Risikogebiete wird die Impfung normalerweise nicht routinemäßig empfohlen.
Was ist speziell an der aktuellen Variante?
Beim aktuellen Ausbruch in Kongo-Kinshasa wurde die seltene Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus festgestellt. Im Gegensatz zu der am häufigsten vorkommenden Variante, dem Zaire-Ebolavirus, gibt es für diese keinen Impfstoff. Auch gebe es nach Angaben der lokalen Behörden aktuell keine Behandlung, wie das deutsche Nachrichtenmagazin Deutschlandfunk schreibt. Nach Angaben des US-amerikanischen Gesundheitsinstituts NIH liegt die Sterblichkeitsrate mit 37 Prozent jedoch deutlich tiefer als bei dem Zaire-Virus, welches in 90 Prozent der Fälle tödlich endet.
Wo tritt Ebola besonders häufig auf?
Das Virus tritt mehrheitlich in Zentral- und Westafrika in Erscheinung, vor allem in tropischen Regenwaldregionen. Laut der WHO gab es die meisten Ausbrüche bisher in Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo, Uganda, Guinea, Liberia und Sierra Leone. Besonders grosse Epidemien traten in Westafrika zwischen 2014 und 2016 sowie mehrfach in der DR Kongo auf.
Wenn in Europa vereinzelte Ebola-Fälle auftraten, dann meist in Verbindung mit der Rückkehr von infizierten Reisenden aus zentral- oder westafrikanischen Ländern. Durch eine strikte Isolation konnte jedoch ein Ausbruch des Virus in Europa bisher stets verhindert werden.
Wie hoch ist die Gefahr einer Ausbreitung des Virus?
Am Sonntag rief die WHO bezüglich des Ebola-Ausbruchs eine internationale Gesundheitsnotlage aus. Dabei handelt es sich um die zweithöchste Alarmstufe einer Pandemie-Notlage. In der betroffenen Region besteht durch Konflikte, hohe Mobilität und schwache Gesundheitssysteme ein reales Ausbreitungsrisiko. Die WHO spricht von einem hohen Risiko für die zehn Nachbarländer des Kongos.
Für Europa und andere weit entfernte Regionen bleibt das Risiko laut aktueller WHO-Bewertung jedoch sehr niedrig, solange schnelle Isolation, Kontaktverfolgung und Schutzmassnahmen funktionieren. (jul)
