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Der Unglücks-Lastwagen wir von der Polizei aus dem Waterglade Industrial Park in Grays in der Grafschaft Essex östlich von London.

Der LKW wird nach dem Leichenfund von der Polizei abtransportiert. Bild: EPA

39 Tote in LKW: Opfer wohl alle aus Vietnam ++ Polizei fahndet nach zwei Männern



Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen nahe London geht die Polizei nach neuesten Erkenntnissen davon aus, dass alle Opfer aus Vietnam stammen. Das teilte der stellvertretende Polizeichef von Essex, Tim Smith, am Freitagabend mit.

«In diesem Moment nehmen wir an, dass alle Opfer vietnamesische Bürger sind, wir stehen deswegen in Kontakt mit der vietnamesischen Regierung.» Die Polizei hatte die Leichen nach der Entdeckung in einem Kühllaster zunächst für Chinesen gehalten.

«Wir stehen in direktem Kontakt mit mehreren Familien in Vietnam und Grossbritannien»

Tim Smith, Polizeichef von Essex

«Wir stehen in direktem Kontakt mit mehreren Familien in Vietnam und Grossbritannien, und wir glauben, einige Familien den Opfern zugeordnet zu haben, deren Reise in einer Tragödie an unseren Ufern endete», sagte Smith laut Erklärung. Nach örtlichen vietnamesischen Medienberichten haben bis zu 28 Familien in den zentralen Provinzen Ha Tinh und Nghe An Angehörige als vermisst gemeldet.

Mehrere Festnahmen

In Vietnam waren am Freitag im Zusammenhang mit diesem Fall zwei Menschen festgenommen worden. Nähere Angaben machten die Behörden zunächst nicht. Zuvor waren bereits mehrere Personen unter dem Verdacht des Menschenschmuggels festgenommen worden. Allerdings ging es dabei um Menschenschmuggel in die USA und nach Taiwan.

Inzwischen wurde in Irland ein weiterer Verdächtiger festgenommen worden. Sicherheitskräfte vollstreckten am Freitag einen europäischen Haftbefehl gegen einen 23-Jährigen, wie die britische Polizei mitteilte. Die Behörde kündigte an, die Auslieferung des Verdächtigen zu beantragen, der aus dem britischen Nordirland stammt. Ihm werden Totschlag in 39 Fällen sowie Menschenhandel und Einwanderungsvergehen vorgeworfen. Zudem forderte die Polizei zwei verdächtige und ebenfalls aus Nordirland stammende Brüder auf, sich den Behörden zu stellen.

Anklage wegen Menschenhandels

«Wir brauchen Sie, um diese Untersuchung zu unterstützen», sagte Chefinspektor Daniel Stoten von der Polizei der Grafschaft Essex in der nordirischen Hauptstadt Belfast an die Männer gerichtet. Die Polizei habe mit dem älteren Bruder telefoniert. Nähere Angaben zu dem Gespräch machte Stoten nicht. Es sei aber unerlässlich, die 40 und 34 Jahre alten Männer persönlich zu verhören.

Die Brüder betreiben ein Transportunternehmen in der nordirischen Stadt Armagh. Sie werden wegen Totschlags und Menschenhandels gesucht, nachdem am 23. Oktober die Leichen von 31 Männern und 8 Frauen in einem Kühllaster entdeckt worden waren. Der Fahrer des Wagens, ein 25-jähriger Nordire, wurde bereits wegen Totschlags in 39 Fällen, Beteiligung an Menschenhandel, Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie Geldwäscrei angeklagt. Drei weitere Verdächtige kamen gegen Kaution frei.

Bei den Toten handelt es sich vermutlich um ins Land geschleuste Migranten. Die Zugmaschine des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden wurden, war aus Irland gekommen. Der Auflieger wurde per Schiff über den belgischen Hafen Zeebrugge in den englischen Hafen Purfleet gebracht. (meg/sda/dpa)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DangerousMind 02.11.2019 10:44
    Highlight Highlight Es ist doch SEHR erstaunlich, dass man so lange braucht um eine 'etwaige' Herkunft der Opfer bestimmen kann... Erst waren es Chinesen, jetzt 'wohl' Vietnamesen. Entweder sind die Polizisten bei der ersten Identitärsbestimmung komplette Idioten gewesen (Vietnamesen und Chinesen unterscheiden sich doch sehr erheblich...), oder es ist eine politisch motivierte Änderung der Aussage. Es tut sich halt 'besser' wenn es Vietnamesen waren als Chinesen...? Denkt mal mit liebe Medien und stellt die richtigen Fragen statt einfach nur Informationskonserven weiter zu verwenden..
  • Coffeetime ☕ 02.11.2019 08:47
    Highlight Highlight Alles im Namen des lieben Geldes. Die einen wollten endlich auch etwas haben, die anderen wollten (etwas) mehr haben, als sie schon haben... und die eventuellen zukünftigen Arbeitgeber wollten weniger ausgeben als sie jetzt tun. Und am Ende nimmt keiner das Geld mit.

    Glitzernde Welt, du bist so schön aber bist du auch nachhaltig?

    Ich hoffe, es wird aus der Story gelernt... weil sonst sind diese Menschen tragischerweise für nichts gestorben und viele Familien für nichts ins Elend gestürzt.
  • Kurt_Faber 02.11.2019 08:33
    Highlight Highlight Ich habe gelesen, dass sich einige der Opfer per Handy bei Angehörigen gemeldet haben, als sich die Tragödie abzeichnete. Könnt ihr bei watson mal der Frage nachgehen, weshalb sie in dieser Situation nicht die Polizei gerufen haben? Das würde mich interessieren.

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