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epa07676750 A handout photo made available by Sea-Watch on 27 June 2019 shows migrants holding up banners asking for 'Open Ports' and 'Open Hears' on board the Sea-Watch 3 vessel, at sea in the Mediterranean, 15 June 2019. Migrant rescue ship Sea-Watch 3, despite the threat of a fine by the Italian government, decided on 26 June 2019 to enter Italian territorial waters near the island of Lampedusa with dozens of migrants on board waiting to disembark.  EPA/SEA-WATCH HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Sea-Watch 3 Mitte Juni auf hoher See. Bild: EPA

Interview

«Wir müssen die Drohungen ernst nehmen»: Deshalb hält Sea-Watch Racketes Aufenthalt geheim

Nach ihrer Freilassung ist die Kapitänin Carola Rackete massiven Drohungen ausgesetzt und befindet sich an einem geheimen Ort. Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer erklärt im Interview was ihr Fall für die zivilen Seenotretter bedeutet.



Am Dienstagabend wurde Carola Rackete aus dem Hausarrest entlassen. Wie geht es ihr?
Ruben Neugebauer: Carola geht es den Umständen entsprechend gut. Vor allem ist sie froh darüber, dass das italienische Gericht ihr Recht gab. Die Ermittlungsrichterin bestätigte, dass es rechtens war, in den Hafen von Lampedusa einzulaufen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini kündigte nach ihrer Freilassung an, sie müsse aus dem Land ausgewiesen werden, da sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstelle. Wo befindet sich Carola jetzt?
Wo sie sich befindet, können wir nicht bekannt geben. Wir wollen nicht, dass ihr jetzt alle nachspüren. Alles, was wir dazu sagen können, ist, dass sie an einem sicheren Ort ist und zur nächsten Vernehmung erscheinen wird.

«Wir müssen diese Bedrohungen ernst nehmen. Das ist auch der Grund, warum wir den Aufenthaltsort von Carola Rackete geheim halten.»

Gerüchten zufolge wurde Rackete nach ihrer Entlassung aus dem Hausarrest massiv bedroht. Können Sie das bestätigen?
Ja, vor allem im Internet. Die Urheber dieser Drohungen sind zum Teil dieselben, die auch schon im Fall des ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke Stimmung im Netz gemacht haben. Wir müssen diese Bedrohungen ernst nehmen. Das ist auch der Grund, warum wir den Aufenthaltsort von Carola Rackete geheim halten.

Ruben Neugebauer spokesman of German humanitarian group Sea-Watch talks to journalists after a news conference in Berlin, Germany, Tuesday, July 2, 2019. Sea-Watch says Carola Rackete, captain of its rescue ship detained in Italy, acted in accordance with international law when she forced her way into port in Lampedusa with 40 migrants on board. (Photo/Markus Schreiber)

Bild: AP

zur Person

Ruben Neugebauer ist Mitgründer und Sprecher der zivilen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch. Seit 2015 ist er im ständigen Einsatz an «Europas tödlichster Aussengrenze», wie Neugebauer die Zone am südlichen Mittelmeer nennt. Zusammen mit der Schweizer Humanitarian Pilots Initiaitve leitet Neugebauer zudem die Luftaufklärungsmission «Moonbird», das Migranten in Seenot von einem Kleinflugzeug aus sichtet.

Wird die Kapitänin bald wieder für die Sea-Watch an Bord gehen?
Dazu können wir noch nichts sagen. Nachdem unsere Kapitänin freigelassen wurde, warten wir nun darauf, dass wir auch unser Schiff zurückbekommen. Das ist nach wie vor beschlagnahmt. Danach müssen wir uns zuerst einmal sortieren und schauen, wie es weiter geht.

In ihrer Begründung widerspricht die italienische Ermittlungsrichterin dem eigenen Innenminister und dessen Dekret. Sie sagt, Libyen und Tunesien seien keine sicheren Häfen. Was bedeutet dieser Entscheid für die Seenotretter der Sea-Watch?
Damit bestätigte sie das, was wir seit Jahren wiederholen: Dass Libyen und Tunesien aus menschenrechtlicher Sicht keine sicheren Länder sind und wir deswegen deren Häfen nicht ansteuern können. Für uns ist das ein wichtiger Erfolg.

«Uns gibt es als Reaktion darauf, dass im Mittelmeer Menschen ertrinken.»

Nicht fallen gelassen wurde allerdings der Vorwurf der Beihilfe zur illegalen Migration. Dazu muss Rackete am 9. Juli zur Anhörung vor der Staatsanwaltschaft erscheinen.
Der Crew der Sea-Watch 3 wird vorgeworfen, auf ihrer Mission mit Schleppern zusammengearbeitet zu haben. Natürlich sind diese Vorwürfe haltlos. Doch die Ermittlungen dazu dauern noch an. Die Behörden haben all unsere Festplatten auf dem Schiff beschlagnahmt. Diese müssen sie nun auswerten und das kann dauern. Wir zeigen uns kooperativ und sind guter Dinge, da wir uns nichts vorzuwerfen haben. Wir hoffen jetzt, dass wir unser Material und insbesondere unser Schiff schnell zurückerhalten. Denn während die Sea-Watch 3 angekettet im Hafen liegt, wurde uns über Funk bereits drei neue Seenotfälle gemeldet. Es ist ein Skandal, dass diesen Menschen niemand Hilfe leistet.

Kritiker sagen, Seenotretter würden sich zu Handlangern von Schleppern machen. Libysche Milizen schickten Migranten in dem Wissen aufs Meer, dass sie dort von europäischen Rettern an Bord geholt würden. Was sagen Sie zu solchen Vorwürfen?
Das stimmt einfach nicht. Uns gibt es als Reaktion darauf, dass im Mittelmeer Menschen ertrinken. Als die Sea-Watch 2015 gegründet wurde, gab es dort noch keine zivile Seenotrettung. In der Woche als unser erstes Schiff aus dem Hafen von Hamburg auslief, ertranken über 1000 Menschen im Mittelmeer. Die waren dort, obwohl es keine Seenotrettung gab. Ausserdem könnte man mit demselben Argument die Schweizer Rega abschaffen, weil sich durch die Existenz der Bergwacht Kletterer oder Skifahrer ermutigt fühlen, Risiken einzugehen. Wäre es besser, wenn man zur Abschreckung die Rega abschafft? Das ist doch Unsinn!

«Die Todesrate, also der Anteil der Toten, ist derzeit so hoch wie noch nie.»

Seit Italien 2017 einen Deal mit der libyschen Übergangsregierung einfädelte ist die Zahl der Migranten, die über das Meer kommen eklatant gesunken. Auch die Zahl der Todesopfer hat sich im Vergleich zu vor drei Jahren um das siebenfache minimiert. Ist das nicht ein Erfolg?
Absolut nicht. Die Todesrate, also der Anteil der Toten, ist derzeit so hoch wie noch nie. Zudem ist die Dunkelziffer der Toten gestiegen. Jetzt wo Seenotrettung aktiv verhindert wird und niemand von uns vor Ort ist, kann kaum festgestellt werden, wie viele Menschen tatsächlich ertrinken. Wir wissen auch von Fällen, wo die libysche Küstenwache Todeszahlen zu vertuschen versuchte. Die offiziellen Zahlen sind darum mit Vorsicht zu geniessen.

Es ist nicht das erste Mal, dass einem Schiff von Seenotrettern die Einfahrt in einen europäischen Hafen verwehrt blieb. Warum sorgte der Fall von Carola Rackete nun für so grosse Aufmerksamkeit?
Weil unsere Kapitänin Eigenverantwortung übernommen hat und sich gegen das Dekret von Innenminister Salvini durchgesetzt hat, nachdem sich die Lage an Bord derart zugespitzt hatte. In bisherigen Fällen war es immer so, dass nach Tagen oder Wochen immer irgendeine Lösung gefunden wurde und die Schiffe doch anlegen durften.

Die Verhaftung von Rackete hat eine grosse Welle der Solidarität ausgelöst. Nach dem Aufruf von Böhmermann kamen über eine Million Spendengelder zusammen. Was passiert mit dem Geld?
Wir werden davon das Verfahren von Carola bezahlen, das jetzt noch ansteht. Das restliche Geld werden wir sinnvoll in die Seenotrettung investieren. Wie genau müssen wir noch festlegen.

«Es wäre schön, wenn es uns eines Tages nicht mehr braucht.»

Die Sympathie von vielen Leuten scheint auf eurer Seite zu sein. Hat euch dieser Fall zuletzt mehr genützt als geschadet? Müsstet ihr Salvini gar noch dankbar sein, dass er euch zu diesem Stunt verholfen hat?
Wir wollten nie berühmt werden, wir wollten das Sterben auf dem Mittelmeer beenden. Uns wär es lieber, wenn es den Fall von Carola nicht gegeben hätte und die Menschenrechte auf dem Mittelmeer so oder so eingehalten werden. Wir brauchen eine Änderung in der Politik und wir brauchen ein Ende vom Sterbenlassen auf dem Mittelmeer. Davon sind wir leider noch weit davon entfernt. Es wäre schön, wenn es uns eines Tages nicht mehr braucht.

Sea Watch 3 und Carola Rackete

Kapitänin der Sea-Watch 3 verhaftet

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    Alle Leser-Kommentare
  • Tjuck 05.07.2019 12:13
    Highlight Highlight "Die Urheber dieser Drohungen sind zum Teil dieselben, die auch schon im Fall des ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke Stimmung im Netz gemacht haben."

    Schöne neue rechte Welt.
  • Kubod 04.07.2019 12:23
    Highlight Highlight Unabhängig davon, ob ich in ihrem Tun naive Halsstarrigkeit oder mutiges Engagement oder einen Mix daraus erkenne, hat sie meinen Respekt.
    Sie tut das was sie für richtig hält und versteckt sich nicht.

    Ganz anders diejenigen, die sie jetzt anscheinend bedrohen. Was für Schwachköpfe.

    Meine Meinung zum Thema ist eine andere als die von Carola Rackete, aber sie hat Arsch in der Hose und tut was. Chapeau
  • El Vals del Obrero 04.07.2019 11:36
    Highlight Highlight Auch hier passt der Postillon mal wieder und trifft auf 3/4 der Kommentare zu:

    https://www.der-postillon.com/2019/07/mann-auf-sofa-seenotrettung.html
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 04.07.2019 14:15
      Highlight Highlight Aber es wird so präzise auf den Punkt gebracht, dass es gewissen Kommentatoren ziemlich schmerzen dürfte. 😂
  • Do not lie to mE 04.07.2019 08:37
    Highlight Highlight Die “Message” der NGOs an die “Migranten” jedenfalls: “Wenn ihr nach Europa wollt, können wir euch leider sicher nicht direkt in einem Fährdienst von Küste zu Küste bringen, wie das naheliegend wäre, denn das wäre illegal. Sondern ihr müsst erst einmal mit euren überfüllten Schlauchbooten in Seenot geraten und uns dann von uns retten lassen. DANN erst entsteht der moralische Druck, der euch die Türen nach Europa öffnet.” - diese “Message” ist mehr als moralisch fragwürdig.
  • Wer weiß denn sowas!? 04.07.2019 06:42
    Highlight Highlight Macht euch keine Illusionen, die Welt ist eh am Arsch. Wenn ich sehe, was da abgeht: Umweltverschmutzung, Klimawandel, Flüchtlingsströme, Rechtsextremismus. Gestern Abend bei ZDF, Markus Lanz: Der Berliner Oberstaatsanwalt Ralf Knipsel spircht Klartext: 600 Haftbefehle(!) gegen Neonazis können nicht vollstreckt werden, weil die Justiz am Anschlag ist. Politiker wie Salvini, Orban, Trump, Le Pen aber auch Parteien wie AfD und SVP machen die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus wieder salonfähig. Wehret den Anfängen? Dass ich nicht lache!
    • COLD AS ICE 04.07.2019 10:47
      Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte formuliere deine Kritik sachlich und beachte die Kommentarregeln.
    • COLD AS ICE 04.07.2019 10:49
      Highlight Highlight die politik ist viel zu stark nach links gerutscht. was jetzt abläuft ist eine auswirkung davon.....
    • Avenarius 04.07.2019 12:36
      Highlight Highlight Abgesehen davon: Wir leben in der sichersten Zeit seit 65 Millionen Jahren :-)
      Der Rest passiert im Kopf und den Medien.
    Weitere Antworten anzeigen
  • brunnerf 04.07.2019 01:54
    Highlight Highlight Die Frau ist eine Rechtsbrecherin und soll nun auch dafür geradestehen!
    • just_a_name 04.07.2019 11:35
      Highlight Highlight Ist sie nicht. Sie wurde freigesprochen.
    • zaphod67 04.07.2019 14:09
      Highlight Highlight Weder steht fest, dass sie eine Rechtsbrecherin ist, noch wurde sie freigesprochen. Lesen hilft.
    • Tjuck 05.07.2019 12:19
      Highlight Highlight Weder steht fest, ob sie schuldig ist, noch entzieht sie sich den Gerichten. Sie entzieht sich bloss der angedrohten Gewalt durch Rechtsextremisten. Was natürlich in deren Augen nicht legitim ist.
  • Chrigi-B 04.07.2019 01:26
    Highlight Highlight Bringt noch mehr Migranten nach Europa 👍🏻.

    Es läuft ja bereits super mit der Integration der anwesenden "Asylsuchenden".
    80% der Somalier und Eritreer sind auch nach 3-5 Jahren noch auf Sozialhilfe angewiesen.

    Von den Leuten aus dem Maghreb und Afrika im Allgemeinen will ich gar nicht anfangen. Musst du nur nach Frankreich sehen, auch nach mehr als 20 Jahren geht nichts ausser Sozialhilfe und Kriminalität...
    • JayPi 04.07.2019 10:09
      Highlight Highlight Nach der 3-6 monatigen Sperrfrist darf man als Asylsuchender im Kt. Zürich nur arbeiten wenn:

      Wohnsitz im Kanton Zürich besteht,

      die Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage es erlaubt (Art. 52 Abs. 1 Bst. a VZAE),

      das Gesuch eines Arbeitgebers vorliegt (Art. 18 lit. b AuG),

      der Inländervorrang eingehalten wird (Art. 21 AuG),

      die orts- und branchenüblichen Lohnbedingungen sowie die Arbeitsbedingungen eingehalten werden (Art. 22 AuG)

      Könnten das die Gründe sein warum Asylsuchende lange auf Sozialhilfe angewiesen sind? Vor allem Inländervorrang und, dass der Arbeitgeber ein Gesucht stellen muss.
    • Chrigi-B 04.07.2019 10:57
      Highlight Highlight Ich spreche nicht von Monaten jayPi,
      sondern von Jahren...

    • Ueli der Knecht 04.07.2019 17:02
      Highlight Highlight Über die Jahrzehnte sind sie eine Bereicherung der Schweiz, und sie tragen mit ihrem Nachwuchs zum Wohlstand und zur Sanierung der AHV bei, Chrigi-B.

      Sieh's daher nicht so eng, und vorallem nicht so kurzfristig. Erweitere deinen Horizont. Was sind schon 3 bis 5 Jahre gemessen an einem Menschenleben? Bloss ein Augenzwinkern.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Chrigu BE 04.07.2019 01:21
    Highlight Highlight Hat sich eigentlich einer der Schleuser-Hilfen-Theoretiker jemals die Grösse des Mittelmeers und die vergleichsweise kleinen Radien der Nothilfe-Suchern angesehen? Wohl leider nicht.
    • Gonzolino_2017 04.07.2019 07:53
      Highlight Highlight Braucht man auch nicht, wenn man den Zielhafen und die Routen kennt! Zusätzlich sind ja auch noch Flugzeuge unterwegs ... aber wir können die Schlepper ka noch mit GPS Trackern ausrüsten, welche mit den Booten mitgegeben werden, um sie schneller zu finden und aufzunehmen! So tragisch das Ganze ist, es kann nicht die Lösung sein - wir können nicht alle aufnehmen!
    • Ueli der Knecht 04.07.2019 17:07
      Highlight Highlight "wir können nicht alle aufnehmen!"

      Doch, Gonzolino! Wir könnten.

      Auf alle Fälle könnten wir diejenigen aufnehmen, die kommen. Das sind längst nicht alle, sondern nur eine kleine Minderheit. Die könnten wir ohne weiteres Aufnehmen. Denn wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

      Es fehlt nur am guten Willen, Gonzolino_2017. Denn Böswilligkeit ist leider stark im Trend in unseren Breitengraden. Aber das ist nicht deren Problem, sondern unser. Und auch deines, Gonzolino_2017.
  • Cédric Wermutstropfen 04.07.2019 00:00
    Highlight Highlight „F: ...die Zahl der Todesopfer hat sich im Vergleich zu vor drei Jahren um das siebenfache minimiert. Ist das nicht ein Erfolg?
    A: Die Todesrate, also der Anteil der Toten, ist derzeit so hoch wie noch nie.“

    Will der uns für dumm verkaufen? Er weiss genau, dass die absolute Zahl gesunken ist, deshalb argumentiert er jetzt mit der, für seine Argumentation irrelevanten, Todesrate. Ein typisches Rattenfänger Argument. Er hofft, dass wir zu dumm sind, um diesen billigen Zahlentrick nicht zu bemerken. Aber wir sind nicht dumm.
    • Disclaimer 04.07.2019 13:06
      Highlight Highlight Wieso "uns" und "wird"? Hier schreibt jeder nur für sich.
      Bei einer Seenotrettung unterscheidet man nicht zwischen Herkunft, Beweggrund usw. Wäre eine Gruppe Schweizer in Seenot geraten hätte man sie auch nicht auf den Sklavenmarkt in Lybien gebracht.
      Wie es um ihre Aufenthaltsbewilligung steht wird erst nach erfolgreicher Rettung geklärt. Das ist das normalste der Welt. Das die Lybische Regierung offensichtlich nicht's gegen das ablegen von Schlepperbooten unternimmt ist ein anderes Problem. Das könnte man evtl. lösen. Aber wer will schon Menschen daran hindern aus der Hölle zu flüchten!?
    • geissenpetrov 04.07.2019 20:44
      Highlight Highlight Ach, Cedric. Ich wünschte mir, Du hättest nur halb so viel Rückgrat wie diese Kapitänin und würdest fadegrad deine Meinung äussern, die da wäre, dass dir die Toten, in absoluten und auch in relativen Zahlen, komplett egal sind, du es gar begrüsst, wenn möglichst viele umkommen.

      Leute wie Du sind es, die unser Land zu Grunde richten werden.
      Die Geschichte zeigts. Sobald solche Feigling mit der notwendigen Macht ausgestattet sind (wie unlängst in Österreich) wird alles dem Meistbietenden verkauft.

      Nicht die Flüchtlinge und nicht die Seenotretter sind Dein Problem. Du selbst bist es.
    • Tjuck 05.07.2019 12:21
      Highlight Highlight Relevant ist einzig die Todesrate. Anders kann der Effekt des Verbots der Seenotrettung nicht beziffert werden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rabbi Jussuf 03.07.2019 23:35
    Highlight Highlight 1/2
    Meine Güte!
    Was redet der Kerl für einen Stuss zusammen!
    Der Rega Vergleich hinkt auf allen Beinen.
    Nach der Gründung der Sea-Watch sind noch viel mehr Menschen ertrunken.

    Stimmt, die „Todesrate“ ist hoch. Aber warum redet er plötzlich von Prozent und vorher in absoluten Zahlen? Ganz einfach, weil es in Zahlen sehr viel weniger Tote gab als die letzen Jahre und nicht mehr, wie er hier versucht zu insinuieren.

    Jaja, jetzt wo sie nicht mehr vor Ort sind, werden die Zahlen gedrückt. Was ist denn mit den 1000 Toten in der Gründungswoche? Da sind die Zahlen dann genehm???
    • Rabbi Jussuf 04.07.2019 13:34
      Highlight Highlight 2/2
      Meine Güte, was für eine Egoschranze!
      Dass die italienische Marine dauernd Leute rettet, ist ihm kein Wort wert. Ebenso, dass die Libyer viele retten weiss er auch nicht. Aber halt, die werden ja nach Libyen zurückgebracht. Nach seiner Definition ist das keine Rettung. Darum wohl auch die Wettrennen, wer zuerst am Flüchtlingsboot ankommt?
  • Sherlock_Holmes 03.07.2019 23:32
    Highlight Highlight «Die Urheber dieser Drohungen sind zum Teil dieselben, die auch schon im Fall des ermordeten CDU-Politikers Walter Lübcke Stimmung im Netz gemacht haben.»

    Gegen d i e s e muss mit allen Mitteln, sowie aller Härte und Konsequenz vorgegangen werden!

    Ich bin mir sicher, dass es viele gibt, die Carola lieber heute als morgen tot sähen. – Nicht nur unter den Anhängern der NSU.

    Dies sind manchmal die Momente, in denen ich mir vorstellen kann, dass ich notfalls ohne zu Zögern zum Äussersten greifen würde, um jemanden zu schützen.
    • Chrigu BE 04.07.2019 01:22
      Highlight Highlight Ich hoffe, ich habe in solchen Fällen dann auch den Mut dazu.
    • das Geflüster 04.07.2019 06:39
      Highlight Highlight Holms

      Ihre wiederholt pathetischen Wort, lassen an das Innenleben eines Gymnasiasten denken, der seinen ersten politischen Frühling verspürt.
      😅
    • Nonkonformist 04.07.2019 07:58
      Highlight Highlight Tja, und die Anderen nehmen sich vor im Notfall bis zum Äussersten zu gehen um ihr Land zu schützen. (vor der ilegalen Migration).
    Weitere Antworten anzeigen
  • Michael Heldner 03.07.2019 21:05
    Highlight Highlight Den Reha Einsatz zahlt allerdings im Normalfall die Person (ggf seine Versicherung, wobei diese auch höhere Prämien für Risiko Sportarten verlangen)
    • geissenpetrov 03.07.2019 21:40
      Highlight Highlight Würden sich die Seenotretter bereichern, dann wäre es Schlepperei.

      In Deutschland sitzen derzeit ungefähr 2000 Schlepper in Untersuchungshaft. Viele darunter sind normale Taxifahrer, die Geflüchtete an die deutsche Grenze fuhren. *facepalm*

      Interessant ist auch der Begriff "Schleuser". Einerseits gibt die EU vor, die Schleuserei bekämpfen zu wollen (was zum Abbruch von Mare Nostrum führte), andererseits sind ihre Länder, in dem sie massenhaft Geflohene in Busse oder Züge setzten, um sie schnell durch ihre Länder zu befördern, selbst die grössten Schleuser. *facepalm*
    • Garp 03.07.2019 22:15
      Highlight Highlight Am besten klärt man das vorher, wer zahlen kann wird gerettet, wer nicht zahlen kann stirbt. So meinst Du das doch, gell.
    • Chrigu BE 04.07.2019 01:25
      Highlight Highlight Ich hoffe, Sie haben genug Cash bei sich, wenn Sie mal einen Herzinfarkt haben. Sonst... Naja, Pech gehabt.
  • John H. 03.07.2019 20:41
    Highlight Highlight Gut, dass SeaWatch nun die Medienarbeit übernimmt.
  • JaneSodaBorderless 03.07.2019 20:39
    Highlight Highlight Danke für das aufschlussreiche Interview, Frau Serafini!
    Ich wünsche Frau Rakete viel Kraft & Zuversicht! Den braunen Mob im Nacken zu haben ist alles andere wie lustig!

    • w'ever 03.07.2019 21:20
      Highlight Highlight nur mal so zum klarstellen. ich gehöre nicht zum braunen mob und ich wähle auch keine svp.
      also. sea watch hat die migranten an board gelassen und sollte sie eigentlich in den nächst sichern hafen bringen. nun will italien das schiff aber nicht anlegen lassen. der kapitän (sie ist kapitän) lässt das schiff tagelang vor dem hafen. wieso fährt sie in der zwischenzeit nicht croatien oder frankreich, oder eine der inseln (korsika/elba) an?
      und auch wenn datteln an board gewesen wären. sie hat illegal angelegt!
    • äti 03.07.2019 22:08
      Highlight Highlight @wever, sorry, aber das Thema ist sowas von ausgelatscht. Kommt in allen Zeitungen und Posts vor. Bitte nachlesen.
    • Chrigu BE 04.07.2019 01:28
      Highlight Highlight @w'ever
      1. Weil es das Seerecht so vorgibt, den näherten sicheren Hafen anzusteuern.
      2. Handelt es sich bei der Sea-Watch 3 um einen Fischkutter!
      Machen Sie doch mal eine längere "Kreuzfahrt" auf einem Fischkutter bitte, dann lesen wir uns wieder.
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 03.07.2019 20:33
    Highlight Highlight Natürlich rechnen viele Schlepper mit en Schiffen, die Frage ist, ob nur weil diese Schiffe nicht kommen, weniger Menschen die Überfaht versuchen werden. Das denke ich nicht.
    Die Zahl der Migranten hat wohl eher abgenommen, weil die EU Deals gemacht hat mit den Staaten Nordafrikas und der Sahelzone sowie der Türkei.
    Dazu kommt der Bürgerkrieg in Libyen, der dazu führt, dass zehntausende Migranten festgehalten oder Opfer von Menschenhandel werden. Deshalb werden auch weniger Menschen durch Libyen reisen.
    Auch wird sich das Bild von Europa in Afrika in den letzten Jahren geändert haben.
    • reaper54 03.07.2019 21:07
      Highlight Highlight Doch es macht einen Unterschied, das ist schwarz auf weiss erwiesen. Seit Italien die restriktivere Migrationspolitik umsetzt kamen massiv weniger Menschen ums leben!
      Zudem wir können echt nicht ganz Afrika aufnehmen, jeder der etwas anderes sagt ist einfach nur ein Träumer.
    • wasylon 03.07.2019 21:42
      Highlight Highlight Australien hat es geschafft, wo die Europäische Union versagt: Die Einwanderung illegaler Bootsflüchtlinge ist gestoppt worden.
    • Nomatter 03.07.2019 21:46
      Highlight Highlight Reaper54 ich glaube eher dem Seawatch sprecher, als dir, welcher glaubhaft darstellt, dass durch diese Abkommen die Dubkelziffer erhöht wird da keiner merkt wenn ein Schiff untergeht.
      Ohne retter (sollte eigentlich Job der Grenzwache sein) merkt doch niemand wenn auf dem offenen Meer leute ertrinken.

      Auch müssen wir nicht ganz Afrika aufnehmen (übrigens sehr schlechte und polemische aussage) sondern Flüchtlinge die gehen mussten.
      Nur weil du in der Schweiz bist heisst das nicht, dass du mehr Rechte hast wie sie
      Ich denke du wärst Froh wenn man dir Asyl gibt wenn du es selber brauchen würdest.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Spooky 03.07.2019 20:22
    Highlight Highlight "Nach dem Aufruf von Böhmermann kamen über eine Million Spendengelder zusammen. Was passiert mit dem Geld?"

    Die werden das Geld garantiert nicht für Massnahmen gegen die organisierten Schlepperbanden verwenden.
    Man sägt ja nicht am Ast, auf dem man hockt.
    • Fly Boy Tschoko 03.07.2019 20:45
      Highlight Highlight Klar. Böhmernmann und Seawatch möchten gerne Frontex sponsern.
    • Garp 03.07.2019 21:12
      Highlight Highlight Du meinst also ernsthaft Spooky gegen verbrecherische Banden vorzugehen sei Aufgabe von Zivilisten und nicht vom Staat und der Polizei. Es ist ja schon beschämend genug Menschen ersaufen zu lassen und die, die da helfen zu Verbrechern abzustempeln, aber wir hatten das schon mal, Mensch ist zu allen Perversionen fähig.
    • TJ Müller 03.07.2019 21:20
      Highlight Highlight Wow, echt? Denkst du wirklich die SeaWatch Leute werden reich dabei? Selten so ein Stuss gelesen. Du bist mir echt ein bisschen zu Spooky
    Weitere Antworten anzeigen
  • DogiDog 03.07.2019 20:14
    Highlight Highlight Der REGA-Vergleich trifft die ganze Thematik sowas von auf den Punkt!👍🏼
    • Michael Heldner 03.07.2019 21:10
      Highlight Highlight Nicht ganz, Rega Einsätze werden meines Wissens nicht von der Allgemeinheit getragen 🤔

      Zudem werden risikosportarten bei Versicherungen gerne ausgeklammert oder zumindest mit weitaus höheren Gebühren veranschlagt.

      Also würde es dann gelten, wenn jeder der willkommenskultur befürwortet auch mehr Steuern zahlt um diese zu versorgen/ integrieren 🤔

    • Thomas_54 03.07.2019 21:39
      Highlight Highlight Die Gönner bezahlen das Schiff/den Helikopter, die Allgemeinheit das Spital/die Sozialhilfe. Wo ist der Unterschied, Michael Heldner?
    • BlueTire 03.07.2019 21:41
      Highlight Highlight Wenn ich in den Bergen, ohne Mobilfunkverbindung, "Schiffbrüchig" werde, kommt mich die Rega nicht holen und schon gar nicht kostelos. Insofern ist der Vergleich ziemlich daneben. Und aus Respekt gegenüber den Flüchtlingen sowieso.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Azrael 03.07.2019 20:06
    Highlight Highlight Stell dir mal vor: der Bademeister sagt: „Ihr Kind ist in Not geraten und ich habe es ertrinken lassen. Aber hey: ist doch eine gute Abschreckung für die anderen Kinder.“
    • azoui 03.07.2019 20:38
      Highlight Highlight Zielgenau am Thema vorbei.
    • ChiliForever 03.07.2019 20:50
      Highlight Highlight Mit der unpassendste Vergleich, den ich je in meinem Leben gelesen habe....
      Das Schwimmbad ist zum Schwimmen gehen explizit da.

      Die Überquerung eines Meeres in nicht hochseetüchtigen Schiffen per See ist hingegen grundsätzlich lebensgefährlich wie sonst nur wenig und überhaupt nicht empfehlenswert.
    • häxxebäse 03.07.2019 21:50
      Highlight Highlight Aznael der vergleich ist krass, aber wir lassen massenhaft menschen ertrinken, das relativiert es gleich wieder.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Z.enox 03.07.2019 19:50
    Highlight Highlight Go sea-watch!

Das Drama um «Sea Watch»-Kapitänin Carola Rackete – erzählt in 7 Punkten

Die italienische Justiz hat Carola Rackete angeklagt. Die Kapitänin war seit mehr als zwei Wochen mit der «Sea Watch 3» auf dem Mittelmeer unterwegs und zog den Zorn von Italiens Innenminister Matteo Salvini auf sich. Kein Hafen wollte das Schiff mit 52 Flüchtlingen anlaufen lassen. Sie fuhr trotzdem nach Lampedusa.

Am 12. Juni nahm die unter holländischer Flagge fahrende «Sea Watch 3» der gleichnamigen deutschen NGO in internationalen Gewässern ausserhalb des libyschen Hoheitsgebiets 53 Schiffbrüchige auf. Das Schlauchboot, auf dem sie unterwegs gewesen waren, war in Seenot geraten. Die Küstenwache des Bürgerkriegslandes Libyen forderte das Schiff auf, die Geretteten nach Libyen zu bringen. Die Küstenwache ist de facto keine staatliche Behörde. Sie untersteht verschiedenen Warlords und Milizen, …

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